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Bundesanwalt klagt Messerstecherin von Hannover wegen Terrorismus an

29. August 2016

Die Bundesanwaltschaft hat eine 16-jährige Deutsch-Marokkanerin aus Hannover wegen versuchten Mordes, gefährlicher Körperverletzung und Unterstützung einer ausländischen terroristischen Vereinigung beim Oberlandesgericht in Celle angeklagt.

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Hannover, Karlsruhe (epd). Die damals 15 Jahre alte Safia S. habe am 26. Februar im Auftrag der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) versucht, im hannoverschen Hauptbahnhof einen Bundespolizisten mit einem Messer zu töten, teilte die Generalbundesanwaltschaft am Montag in Karlsruhe mit. Außerdem wurde Klage gegen den 19-jährigen Deutsch-Syrer Mohamad Hassan K. erhoben. Er soll von den Plänen gewusst und sie den Behörden verschwiegen haben.

Der Bundesanwaltschaft zufolge hat sich Safia S. bereits im November 2015 die radikal-dschihadistische Ideologie zu eigen gemacht und beschlossen, sich dem IS in Syrien anzuschließen. Im Januar sei sie nach Istanbul gereist und habe Kontakt mit dem IS aufgenommen. Doch kurz vor ihrer Ausreise nach Syrien habe ihre Mutter sie zurück nach Deutschland geholt. Noch in Istanbul habe Safia S. von Mitgliedern der Terrormiliz den Auftrag bekommen, in Deutschland eine "Märtyrertat" zu begehen.

Bundespolizist lebensbedrohlich verletzt

Zurück in Hannover habe sie über einen Messengerdienst Kontakt zum IS gehalten und um Hilfe bei der Planung ihrer Tat gebeten, hieß es. Einem Mitglied habe sie auch ein selbst gefertigtes Bekennervideo geschickt und mit ihm die Tat vorbereitet.

Am Tag darauf sei Safia S. mit zwei Messern zum Hauptbahnhof gefahren und habe nach "einem aussichtsreich erscheinenden Opfer" gesucht, heißt es in der Anklageschrift. Dann habe sie zwei auf Streife gehende Bundespolizisten zu einer Personenkontrolle provoziert und einen der beiden Beamten gezielt mit einem Gemüsemesser oberhalb der Schutzweste am Hals lebensbedrohlich verletzt.

Nach Informationen von NDR, WDR und der "Süddeutschen Zeitung" hat sich Safia S. aus der Haft heraus bei dem verletzten Beamten mit einem Brief entschuldigt. Darin stehe, dass ihr die Tat leidtue und sie sich wünsche, das Geschehene ungeschehen machen zu können. Sie hoffe, dass er ihr die Tat eines Tages vergeben könne.

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