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Der katholische Bischof von Osnabrück, Franz-Josef Bode (Archivbild). Foto: epd-Bild
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Bode drängt Kirche zum Nachdenken über Segnung homosexueller Paare

15. Mai 2019

Der Osnabrücker Bischof Franz-Josef Bode hat sich dafür ausgesprochen, dass die katholische Kirche über die Segnung homosexueller Paare ernsthaft nachdenkt.

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Der katholische Bischof von Osnabrück, Franz-Josef Bode (Archivbild). Foto: epd-Bild

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Osnabrück (epd). "Wir müssen zu einer Weiterentwicklung der Sexualmoral kommen", sagte Bode am Mittwoch dem Evangelischen Pressedienst (epd). Sie müsse die heutigen Lebenswirklichkeiten von gleichgeschlechtlichen Gemeinschaften und unterschiedlichen Beziehungsformen berücksichtigten. "Wir dürfen nicht nur auf die sakramentale Ehe schauen." Bode leitet eine Arbeitsgruppe der Deutschen Bischofskonferenz, die sich mit einer Weiterentwicklung der Sexualmoral auseinandersetzt.

Eine Ehe für alle könne es in der katholischen Kirche allerdings nicht geben, betonte Bode. Dieser vom Staat verwendete Begriff sei schwierig, "weil wir die Beziehung zwischen gleichgeschlechtlichen Partnern nicht Ehe nennen", sagte der Bischof. Die Ehe sei für die katholische Kirche die sakramentale Beziehung zwischen Mann und Frau. "Auch eine etwaige Segnung würden wir nicht mit der Trauung gleichsetzen."

Sieben Sakramente

In der katholischen Kirche sind die sieben Sakramente besondere heilige Zeichen oder zeichenhafte Handlungen, in denen Gott den Menschen begegnet. Neben der Ehe gehören dazu unter anderem die Eucharistie, die Taufe und die Weihe von Priestern oder Bischöfen.

Bode sagte, die katholische Kirche sollte Menschen, die sich verantwortungs- und bindungsbereit auf eine gleichgeschlechtliche Beziehung einlassen, pastoral-theologisch begleiten können. Das gelte ebenso für Beziehungen, die sich aus scheiternden oder wechselnden Lebensbeziehungen ergäben. Die katholische Kirche müsse klären, "wie sie mit diesen Veränderungen, die es nun einmal gibt, umgeht".

Die Arbeitsgruppe Sexualmoral wird laut Bode bis September eine Diskussionsgrundlage auf den Tisch legen. Mit einem erweiterten Kreis von Bischöfen und mit Vertretern aus dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken werde dann ein konkreter Vorschlag erarbeitet, der in den sogenannten synodalen Prozess eingehen solle. Während ihrer Frühjahrsvollversammlung in Lingen hatte die Bischofskonferenz beschlossen, die Fragen zur Rolle der Frau, zum Machtmissbrauch und zur Sexualmoral gemeinsam mit Laien und Experten zu erörtern. Dieser synodale Prozess ist auf zwei Jahre angelegt.

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Leser-Kommentare öffnen

ellybe, 15. Mai 2019, 19:30 Uhr


Endlich einmal klare Worte zum Begriff der Ehe aus biblischer Sicht, dem die evangelischen Kirchen, abgesehen vom sakramentalen Verständnis, eigentlich nur zustimmen können.
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Schallblech, 16. Mai 2019, 9:07 Uhr


In der Evangelischen Kirche gibt es einen Unterschied zwischen "Trauung" und "Gottesdienst anläßlich einer Eheschließung". Das wäre vielleicht auch für die Katholen ein gangbarer Weg.

Die Unterschiede zwischen beiden sind wohl geringfügig. Es geht um wenige Formulierung, die theologisch bedeutsam sind (fragt mich nicht...)Die Landessynode ist schon länger im Beratungsprozeß, ob der "Gottesdienst anläßlich Eheschließung" für gleichgeschlechtliche Paare in Frage kommt. Durchgeführt wird er bisher schon, wenn ein Ehepartner keiner christlichen Kirche angehört.
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Ulrich Keßler, 16. Mai 2019, 9:46 Uhr


Es würde mich sehr interessieren, mit welchen biblischen Grundaussagen in der Evangelischen Kirche die Ehe für alle und die Kirchliche Trauung für alle, also auch für gleichgeschlechtliche Paare, begründet werden könnte und das bisherige Ehe- bzw. Trauverständnis ad acta gelegt werden müsste!? Auf welche Textstellen könnte man sich dabei berufen und welche würden ihre Geltung verlieren? Welche Verbindlichkeit hat in diesem Zusammenhang heute noch Gottes Wort (zum Beispiel: "Gott schuf" und "Gott sprach") im Vergleich zu den "heutigen Lebenswirklichkeiten"? Was hat für einen Christen Priorität: Etwas, das in der Bibel expressis verbis als Wort "Gottes" steht und worauf sich auch Jesus Christus beruft, oder etwas, worauf sich Menschen jeweils als ihre Lebenswirklichkeit berufen? Steht, so gesehen, vielleicht Menschen-Wort über Gottes-Wort?
Oder ist sogar auch Gottes-Wort als Menschen-Wort zu betrachten? Was - oder wer - qualifiziert es dann für uns zu "Gottes" Wort?
Was denken und meinen die Theologen in der Redaktion dazu?

Matthäus53, 17. Mai 2019, 0:05 Uhr


Auch der Prophet David hatte mehrere Frauen wobei er sich eine sogar durch eine Intrige erschlichen hat.
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