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Evangelische Kirche will weitere Reformen anstoßen

8. November 2016

Nichts weniger als eine "Erneuerung der Kirche" wünscht sich der oberste Repräsentant der deutschen Protestanten, Heinrich Bedford-Strohm. Nach den Feiern zum 500. Reformationsjubiläum soll es losgehen. Aus Fehlern der Vergangenheit will man lernen.

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Magdeburg (epd). Die evangelische Kirche will vor dem Hintergrund sinkender Mitgliederzahlen weitere Reformen auf den Weg bringen. Dabei sollten aus Sicht der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) inhaltliche Fragen statt Strukturen im Mittelpunkt stehen. Der Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm sagte am Dienstag bei der EKD-Synodentagung in Magdeburg, in der Vergangenheit habe man die Erneuerung der Kirche vielleicht zu leichtfertig mit strukturellen Veränderungen gleichgesetzt. Unabhängig von den weitergehenden Reformplänen beschlossen die Synodalen ein weiteres Zusammenrücken der konfessionelle Bünde im Bereich der Verwaltung.

Bedford-Strohm sagte, entscheidend sei die geistige Ausstrahlung der Kirche: "Die Strukturen haben immer nur dienenden Charakter." Die neue Reformagenda soll im Anschluss an die Feiern zum Reformationsjubiläum auf den Weg gebracht werden, die am 31. Oktober 2017 mit dem 500. Jahrestag des Thesenanschlags durch Martin Luther ihren Höhepunkt und Abschluss finden.

"Genetzwerkter Reformprozess"

In einem Bericht des EKD-Kirchenamtes an die Synode werden als mögliche Reformthemen das Berufsbild des Pfarrers, die Gestalt von Kirche und ihrer Gemeinden, das kirchliche Handeln in der Welt und die theologische Profilierung des diakonischen Engagements genannt. In dem Papier, das eine Zwischenbilanz des vor zehn Jahren begonnenen Reformprozesses "Kirche im Aufbruch" zieht, wird den 20 Landeskirchen in Aussicht gestellt, frühzeitig und umfassend in die Überlegungen eingebunden zu werden, um individuelle Planungen in den EKD-Gliedkirchen zu ermöglichen.

"Weniger denn je werden umfassende Generallösungen als geeignet angesehen für den Umgang mit der Diversität kirchlicher Verhältnisse vor Ort", heißt es. Die dominierende Rolle der EKD bei "Kirche im Aufbruch" war angesichts der tiefgreifenden Veränderungs- und Fusionsvorschläge in den Landeskirchen auf teils heftigen Widerstand gestoßen. Unter anderem hatte eine Arbeitsgruppe unter Leitung des damaligen Ratsvorsitzenden Wolfgang Huber vorgeschlagen, die Qualität von Amtshandlungen durch Pfarrer genauer unter die Lupe zu nehmen und durch Zusammenschlüsse die Zahl der damals 23 Landeskirchen auf acht bis zwölf zu reduzieren. Heute zählen 20 Landeskirchen in der Summe rund 22,3 Millionen Mitglieder.

Der Ratsvorsitzende Bedford-Strohm sagte, er wünsche sich einen von der EKD koordinierten "genetzwerkten Reformprozess". Das Engagement der EKD solle als Serviceleistung verstanden werden, um gegenseitig voneinander zu lernen.

Prozess einer Verzahnung

Die EKD-Synode stimmte am Dienstag in Magdeburg abschließend für die Zusammenführung der Kirchenämter der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD), der Union Evangelischer Kirchen und der EKD. Nach kurzer Aussprache votierten in offener Abstimmung fünf Synodale gegen die Ämterfusion. Das Kirchenparlament hat 120 Mitglieder. In den Tagen zuvor hatten die Vollversammlung der UEK einstimmig und die Generalsynode der VELKD mehrheitlich für die Zusammenführung der Ämter gestimmt. Einige Synodale aus lutherischen Landeskirchen tun sich schwer mit der Zusammenführung, in der VELKD-Generalsynode war über juristische Fragen teils äußerst kontrovers diskutiert worden.

Die Ämterfusion ist Teil des seit mehr als zehn Jahre laufenden Verbindungsmodells, der Prozess einer Verzahnung, um Kräfte zu bündeln und Doppelstrukturen zu vermeiden. In den vergangenen Jahren wurden die drei Ämter bereits im Kirchenamt der EKD in Hannover räumlich zusammengebracht. Zudem tagen seit 2009 die Kirchenparlamente von Lutheranern und Unierten sowie die EKD-Synode jeweils örtlich und zeitlich verbunden sowie personell verzahnt.

Die Jahrestagung der EKD-Synode geht nach viertägigen Beratungen am Mittwoch zu Ende. Zum Abschluss wollen die Delegierten eine Entschließung verabschieden, die der Mission an Juden eine Absage erteilt. Auch ist eine Erklärung zum Schwerpunktthema der Tagung, "Europa in Solidarität", geplant. In den Debatten darüber war deutlich geworden, dass sich die Protestanten eine EU-Politik wünschen, die die Schwachen in der Gesellschaft stärker in den Blick nimmt.

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