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Eine Demonstration und Kunstperformance erinnert an die Opfer der Schlammlawinen-Katastrophe (Archivbild) Foto: epd-Bild
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Dammbruch in Brasilien: Bergbaukonzern muss hohe Entschädigung zahlen

16. Juli 2019

Vor knapp einem halben Jahr führte ein Dammbruch in Brasilien zu einer Schlammlawine, die eine Minenarbeitersiedlung unter sich begrub. Der Bergbaukonzern Vale muss jedem Familienmitglied eines Opfers nun rund 166.000 Euro Entschädigung zahlen.

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Eine Demonstration und Kunstperformance erinnert an die Opfer der Schlammlawinen-Katastrophe (Archivbild) Foto: epd-Bild

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Berlin, São Paulo (epd). Ein halbes Jahr nach dem verheerenden Dammbruch im brasilianischen Brumadinho muss der Bergbaukonzern Vale hohe Entschädigungssummen an die Familien der Opfer zahlen. Nach monatelangen Verhandlungen einigten sich Vale und die brasilianische Justiz auf eine entsprechende Übereinkunft, wie die Staatsanwaltschaft in Betim im Bundesstaat Minas Gerais am Montagabend (Ortszeit) laut Nachrichtenportal "O Globo" mitteilte. Zudem steht den Angehörigen eine monatliche Pension bis zum 75. Lebensjahr zu.

Anfang Juli hatte ein Gericht das Unternehmen für das Unglück verantwortlich gemacht und den Konzern verurteilt, für alle Schäden aufzukommen. Eine Summe wurde damals nicht genannt. Nach der jetzt geschlossenen Übereinkunft muss Vale jedem Familienmitglied eines Opfers 700.000 Reais (rund 166.000 Euro) Entschädigung zahlen. Als Familienmitglieder gelten neben Ehepartnern und Kindern auch die Eltern des Opfers.

Die Staatsanwaltschaft gab die Summe von insgesamt rund 400 Millionen Euro aus den gesperrten Konten von Vale frei. Außerdem muss der Konzern als "kollektive Wiedergutmachung" etwa 90 Millionen Euro zahlen. Das Geld soll für die Beseitigung der Umweltschäden und zum Wiederaufbau verwendet werden.

Minenarbeitersiedlung unter Schlammmassen begraben

Nach dem Bruch eines 85 Meter hohen Damms eines Rückhaltebeckens war am 25. Januar 2019 eine Minenarbeitersiedlung von Brumadinho unter den Schlammmassen begraben worden. Dabei kamen 248 Menschen ums Leben, 22 gelten noch als vermisst. Rund 13 Millionen Quadratmeter Schlamm sollen sich auch in den Fluss Paraopeba ergossen haben.

Gegen mehrere führende Vale-Mitarbeiter und zwei Mitarbeiter des TÜV Süd in Brasilien wird weiter ermittelt. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen vor, von der Instabilität des Damms gewusst zu haben. Der TÜV Süd hatte noch im September 2018 in einem Gutachten die Stabilität des Damms attestiert. Aufgrund des Gutachtens war eine Betriebsgenehmigung für die Mine erteilt worden. Inzwischen wurden zahlreiche Mängel in dem Gutachten bekannt.

Das Bergbauunternehmen Vale war bereits im November 2015 in ein Unglück in dem Ort Mariana verwickelt, der ebenfalls in Minas Gerais liegt. Damals kamen 19 Menschen ums Leben.

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