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Börsenverein: Eifrigste Buchkäufer im Rhein-Main-Gebiet

10. August 2018

Die eifrigsten Buchkäufer Deutschlands leben nach wie vor im Rhein-Main-Gebiet. "Überall dort, wo die Menschen über viel Geld verfügen, kulturaffin sind und meist auch über einen hohen Bildungsgrad verfügen, geben sie auch viel für Bücher aus", sagte Alexander Vieß vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels dem epd.

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Frankfurt a.M. (epd). "Das sieht man zum Beispiel am Rhein-Main-Gebiet - besonders Bad Soden im Taunus sticht hier heraus." Die Bürger von Bad Soden geben nach Angaben des Börsenvereins im Durchschnitt 162 Euro pro Kopf im Jahr für Bücher aus (Vorjahr: 158 Euro) und stehen damit an Deutschlands Spitze. Die Einwohner des rheinland-pfälzischen Ingelheim folgen ihnen dicht mit 161 Euro pro Kopf im Jahr für Bücher (Vorjahr: 163 Euro) auf Platz zwei. Platz drei belegen die Bürger von Starnberg bei München mit 157 Euro pro Kopf im Jahr.

Am anderen Ende der Hitliste gibt es keine Veränderung gegenüber dem Vorjahr: Die Bürger von Eisleben und Zeitz in Sachsen-Anhalt geben am wenigsten für Bücher aus. Sie investieren durchschnittlich 81 beziehungsweise 82 Euro pro Kopf im Jahr in Bücher (Vorjahr: beide 81 Euro). Die Daten stammen aus einer Kaufkraftstudie des Marktforschungsunternehmens Nexiga vom vergangenen Februar. Der Börsenverein veröffentlichte sie Anfang August in der neuen Ausgabe von "Buch und Buchhandel in Zahlen", einem Kompendium mit wichtigen Daten und Entwicklungen am deutschen Buchmarkt.

Unterschiede zwischen Frauen und Männern und zwischen Ost und West

Deutschlandweit zeigt sich bei den Buchkäufen ein Gefälle ähnlich der Verteilung der Kaufkraft insgesamt. "Die Buchkaufkraft korreliert mit der allgemeinen Kaufkraft und bestimmten Konsumententypen", erklärte Vieß. Am meisten Geld für Bücher wird demnach in den Ballungsräumen ausgegeben, neben Frankfurt und München auch in Hamburg, Stuttgart und Düsseldorf. Außerdem gibt es weiterhin ein Ost-West-Gefälle: Die Bürger in den östlichen Bundesländern geben weniger Geld für Bücher aus. Hier ragt im Wesentlichen der Speckgürtel um Berlin mit Potsdam über den Bundesdurchschnitt hinaus.

Nicht nur die Regionen, auch die Geschlechter machen beim Buchkauf einen großen Unterschied. 66 Prozent der Frauen haben nach einer Allensbacher Marktanalyse im vergangenen Jahr Bücher gekauft, bei den Männern waren es 51 Prozent. Bei der Leselust ist der Geschlechterunterschied noch größer: 40 Prozent der Frauen greifen täglich oder mehrmals in der Woche nach einem Buch, aber nur 24 Prozent der Männer.

Altersgruppe 20 bis 49 Jahre

Auch die Schulbildung macht einen ähnlich großen Unterschied: 41 Prozent der Bürger mit Hauptschule haben 2017 Bücher gekauft gegenüber 78 Prozent mit Abitur. Mehrmals in der Woche lesen von den Bürgern mit Hauptschulabschluss 22 Prozent, bei den Bürgern mit Abitur waren es 49 Prozent. Dagegen spielt die Höhe des Einkommens eine wesentlich geringere Rolle für die Leseneigung. Während Bürger mit einem monatlichen Haushaltsnettoeinkommen von weniger als 1.000 Euro zu 32 Prozent mehrmals in der Woche lesen, sind dies 36 Prozent bei denjenigen mit einem Einkommen über 3.000 Euro.

Insgesamt nimmt die Zahl der Käufer von gedruckten Büchern stetig ab. Zwischen 2013 und 2017 hat der Buchmarkt nach Angaben des Börsenvereins 6,4 Millionen Käufer verloren, besonders in der Altersgruppe 20 bis 49 Jahre. Diese würden stattdessen mehr Zeit am Computer oder Smartphone verbringen, hieß es.

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