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Deutlich mehr Waffenscheine für Schreckschuss- und Signalwaffen

7. Dezember 2018

Immer mehr Bundesbürger haben offenbar das Bedürfnis, sich nötigenfalls auch mit einer Waffe wehren zu können: Die Zahl der Kleinen Waffenscheine ist seit 2014 bundesweit um mehr als das Doppelte auf etwa 600.000 gestiegen.

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Berlin (epd). Das ist das Ergebnis einer Umfrage des "RedaktionsNetzwerks Deutschland" (Freitag) bei den Innenministerien aller 16 Bundesländer.

Gab es 2014 noch 261.332 Kleine Waffenscheine, so waren es Ende Oktober 2018 bereits 599.940, heißt es in dem Bericht. Bundesweit entspricht dies einem Zuwachs von rund 130 Prozent. Ein Sprecher des Bundesinnenministeriums sagte, laut nationalem Waffenregister sei die Zahl der Kleinen Waffenscheine sogar etwas höher und betrage inzwischen 603.482. Der Anstieg betrifft alle Länder.

Scharfe Waffen sind nicht zugänglich

Wer einen Kleinen Waffenschein besitzt, darf Schreckschuss-, Reizstoff- und Signalwaffen bei sich haben, aber nur im Notfall damit schießen und die Waffen auch nicht zu öffentlichen Veranstaltungen mitnehmen. Voraussetzung für die Erteilung ist, dass der Bewerber oder die Bewerberin volljährig ist sowie persönlich geeignet und zuverlässig erscheint. Scharfe Waffen sind in Deutschland nicht ohne weiteres zugänglich.

In Nordrhein-Westfalen stieg die Zahl der Kleinen Waffenscheine zum Beispiel von rund 65.000 im Jahr 2014 auf rund 154.000 im Jahr 2018, in Niedersachsen von etwa 24.000 auf rund 59.000, in Berlin von knapp 9.000 auf annähernd 19.000.

Gewaltmonopol liegt beim Staat

Aus der Sicht des Bundesinnenministeriums nimmt die Sicherheit durch die Beantragung der Kleinen Waffenscheine insofern zu, als die Antragsteller über den Umgang mit den Schreckschusspistolen, Reizstoff- oder Signalwaffen informiert werden. Wie viele solcher Waffen ohne behördliche Erlaubnis im Umlauf sind, lasse sich nicht sagen, erklärte der Sprecher.

Der Vizevorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Jörg Radek, zeigte sich angesichts der neuen Zahlen alarmiert. "Wir müssen aufpassen, dass wir in Deutschland keine amerikanischen Verhältnisse bekommen", sagte er dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland". Die innenpolitische Sprecherin der Grünen- Bundestagsfraktion, Irene Mihalic, warnte vor einem Sicherheitsrisiko. "Mehr private Waffen schaffen nicht mehr Sicherheit - im Gegenteil", sagte die Politikerin. Das Gewaltmonopol liege beim Staat. Daran dürfe es keine Zweifel geben.

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