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Drei Freisprüche, eine Bewährungsstrafe wegen Kölner Archiv-Einsturz

12. Oktober 2018

Im Strafprozess um den Einsturz des Stadtarchivs in Köln sind erste Urteile gesprochen worden. Ein Angeklagter, der mit der örtlichen Überwachung an der U-Bahn-Baustelle betraut war, wurde wegen fahrlässiger Tötung verurteilt.

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Köln (epd). Im Strafprozess um den Einsturz des Kölner Stadtarchivs vor neuneinhalb Jahren sind am Freitag drei der vier Angeklagten freigesprochen worden. Das Landgericht Köln verurteilte einen Mann, der mit der örtlichen Bauüberwachung an der U-Bahn-Baustelle betraut war, wegen fahrlässiger Tötung zu einer Freiheitsstrafe von acht Monaten auf Bewährung, wie das Gericht mitteilte (AZ: 110 KLs 9/17). Den drei weiteren Angeklagten konnten demnach keine Fehler nachgewiesen werden, die ursächlich für den Einsturz waren. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Bei dem Einsturz des Gebäudes im März 2009 waren zwei Anwohner ums Leben gekommen, fast 40 weitere Menschen verloren ihre Wohnungen.

Die Kammer sah es nach 48 Hauptverhandlungstagen als erwiesen an, dass der Einsturz des Stadtarchivs eindeutig und zweifelsfrei auf einen gravierenden Fehler beim Bau der U-Bahn - in diesem Fall der Herstellung der Schlitzwand für das Gleiswechselbauwerk Waidmarkt - zurückzuführen sei. Der verurteilte Angeklagte hatte nach Ansicht der 10. Großen Strafkammer seine Überwachungspflichten nicht erfüllt.

Drei Freisprüche

Die ebenfalls angeklagte damalige Leiterin der Bauüberwachung wurde freigesprochen, weil zweifelhaft sei, ob sie über die Gegebenheiten auf der Baustelle informiert war. Auch die beiden damaligen örtlichen Bauleiter wurden freigesprochen. Zwar stellte die Kammer bei ihnen Pflichtverletzungen fest, unter anderem weil sie ihrer Dokumentationspflicht nicht vollständig nachgekommen seien. Allerdings konnte das Gericht im Ende Januar gestarteten Verfahren nicht feststellen, dass diese Versäumnisse zu dem Einsturz führten.

Am Kölner Landgericht läuft derzeit noch ein weiteres Strafverfahren im Zusammenhang mit dem Einsturz des Stadtarchivs. Angeklagt ist dort der damalige Oberbauleiter, den die Staatsanwaltschaft Köln später angeklagt hat. Zudem gibt es noch ein abgetrenntes Verfahren gegen zwei schwer erkrankte und verhandlungsunfähige Angeklagte. Ob sich der Gesundheitszustand dieser Angeklagten vor Ablauf der Verjährungsfrist im März 2019 derart verbessert, dass eine Hauptverhandlung gegen sie möglich ist, ist gegenwärtig ungewiss.

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