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EKD-Synode berät über Europa und Rechtspopulismus in Gemeinden

2. November 2016

Gerade erst hat die Evangelische Kirche in Deutschland den Start in das Festjahr zu 500 Jahren Reformation gefeiert. Bei der bevorstehenden Jahrestagung in Magdeburg geht es auch um aktuelle politische Themen, wie Präses Irmgard Schwaetzer ankündigte.

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EKD-Synodenpräses Irmgard Schwaetzer Foto: epd-Bild

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Berlin/Magdeburg (epd). Die Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) befasst sich in diesem Jahr mit der Krise Europas. Die Kirchen seien herausgefordert, etwas für den Zusammenhalt in Europa zu tun, sagte Präses Irmgard Schwaetzer am Mittwoch in Berlin zum Schwerpunktthema der viertägigen Synodenberatungen, die am Sonntag in Magdeburg beginnen. Die Europäische Union sehe sich wachsender nationalistischer und rechtspopulistischer Strömungen ausgesetzt angesichts des bevorstehenden Wahljahrs in Frankreich, den Niederlanden und Deutschland. Das Kirchenparlament teile die Sorge um die Polarisierung der Gesellschaft, sagte die frühere FDP-Bundesministerin.

Der Synode werden Ergebnisse einer qualitativen Studie vorgestellt, mit der die Anfälligkeit evangelischer Kirchengemeinden für populistische Tendenzen untersucht wurde. "Die Widerstandsfähigkeit ist dort am größten, wo lebendiger persönlicher Glaube und gelebte Mitmenschlichkeit prägend sind", sagte Schwaetzer. Gemeinden, in denen Tabus nicht offen angesprochen werden, seien dagegen gefährdet.

Kontroverse Debatte erwartet

Ein weiteres Thema der Synodentagung ist die seit langem in der evangelischen Kirche geführte Debatte über die Mission an Juden. Dem Kirchenparlament liegt ein Entwurf des Präsidiums vor, der die Judenmission klar ablehnt. "Juden verbinden damit eine lange und schmerzhafte Geschichte von Zwangskonversionen und der Bestreitung ihrer Identität als bleibend erwähltes Volk Gottes", zitierte Schwaetzer aus der Beschlussvorlage. "Das Christentum ist für mich nicht ohne die jüdischen Glaubensgeschwister denkbar", sagte die Präses, die dem Kirchenparlament vorsteht. Sie erwarte zwar eine kontroverse Debatte, aber einen breiten Konsens.

Bisher hatten sich vor allem evangelikale Gruppen dafür ausgesprochen, auch Juden zum christlichen Glauben zu bekehren. Mehrheitlich wird in der evangelischen Kirche allerdings die Position vertreten, dass Gott die Juden als sein Volk erwählt habe und daher Christen nicht berufen seien, Juden zum Glauben an Jesus zu bekehren.

Am Sonntag wird die EKD-Synode im Dom von Magdeburg mit einem Gottesdienst eröffnet, in dem die mitteldeutsche Bischöfin Ilse Junkermann die Predigt hält. Anschließend wird der EKD-Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm einen Bericht des Rates zu aktuellen Fragen abgeben. Ein wichtiges Thema wird das Festjahr zum 500. Reformationsjubiläum sein, das am Montag eröffnet worden war. Schwaetzer sagte, die Festrede von Bundespräsident Joachim Gauck in Berlin habe viele Ansatzpunkte für eine Diskussion über die künftige Rolle der Kirche in der Gesellschaft enthalten.

Landeskirchen sind selbstständig

Die Jahrestagung evangelischer Kirchenparlamente in Mageburg beginnt bereits am Donnerstag, wenn die Generalsynode der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) zusammenkommt. Neben den Lutheranern beraten ab Freitag auch die Delegierten der unierten Kirchen in der Vollkonferenz der Union Evangelischer Kirchen (UEK).

Die EKD ist die Gemeinschaft der 20 evangelischen Landeskirchen mit rund 22,3 Millionen Protestanten. Sie wurde 1945 als Zusammenschluss lutherischer, reformierter und unierter Landeskirchen ins Leben gerufen. Die einzelnen Landeskirchen sind selbstständig, die EKD koordiniert jedoch das einheitliche Handeln. Seit 2009 tagen, in der Regel einmal im Jahr, die EKD-Synode, die lutherische Generalsynode und die Vollkonferenz der unierten Kirchen zeitlich und personell verzahnt am gleichen Ort.

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