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BUND warnt vor «Waldsterben 2.0»

24. Juli 2019

Deutschland erlebt laut Experten ein zweites Waldsterben. Trockenheit, Hitze und Stürme setzten den Bäumen zu, Brände toben bereits im Februar. Der BUND warnt vor unabsehbaren Folgen.

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Waldsterben im Harz (Archivbild) Foto: epd-Bild

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Berlin (epd). Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) warnt angesichts der Erderwärmung vor einem "Waldsterben 2.0". In Deutschland seien die Wälder am stärksten von der Klimakrise betroffen, sagte der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger am Mittwoch in Berlin. In Folge der anhaltenden Trockenheit und Hitze der vergangenen Jahre spitze sich die Situation dramatisch zu. "Auch in den Wäldern tickt die Uhr", sagte Weiger.

Die Bäume seien durch den permanenten Eintrag von Luftschadstoffen und durch die Überdüngung aus der Luft geschwächt, der Waldboden sei ausgedorrt. "Waldbrände, Stürme und Massenvermehrungen von Borkenkäfer und Nonne lassen in der Folge ganze Waldbestände aus naturfernen Fichten- und Kiefernmonokulturen zusammenbrechen", sagte Weiger. Betroffen seien besonders die Nadelbaum-Monokulturen in Süddeutschland und Nordostdeutschland. Doch auch einige Buchenwälder seien durch den Klimastress so geschwächt, dass die Bäume ihr Laub frühzeitig abwerfen oder gar absterben.

"Wald muss vor Jagd gehen"

In einem zehn Punkte umfassenden Maßnahmenkatalog fordert der Umweltverband unter anderem einen beschleunigten und finanziell geförderten Waldumbau in naturnahe Laubmischwälder, eine ökologische Bewirtschaftung, mehr Forstpersonal sowie eine stärkere Bejagung von Reh- und Rotwild. "Wald muss vor Jagd gehen", sagte Weiger. Die hohen Rehwildbestände in den Wäldern gefährdeten die Wiederaufforstung, weil das Wild die Setzlinge und Triebe fresse. Zudem sollten mittelfristig fünf und langfristig zehn Prozent der Wälder in Deutschland zu Naturwäldern deklariert werden, die nicht bewirtschaftet sind. Derzeit liege der Anteil bei 2,6 Prozent.

"Wir befinden uns in einer Situation, wie wir sie nach dem erfolgreichen Kampf gegen das Waldsterben Anfang der 80er Jahre nicht für möglich gehalten hätten", sagte Weiger. Waldbrände in den Alpen im Februar und in Brandenburg im April habe es früher nicht gegeben. Dies seien alarmierende Zeichen: "Wir befinden uns im Wettlauf mit der Zeit. Wenn wir jetzt nicht die Ursachen bekämpfen, verlieren wir unsere heutigen Wälder" - mit unabsehbaren Folgen auch für die Trinkwasserversorgung von Millionen Menschen.

Klöckner fordert Programm zur Wiederaufforstung

Die Schäden für Gesellschaft sowie Waldbesitzer durch die Klimakrise seien heute schon enorm. Die Folgekosten durch ein weiteres Aussitzen der Klimakrise durch die Politik seien deutlich höher als die Kosten für längst überfällige Klimaschutzmaßnahmen. "Die Angst vor der AfD im Osten darf nicht zur Blockade der Politik in ganz Deutschland führen", warnte Weiger.

Auch Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) fordert ein großangelegtes Programm zur Wiederaufforstung in Deutschland. Gebraucht würden über eine halbe Milliarde Euro zur Wiederaufforstung, sagte Klöckner an die Adresse des SPD-geführten Finanzministeriums der in Düsseldorf erscheinenden "Rheinischen Post" (Donnerstag). Das Geld müsse aus dem Klimafonds bereitgestellt werden. "Bäume, die heute eingehen und die wir nicht nachpflanzen, fehlen morgen", warnte Klöckner. Ihrem Ministerium zufolge werden mehrere Millionen Bäume benötigt, um den Verlust von insgesamt 110.000 Hektar Wald auszugleichen.

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Leser-Kommentare öffnen

Schallblech, 24. Juli 2019, 16:06 Uhr


Wir sind für eine Woche durch Süddeutschland gereist, sind auf verschiedenen Wegen, meistens nicht Autobahn, dorthin und wieder zurückgekommen. Wir waren entsetzt über den Zustand der Wälder! Überall, in Westfalen, Hessen, Bayern (hier noch am wenigsten) und Baden Württemberg, tote Bäume, braun bis in die Wipfel. Manchmal vereinzelt, manchmal ganze Gruppen. Die Bäume müssen unbedingt raus, weil sich die Borkenkäfer darin explosionsartig vermehren. Wenn die Fichten und Kiefern kaputt sind, wenden sie sich auch anderen Bäumen zu wie Lärchen und schließlich auch Buchen , die eigentlich widerstandsfähiger sind. Die Trockenheit hat aber zu verminderter Harzproduktion geführt, was das Eindringen der Schädlinge einfacher macht.
Vom Besitzer unseres "Hauswaldes", der in einem schrecklichen Zustand ist, wissen wir, daß es kaum möglich ist, Waldarbeiter und Langholz-LKWs zu bekommen, die die kranken und toten Bäume aus dem Wald holen. Im Staatsforst werden großen Stapel in spezielle Folien eingeschweißt, um die Käfer an der Ausbreitung zu hindern -auch nur ein Aufschub. Die Katastrophe droht nicht mehr, sie ist schon da! Das Waldsterben durch den sauren Regen in den 80ern war dagegen fast harmlos, denn da konnte man etwas tun durch Kalken und den Einbau von Filteranlagen in Industrieschornsteine.
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Matthäus53, 24. Juli 2019, 17:44 Uhr


In den 70er Jahren gab es die Ölkrise und es gab Autofreie Sonntage, wegen dem 1.Irakkrieg n.u.“Gas Kanzler Herrn G.Schröder“ und wegen Sturmwarnungen wurde schon KARNEVAL abgesagt. 1986 als Tschernobyl explodierte wurde Gras untergepflügt und Milchpulver mußte in Eisenbahn Wagen gelagert werden. Wegen zu hohen Ozon -Werten wurde schon der Verkehr eingeschränkt. Der Dieselumwelt-Skandal ist gerade fast aus den Schlagzeilen gerückt , ohne daß sich umweltmessbar etwas änderte. Derzeit protestieren Schüler Freitags für mehr und früheren Klimaschutz und gleichzeitig wird Europa von Flüchtlingen und einer Hitzewelle überrollt die sich auch die Klimagegner nicht mehr entziehen können. Rückblickend wäre es auch im Zeichen dieser Hitzekatastrophe angemessen , für die Sonntage im August , wieder ALLE Bürger in die Sonntags Gottesienste einzuladen, wegen der dortigen angemessenen Kühle und um alle Sonntage als Auto,-und Flugzeug frei zu propagieren! Beim spazieren a.d.Autobahn kann dann ein Jeder über das 24. Mt Ev. und welche Zeit wohl angebrochen scheint, nachsinnen !
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