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Präses der 12. Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland, Irmgard Schwaetzer Foto: epd-Bild
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EKD-Synodenpräses Schwaetzer: Trumps Wahlsieg fordert Christen heraus

9. November 2016

Die evangelische Synodenpräses Irmgard Schwaetzer sieht Christen durch den Wahlsieg Donald Trumps herausgefordert. Christen trügen Werte wie Barmherzigkeit und Mitgefühl in die Gesellschaft, sagte Schwaetzer. Insgesamt blicken führende EKD-Repräsentanten mit Sorge auf den Ausgang der Wahlen in den USA.

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Präses der 12. Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland, Irmgard Schwaetzer Foto: epd-Bild

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Magdeburg (epd/UK). Schwaetzer steht der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) vor. Erste Analysen des Wahlergebnisses hätten gezeigt, dass Trump vor allem Zustimmung von jenen bekommen habe, die sich in der amerikanischen Gesellschaft abgehängt fühlen.

Bedford-Strohm sichtlich erschüttert

Ein Teil der Synodalen hatte die Fernseh-Wahlberichterstattung aus den USA am frühen Morgen in der Lobby des Tagungshotels verfolgt. Unter ihnen war auch der EKD-Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm, der mit einer US-Amerikanerin verheiratet ist und in den Vereinigten Staaten studiert hat. Auch seine drei Söhne haben einen amerikanischen Pass. Der oberste Repräsentant der deutschen Protestanten wollte sich zunächst nicht zum Wahlergebnis äußern, war sichtlich erschüttert. Später sagte er vor Journalisten, dass nach den harten Tönen im Wahlkampf jetzt die Zeit des Bemühens um Versöhnung gekommen sei.

Schwaetzer ging auch auf die Bedeutung des 9. November in der deutschen Geschichte ein. "1918, 1938, 1989 - das sind drei Jahrestage, die in größter Spannung zueinander stehen", sagte die ehemalige FDP-Bundesministerin. Am 9. November 1918 war nach dem Ende der Monarchie in Deutschland die Republik ausgerufen worden, 1938 hatten die Nationalsozialisten die Novemberpogrome gegen die Juden inszeniert, und 1989 fiel an diesem Tag die Mauer zwischen Ost- und Westdeutschland.

Mauer soll Zuwanderer abhalten

"Uns haben Mauern und Zäune dann nicht mehr getrennt", sagte Schwaetzer: "Und auch das bringt uns dazu, besonders sensibel zu sein, wo immer heutzutage Mauern und Zäune wieder gebaut werden." Der designierte US-Präsident Trump hatte im Wahlkampf angekündigt, an der Grenze zu Mexiko eine Mauer errichten zu wollen, um Zuwanderer abzuhalten.

Militärbischof: Böses Erwachen

Auch weitere Repräsentanten der Evangelischen Kirche in Deutschland blicken mit Sorge auf die Wahl Donald Trumps zum US-Präsidenten.Der evangelische Militärbischof Sigurd Rink wertet den Sieg Donald Trumps bei der US-Präsidentenwahl als "böses Erwachen". Nun müsse man "darauf setzen, dass demokratische Ideale und die Administration in Washington politische Alleingänge verhindern", erklärte Rink am Mittwochmorgen in Berlin.

Er verstehe, dass die USA von Deutschland mehr internationale Verantwortung einfordern. Das dürfe aber nicht dazu führen, dass die Bundeswehr in weitere Einsätze geschickt wird, deren Verlauf und Ziele unkalkulierbar bleiben. "Die Bundeswehr bleibt eine Armee zum Erhalt des Friedens", sagte der oberste evangelische Seelsorger für die Soldaten der Bundeswehr.

Die Auslandsbischöfin der EKD,Petra Bosse-Huber, erklärte: "Ich denke, das wird nicht nur die Vereinigten Staaten, sondern auch die ganze Welt verändern", so Bosse-Huber am Rande der EKD-Synodentagung in Magdeburg. Wenn nur die Hälfte der Wahlversprechen von Trump umgesetzt würden, führe das zu einer massiven Verschlechterung der demokratischen Bedingungen in den USA. Bosse-Huber verwies unter anderem auf Menschen mit Migrationshintergrund, die rassistischen Anwürfen ausgesetzt worden seien.

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