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Diese Woche neu im Kino

12. Juli 2018

Vier interessante neue Filme - ausgewählt von der Redaktion von epd Film.

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Der Film "Foxtrot" kommt in die Kinos Foto: epd-Bild

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Frankfurt a.M. (epd). "Foxtrot"

Ihr Sohn sei bei seinem Militärdienst umgekommen - diese schreckliche Nachricht erreicht eines Tages die israelische Familie Feldmann. Sie rührt an vergessene Traumata der Familie und bringt Verdrängtes ans Licht. Nach dem in Venedig mit dem Goldenen Löwen ausgezeichneten "Lebanon" (2009) ist "Foxtrot" der zweite Spielfilm des 1962 in Tel Aviv geborenen Maoz. Erneut adressiert er die Tabuthemen seines Heimatlandes: den Schuldkomplex der Holocaust-Überlebenden; die blinden Flecken in den Herkunfts- und Familiengeschichten; die Sprachlosigkeit über vergangenen Schrecken und die undenkbaren Analogien, die daraus für die Gegenwart folgen. "Foxtrot" ist eine meisterlich und präzise konzipierte Analyse der gesellschaftlichen Gegenwart Israels.

Regie und Buch: Samuel Maoz. Mit: Lior Ashkenazi, Sarah Adler, Yonatan Shiray, Gefen Barkai, Dekel Adin, Shaul Amir, Itay Exlroad. Länge: 113 Minuten. FSK: ab 12. (Israel/Deutschland/Frankreich 2018)

"Die Farbe des Horizonts"

Der isländische Regisseur Baltasar Kormakur schildert in "Die Farbe des Horizonts" ein wahres Ereignis. War ihm mit "Everest" noch ein stimmiger Blockbuster gelungen, so gleicht "Die Farbe des Horizonts" eher einem Groschenroman im Filmformat, wenn auch technisch ansprechend inszeniert. Es geht um die amerikanische Backpackerin Tami (Shailene Woodley), die in Tahiti dem schneidigen britischen Segler Richard (Sam Claflin) begegnet und mit ihm eine Beziehung eingeht. Bei der Überführung einer Segelyacht nach Kalifornien gerät das junge Paar auf hoher See in einen Hurrikan. Da Richard dabei schwer verletzt wird, muss die unerfahrene Seglerin Tami nun die Verantwortung übernehmen. Sturm und Schiffbruch werden zur Chiffre für Tamis Orientierungslosigkeit: Statt sich im Backpacker-Lifestyle "treiben zu lassen", muss sie nun "das Ruder übernehmen".

USA 2018. Regie: Baltasar Kormakur. Buch: Aaron & Jordan Kandell, David Branson Smith. Mit: Shailene Woodley, Sam Claflin, Grace Palmer, Jeffrey Thomas, Elizabeth Hawthorne, Tami Ashcraft. Länge: 105 Minuten . FSK: ab 12 (USA 2018)

"LOMO - The Language of many others"

Filterblasen und Echokammern sind wie viele andere Internet-Phänomene nur schwer auf die Leinwand zu bekommen. Julia Langhof hat sich für ihr Spielfilmdebüt experimentierend mit diesem Thema auseinandergesetzt und gemeinsam mit Kameramann Michal Grabowski eigenständige audiovisuelle Lösungen gefunden. In ihrem Film gerät der 17-jähriger Blogger Karl (Jonas Dassler) durch eine Kurzschlusshandlung immer tiefer in Probleme. Die "vielen Anderen", bezeichnen zum einen die Welt, wie sie im Internet sichtbar wird, etwa in fremden Familienvideos, die Karl mit Aufnahmen der eigenen Familie zusammenschneidet - es sind aber auch Karls Follower, deren Stimmen noch eine schicksalhafte Rolle zukommen wird.

Regie: Julia Langhof. Buch: Thomas Gerhold, Julia Langhof. Mit: Jonas Dassler, Lucie Hollmann, Eva Nürnberg, Karl Alexander Seidel, Marie-Lou Sellem. Länge: 101 Minuten. FSK: 12, ff. FBW: besonders wertvoll. (Deutschland 2017)

"Los Versos del Olvido - Im Labyrinth der Erinnerung"

Die Idee für seinen Debütfilm kam dem Iraner Alireza Khatami durch eine tragische Fußnote des Iran-Irak-Kriegs, bei dem der Sohn seines Nachbarn verschwand. Fünfzehn Jahre lang hofften die Eltern, dass er noch am Leben sei. Nun hat der Regisseur die Geschichte nach Südamerika verlegt, was erstaunlich gut funktioniert. "Los versos del olvido" - wörtlich: die Strophen der Erinnerung - erzählt von einer traurigen alten Frau, die seit vielen Jahren einen Friedhof besucht, weil dies der einzige Ort ist, wo sie um ihre vermisste, vermutlich ermordete Tochter trauern kann. Eines Tages arrangiert schließlich der Friedhofwärter das offizielle Begräbnis eines weiteren Opfers der Milizen: Die trauernde Mutter kann sich endlich von "ihrer" Tochter verabschieden. Ein melancholisch-meditativer Film voll skurrilem Witz.

Regie und Buch: Alireza Khatami. Mit: Juan Margallo, Tomás del Estal, Manuel Morón, Itziar Aizpuru, Julio Jung. Länge: 92 Minuten. (Frankreich/Deutschland/Niederlande/Chile 2017)

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