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Ein Kämpfer einer libyschen Miliz in Sirte, im Stadtteil Zafran, im Kampf gegen den IS
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BKA-Präsident warnt vor «virtuellem Kalifat»

10. August 2018

Der Präsident des Bundeskriminalamtes (BKA), Holger Münch, hält trotz der militärischen Erfolge gegen die Terrororganisation "Islamischer Staat" (IS) die Terrorgefahr in Deutschland für unverändert hoch.

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Ein Kämpfer einer libyschen Miliz in Sirte, im Stadtteil Zafran, im Kampf gegen den IS

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Mainz, Wiesbaden (epd). Die Zahl radikalisierter Personen steige sogar weiter, sagte er am Donnerstagabend in Mainz. Die Zahl der sogenannten Gefährder bezifferten die Sicherheitsbehörden auf aktuell rund 770. Derzeit liefen bereits in 1.068 Fällen Ermittlungsverfahren wegen geplanter schwerer Straftaten mit islamistischem Hintergrund. "Das sind natürlich schon enorme Zahlen", sagte der BKA-Chef.

Seit der IS die Kontrolle über die von ihm beherrschten Teile Syriens und des Irak fast vollständig verloren habe, habe sich die Taktik der Terrororganisation stark verändert. So gebe es nur noch wenige der früher in großer Menge produzierten Propagandamaterialien. Absprachen zwischen Mitgliedern fänden nunmehr im Verborgenen in geschützten Internet-Chaträumen statt. Münch sprach vom Aufbau eines "virtuellen Kalifats". Aufwendig vorbereitete Terrorangriffe in Deutschland wie die im November 2015 in Paris hält das BKA derzeit für eher unwahrscheinlich. Die Polizei versuche stattdessen vor allem, mögliche Einzeltäter zu identifizieren und zu stoppen.

Keine ausgeprägte Rückreisewelle

Die Behörden ermitteln nach Angaben des BKA-Präsidenten auch mit Hochdruck, was mit den mehreren Hundert, aus Deutschland in die Kampfgebiete in Syrien und im Irak ausgereisten "Gefährdern" geschehen sei. Bislang gebe es keine ausgeprägte Rückreisewelle. Auch Vermutungen, die in den Dschihad ausgereisten Extremisten könnten nach Libyen weitergereist sein, hätten sich bislang nicht bestätigt.

Ein zusätzliches Problem sieht Münch darin, dass bereits verurteilte IS-Unterstützer in wenigen Jahren aus den Gefängnissen freikommen und die deutschen Behörden vor neue Herausforderungen stellen könnten. Die meisten dieser Menschen seien deutsche Staatsbürger. "Das Gefährderproblem lösen wir nicht durch Abschiebungen", sagte Münch.

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