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Einwohnerzahlen in Ost und West driften seit 1949 auseinander

12. Juni 2019

Die Massenflucht aus der DDR ab 1949, keine Zuwanderung durch Gastarbeiter und die Abwanderung nach dem Ende der DDR als Folge von Perspektivlosigkeit - das sind laut einer Studie die Gründe für den Bevölkerungsschwund im Osten.

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Dresden (epd). Die Bevölkerungszahl in Ostdeutschland liegt heute so niedrig wie zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Das geht aus einer am Mittwoch veröffentlichten Studie der Dresdner Niederlassung des Münchner ifo Instituts für Wirtschaftsforschung hervor. Zugleich lebten heute so viele Menschen auf dem Gebiet der Bundesrepublik wie nie zuvor. Die Ungleichentwicklung in Ost und West setzte demnach mit der deutschen Teilung infolge des Zweiten Weltkriegs ein. Zuvor hätten sich die beiden Landesteile nahezu parallel entwickelt, erklärten die Forscher.

Die Einwohnerzahlen in Ost- und Westdeutschland drifteten nahezu ungebremst auseinander, sagte Studienautor Felix Rösel. Insbesondere die anhaltende Wucht der deutschen Teilung werde bis heute in der Öffentlichkeit völlig unterschätzt, erklärte der Forscher. Dies werde häufig übersehen und bedürfe besonderer politischer Berücksichtigung. Demnach hätten die zwei größten Städte in Sachsen, Dresden und Leipzig, heute doppelt so viele Einwohner und wären Millionenstädte, wenn sie genauso gewachsen wären wie der Westen.

Der ländliche Raum im Osten sei "ausgeblutet"

Die Studie benennt drei Hauptursachen für den Bevölkerungsschwund im Osten. Dazu zählen die Massenflucht ab 1949 bis zum Beginn des Mauerbaus 1961, die anders als im Westen nicht erfolgte Zuwanderung von Gastarbeitern in den 60er und 70er Jahren und die Abwanderung nach dem Ende der DDR als Folge von Arbeits- und Perspektivlosigkeit.

Insbesondere der ländliche Raum im Osten sei infolge der deutschen Teilung "regelrecht ausgeblutet", betonte Rösel. Es sei daher falsch, öffentliche Fördermittel vor allem an die Großstädte zu überweisen. "Wir brauchen genau das Gegenteil und müssen den sozialen Zusammenhalt sowohl in den Städten als auch in der Fläche fördern", erklärte der Forscher.

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