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Geburtskirche in Bethlehem (Archivbild) Foto: epd-Bild
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Coronavirus trifft das Heilige Land

10. März 2020

In Israel lösen die Maßnahmen gegen den Coronavirus die schlimmste Tourismus-Krise der vergangenen Jahre aus. Auch die Geburtsstätte Jesu Christi in Bethlehem ist davon betroffen.

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Geburtskirche in Bethlehem (Archivbild) Foto: epd-Bild

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Jerusalem (epd). In Israel leidet vor allem die Tourismusbranche unter den Auswirkungen des Coronavirus. Wer in Israel einreist, muss zwei Wochen in Quarantäne. Touristen müssen nach Ankunft am Ben-Gurion-Flughafen ein Dokument vorweisen, in dem sie die Miete einer isolierten Unterkunft nachweisen können. Sonst werden sie nicht ins Land gelassen. Bisher hatte diese Vorschrift bloß für Touristen aus Ländern gegolten, die mit dem Coronavirus stark belastet sind. Dazu gehörten unter anderem Deutschland, Österreich und die Schweiz.

Die Corona-Krise trifft auch Bethlehem im Westjordanland. Die palästinensischen Behörden haben die Stadt abgeriegelt. Damit ist auch die Geburtskirche für Touristen in den nächsten 30 Tagen nicht erreichbar. Für Christen in Bethlehem gilt, dass sie sich nur in kleinen Gruppen von bis zu 15 Menschen zum Gebet versammeln sollen. Das katholische Lateinische Patriarchat von Jerusalem hat die Priester angewiesen, die Messe über soziale Medien zu verbreiten, damit die Gläubigen nicht in die Kirche gehen müssen.

Epidemie-Maßnahmen zu eigentlicher Hochzeit

Die Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus treffen die israelische und die palästinensische Tourismuswirtschaft kurz vor Ostern und dem jüdischen Passahfest brutal. Zu dieser Zeit hat die Branche sonst Hochkonjunktur mit einer sehr hohen Auslastung der Hotels. Jetzt stehen sie praktisch leer, und Dutzende von Hotels stehen vor dem Aus.

Amir Hayek, Präsident des Branchenverbandes, beziffert den erwarteten Schaden für den israelischen Fremdenverkehr auf 1,7 Milliarden Dollar im laufenden Jahr. Er rechnet mit "massiven" Entlassungen. Betroffen sind in Israel vor allem Jerusalem und Tel Aviv, wo die Auslastung in den vergangenen Wochen unter 40 Prozent fiel. Nach dem allgemeinen Einreiseverbot wird sie weiter fallen.

Deutlich weniger Flüge nach Tel Aviv

Viele Airlines haben ihre Flüge nach Tel Aviv drastisch reduziert oder gar eingestellt. Dazu gehören auch die Lufthansa-Gruppe, Air France, Alitalia, Iberia und Wizz Air. Die israelische Fluggesellschaft El Al will Destinationen in Europa, in den USA und in Afrika weiter bedienen, will das Angebot aber an der Nachfrage ausrichten, will heißen: stark reduzieren. Die Eröffnung der neuen Route nach Düsseldorf wird auf Sommer verschoben.

In Israel waren am Dienstag 50 Coronavirus-Infektionen bekannt, in den palästinensischen Gebieten waren es 25. Mehrere Zehntausend Israelis sind zur Isolation verpflichtet. In Bethlehem gilt die Ausgangssperre, Lehranstalten sind geschlossen, alle Hotelreservationen und Konferenzen wurden annulliert. Der Palästinenserpräsident Mahmud Abbas hat für die nächsten 30 Tage den Notstand ausgerufen.

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Leser-Kommentare öffnen

Andreas Kuntz, 10. März 2020, 18:36 Uhr


Die israelische Armee hat Übergänge für Palästinenser ganz geschlossen oder für den Zugang nach Bethlehem verboten (der Verkehr zu den israelischen Kolonien / Siedlungen läuft normal). Die palästinensische Regierung hat den Verkehr zwischen den Regierungsbezirken auf ein Minimum eingeschränkt, nach und von Bethlehem nahezu komplett.

