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Bedford-Strohm kritisiert Rüstungsexporte

28. Dezember 2018

"Am Reden vom Frieden fehlt es nicht. Am Handeln manchmal schon", sagt der oberste Repräsentant der deutschen Protestanten in seiner Botschaft zum Jahreswechsel.

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Frankfurt a.M. (epd). Spitzenvertreter der evangelischen Kirche haben einen stärkeren Einsatz für Frieden gefordert. In seiner am Freitag verbreiteten Botschaft zum Jahreswechsel kritisierte der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, die deutsche Rüstungsexport-Politik. "Am Reden vom Frieden fehlt es nicht. Am Handeln manchmal schon", sagte der bayerische Landesbischof.

Der hannoversche Landesbischof Ralf Meister sagte dem Evangelischen Pressedienst (epd): "Wachsende Auseinandersetzungen, darunter auch kriegerische wie zwischen Russland und der Ukraine, fordern uns permanent heraus. Und wir müssen uns fragen, was in den vergangenen Jahrzehnten an Friedensinitiativen eigentlich gelungen ist."

"Unsere Kriege"

Deutschland sei immer noch unter den Top fünf bei der Waffenproduktion. Im vergangenen Jahr seien Rüstungsexporte an 52 Staaten genehmigt worden, in denen teilweise die Menschenrechtslage sehr bedenklich sei, sagte Meister und fügte hinzu: "Die Kriege in aller Welt sind auch unsere Kriege, denn wir exportieren unsere Waffen dorthin."

Bedford-Strohm sagte: "Frieden kann nur entstehen, wo die Spirale der Gewalt durchbrochen wird." Die Anwendung von militärischer Gewalt sei immer eine Niederlage, sagte der Theologe und ergänzte: "Gleichzeitig ringen wir mit der Frage, ob es Fälle gibt, in denen die Anwendung von Gewalt das kleinere Übel ist."

Leidenschaft und Besonnenheit

Bedford-Strohm nahm in seiner Botschaft wie andere Geistliche auch Bezug zur Jahreslosung 2019 aus dem Psalm 34: "Suche Frieden und jage ihm nach." Dies sei für ihn eine vielversprechende Aussicht auf das neue Jahr. Um für einen gerechten Frieden einzutreten, brauche es Leidenschaft, aber auch "die Besonnenheit, damit die Leidenschaft nicht in den Fanatismus abgleitet".

Der EKD-Friedensbeauftragte Renke Brahms sagte dem epd: "Eine der ganz großen Gefahren für den Frieden in der Welt ist die zunehmende Aufkündigung multilateraler Abkommen." Als Beispiel führte Brahms an, dass die USA demnächst den 1987 geschlossenen INF-Vertrag zu atomaren Mittelstreckenraketen mit Russland aufgeben wollen.

Der württembergische Landesbischof Frank Otfried July schrieb in seinem Wort zum bevorstehenden Jahreswechsel und zum neuen Jahr, Frieden brauche die Hingabe aller, die ihn sich wünschen: "von engagierten Politikerinnen und Politikern. Von mutigen Journalistinnen und Journalisten, die ihre ethischen Grundsätze angesichts einzelner greller Gegenstimmen nicht aufgeben". Das gelte es zu bedenken beispielsweise bei der anstehenden Europawahl, bei Friedensbildung und bei der Debatte um Rüstungsexporte.

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