hg
Bild vergrößern
Arbeit in der Briefmarkenstelle der v. Bodelschwingschen Stiftungen Bethel. Hier werden Briefmarken abgelöst, sortiert und an Liebhaber verkauft. Foto: epd-Bild
Buchtipp

Konrad Raiser
500 Jahre Reformation weltweit
Studienreihe Luther 7

zur Detailseite

Anzeige

Bethel präsentiert positive Jahresbilanz 2015

31. August 2016

Auch wenn Bethel schwarze Zahlen schreibt: Das große diakonische Unternehmen sorgt sich um sinkende Förderungen. Ohne Spenden könnten viele Angebote nicht aufrecht erhalten werden. Bethel feiert 2017 sein 150. Jubiläum.

Bild vergrößern
Arbeit in der Briefmarkenstelle der v. Bodelschwingschen Stiftungen Bethel. Hier werden Briefmarken abgelöst, sortiert und an Liebhaber verkauft. Foto: epd-Bild

Anzeige

Bielefeld (epd). Die v. Bodelschwinghschen Stiftungen in Bethel haben 2015 ein positives Jahresergebnis von knapp sieben Millionen Euro erzielt. Die finanziellen Spielräume würden dennoch kleiner, sagte Bethel-Chef Ulrich Pohl am Mittwoch auf der Jahrespressekonferenz in Bielefeld. Ohne die Unterstützung seiner Spender könne das große Diakonie-Unternehmen angesichts zurückgehender öffentlicher Mittel vieles nicht mehr leisten. Im kommenden Jahr wird Bethel 150 Jahre alt. Das Jubiläum soll mit einer Reihe von Veranstaltungen gefeiert werden.

Pohl äußerte sich besorgt über sinkende öffentliche Förderungen. Durch Umbrüche in der Altenpflege und durch das Bundesteilhabegesetz seien zugleich mehr Investitionen nötig. Auch die Steigerung der Personalkosten, die in dem diakonischen Unternehmen fast 70 Prozent der Ausgaben ausmachten, würden nur zum Teil von den Landschaftsverbänden refinanziert, ergänzte Finanzvorstand Rainer Norden. Die Personalkosten liegen bei rund 55 Millionen Euro im Monat. Es gebe im Sozial- und Krankenhausbereich "eine krasse Unterfinanzierung der öffentlichen Hand".

Das Jahresergebnis von 6,95 Millionen Euro liegt nach Angaben Nordens leicht über dem Vorjahresgewinn von 6,9 Millionen Euro. Das Geld werde vollständig in die diakonische Arbeit reinvestiert. Die Gesamterträge stiegen gegenüber dem Vorjahr leicht auf 1,1 Milliarden Euro, ein Plus von gut vier Prozent. Die größten Umsatzsteigerungen entfielen auf die Behindertenhilfe, die Jugendhilfe, die Psychiatrie und den Bereich Akutkrankenhaus. Leicht gewachsen ist auch die Zahl der Mitarbeiter um rund 460 auf knapp 18.000.

Neubau des Kinderzentrums geplant

Die Investitionen stiegen im vergangenen Jahr auf 72,4 Millionen Euro (Vorjahr: 70 Millionen Euro). Als Gründe wurden neue Wohnangebote in allen Regionen sowie die Weiterentwicklung der Akutkrankenhäuser und Werkstätten für behinderte Menschen genannt. Für das laufende Jahr wird mit rund 90 Millionen Euro kalkuliert.

Auch das Evangelische Krankenhaus Bielefeld schrieb mit einem Betriebsergebnis von 1,2 Millionen Euro erneut schwarze Zahlen. Die Zahl der Patienten habe sich im Vergleich zum Vorjahr um gut zwei Prozent auf knapp 163.000 erhöht, erklärte Finanzvorstand Norden. Auch bei dem Krankenhaus seien viele Investitionen nur durch Spenden möglich.

Ein großes Projekt der nächsten Jahre ist der Neubau des Kinderzentrums Bethel, das eines der größten Krankenhäuser Deutschlands werden soll. Die Kosten sind mit rund 60 Millionen Euro veranschlagt, die Klinik soll im Sommer 2022 eingeweiht werden. Der Baustart am bisherigen Standort ist für den Herbst 2019 geplant. Entstehen soll ein familiengerechtes Kinderkrankenhaus, in dem die gesamte Behandlung unter einem Dach gebündelt wird. Geplant ist auch die Erweiterung um eine Kinder- und Jugendpsychiatrie.

270 Standorte in acht Bundesländern

Inzwischen werde rund die Hälfte der von Bethel betreuten Menschen ambulant versorgt, hieß es. Bethel habe in den vergangenen 20 Jahren rund 1.700 stationäre Plätze abgebaut und überwiegend in verschiedene Regionen in Nordrhein-Westfalen verlagert. Ein Abbau von weiteren 450 Plätzen ist bis 2030 geplant. Inzwischen ist Bethel an etwa 270 Standorten in acht Bundesländern vertreten.

Das 150. Jubiläum des Diakonie-Unternehmens im kommenden Jahr wird mit Festveranstaltungen, Fernsehgottesdiensten und einer Foto-Ausstellung gefeiert. Im Jahr 1867 hatte die Arbeit in Bielefeld mit der Fürsorge für epilepsiekranke Jugendliche begonnen. Die Innere Mission, die Vorgängerin des Diakonischen Werks, hatte diese erste Einrichtung mit der Unterstützung von Kaufleuten in einem ehemaligen Bauernhaus aufgebaut. Maßgeblich geprägt wurde die Einrichtung von Friedrich von Bodelschwingh (1831-1910), der 1872 die Leitung übernahm.

Heute gehören die v. Bodelschwinghschen Stiftungen zu den größten diakonischen Unternehmen Europas. Die Arbeitsfelder reichen von Epilepsie, Psychiatrie, Jugendhilfe, Behindertenhilfe, Wohnungslosenhilfe und Altenhilfe bis zu Krankenhäusern. Rund 230.000 Menschen wurden von dem diakonischen Unternehmen nach Angaben des Vorstands im vergangenen Jahr behandelt, betreut oder ausgebildet. Vorstandsvorsitzender ist seit 2008 der Theologe Ulrich Pohl.

0

Leser-Kommentare öffnen

Bitte melden Sie sich erst an, um einen Kommentar zu verfassen
zum Login
Buchtipp
Buchtipp

Konrad Raiser
500 Jahre Reformation weltweit
Studienreihe Luther 7

zur Detailseite
Buchtipp

Konrad Raiser
500 Jahre Reformation weltweit
Studienreihe Luther 7

zur Detailseite
Per E-Mail empfehlen