Für Palästina gilt ein 30 Tage langer ziviler und medizinischer Notstand. Konferenzen und Versammlungen, auch privater Art sind verboten. Kirchen und Moscheen sollen nur kleine Gruppen zu Gottesdiensten und Gebet zulassen. Die Geburtskirche in Bethlehem wurde daraufhin sogar geschlossen, die Mönche aus den Klöstern halten die Prozessionen, Gebete und Gottesdienste ab.

Die Einreisebeschränkungen sind nicht unumstritten. Israelische Mediziner und Forscher haben darauf hingewiesen, dass der Fokus mehr auf die interne Ansteckungsgefahr und Versorgung Erkrankter gelegt werden muss als auf eine Gefahr von außen.

Wie schrieb schon letzte Woche ein Pfarrer aus Bethlehem auf Facebook: Eine wichtige Erkenntnis zum Corona Virus ist, dass wir alle mit drin stecken. Es macht keinen Unterschied ob jemand chinesisch, italienisch, palästinensisch, deutsch, israelisch oder amerikanisch ist. Die ganze Welt ist ein Dorf. Manche Länder sind vielleicht besser vorbereitet als andere, aber letztlich sind wir alle gleich. Mauern funktionieren nicht, Grenzen helfen nicht; nur eine enge Zusammenarbeit für eine gemeinsame Zukunft kann den Unterschied machen.

ellybe, 10. März 2020, 19:02 Uhr


Wenn Letzteres nur auch bestimmte Politiker (z.B. in China, Italien, Palästina, Israel, USA) auch so sehen und zum Wohle der Bürger dieser Welt so handhaben würden! Bzw.: Wenn solche Politiker, die keine Weltverantwortung kennen, nicht von Bürgern ihrer Länder gewählt und an die Macht gebracht würden (oder nicht gewählt werden müssten)!

Andreas Kuntz, 14. März 2020, 16:42 Uhr


Für alle, die Englisch lesen können - hier noch ein paar Stimmen von einheimischen Christen aus Nazareth (Israel) und Bethlehem (Palästina):

https://www.christianitytoday.com/news/2020/march/bethlehem-coronavirus-easter-tourism-israel-covid-19.html

Kurz gefasst: Den einheimischen Christen, ihren Unternehmen und ihren Institutionen droht eine wirtschaftliche Katastrophe.
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Matthäus53, 12. März 2020, 14:06 Uhr


Vielleicht muss die Krise auch in biblischer Dimension gesehen werden, weil der chinesische Staatspräsident Xi Jinping 2018 aus den In Kirchen aufgehängten ZEHN GEBOTEN das I.Gebot entfernen ließ um dort sinngemäß seinen eig. Namen einzusetzen. Dies war biblisch gesehen , nach Of.22,19 , eine unter Strafe stehende Handlung, woraus sich ja die Plagen 5 und 6 aus 2.Mose 9,1-12, ergeben könnten. Und diese schreckliche Erkenntnis, wie es auch schon bei Mt. 24 , besonders Vers. 7 für uns aufgeschrieben wurde, müssen wir trotz allen medizinischen Fortschritt hautnah und beängstigend zeitnah und sogar minutiös in so manchen life Stream miterleben, leider, leider!

Ulrich Keßler, 15. März 2020, 12:04 Uhr


"Ich lebe, und ihr sollt auch leben!" Das ist für mich als Jesus-Wort "Gottes Wort" auch in dieser Krise. Und das sollte unsere Widerstandskräfte in ihr stärken!
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Alwite, 14. März 2020, 19:31 Uhr



https://www.katholisch.de/aktuelles/themenseiten/die-kirche-waehrend-der-corona-krise

Obwohl uns allen nicht fremd ist, Gottes Willen nie außer acht zu lassen. Eine Katastrophe, die wie diese im Moment weltweit zu verzeichnen ist, führt natürlich auch immer Verschwörungstheorien mit sich. Wir sollten hier jedoch bemüht sein, uns in aller Sachlichkeit zum Thema zu verständigen.
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