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Berlin baut Seelsorge für muslimische Gefangene aus

29. Dezember 2017

Das Land Berlin baut die religiöse Betreuung für Gefangene muslimischen Glaubens weiter aus.

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Berliner Justizsenator Dirk Behrendt Foto: epd-Bild

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Berlin (epd). Wie Justizsenator Dirk Behrendt (Grüne) dem Evangelischen Pressedienst (epd) sagte, sollen ab dem ersten Quartal 2018 erstmals auch sogenannte Imam-Sprechstunden von entsprechend geschulten Personen in den Haftanstalten angeboten werden. Bisher beschränkten sich die Angebote in den Gefängnissen auf Freitagsgebete beziehungsweise alevitische Cems und die Begehung hoher muslimischer Feiertage. Nach Schätzungen sind etwa 20 Prozent der aktuell rund 4.100 Gefangenen in Berlin muslimischen Glaubens.

"Bundesweit eine Vorreiterrolle"

Damit seien die Angebote für Schiiten, Sunniten und Aleviten zwar noch immer nicht auf dem Stand der über Jahrzehnte gewachsenen evangelischen und katholischen Gefängnisseelsorge. "Allerdings nimmt Berlin mit dieser Breite an Angeboten bundesweit eine Vorreiterrolle ein", sagte Behrendt. "Ein festes Datum für den Start der Imam-Sprechstunden gibt es noch nicht, aber im ersten Quartal wird es losgehen", versicherte der Berliner Justizsenator. Nach seinen Worten wurden dafür die bereits in den Justizvollzugsanstalten eingesetzten elf Personen sicherheitsüberprüft und ausgebildet.

Ein erster Anlauf noch unter Behrendts Vorgänger Thomas Heilmann (CDU) war ins Stocken geraten, weil die Sicherheitsüberprüfung erst nach der Schulung stattgefunden hatte. Im Ergebnis waren eine ganze Reihe möglicher Ansprechpartner in den Haftanstalten von den Sicherheitsdiensten als kritisch bewertet worden. "Das war die falsche Schrittfolge, das haben wir jetzt neu aufgestellt", sagte Behrendt dem epd.

Als schwierig erweise sich, dass es für Muslime keinen einheitlichen Ansprechpartner so wie bei den christlichen Kirche gebe, sondern verschiedene Verbände: "Da gibt es eine große Vielfalt von Gruppen und Dachverbänden, das macht es ein bisschen komplizierter." Vorbereitet und begleitet werden die Angebote von einem etwa drei Mal jährlichen tagenden Beirat, in dem Vertreter des Senats, der religiösen Gruppen und aus der Wissenschaft vertreten sind.

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Leser-Kommentare öffnen

Alwite, 29. Dezember 2017, 10:28 Uhr


Diese Betreuung stelle ich mir ganz besonders schwierig vor. Erfordert sie doch nicht nur politisch äusserste Wachsamkeit behördlicher seits, sondern auch mantale Kenntniss, die sich mir anzueignen, in christlich gewachsenen Werten fast unmöglich ausnimmt. Betraut man die Betreuung mit einem Muslimen, ist dies widerum nicht ohne Überwachung möglich etc...
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