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Bau für Museum der Moderne in Berlin gestartet

3. Dezember 2019

Über das geplante "Museum der Moderne" in Berlin wird heiß debattiert. Für Kritiker ist es eine "teure Scheune". Bei Verfechtern gilt der Museumsneubau als visionär. Nun ist der erste Spatenstich vollzogen und der Bau beginnt.

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Berlin (epd). In Berlin hat der Baustart für das künftige Museum der Moderne begonnen. Der symbolisch erste Spatenstich für das Museum für die Kunst des 20. Jahrhunderts fand am Dienstag in Anwesenheit von Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU), Berlins Regierendem Bürgermeister Michael Müller (SPD) und dem Präsidenten der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Hermann Parzinger, statt.

Der Museumsneubau nach dem Entwurf der Elbphilharmonie-Architekten Herzog & de Meuron soll auf dem Gelände des Berliner Kulturforums nahe der St. Matthäus-Kirche entstehen. Die Fertigstellung ist für das Jahr 2026 geplant. Auf rund 9.000 Quadratmetern soll im Zentrum Berlins neben alten Meistern wie Rembrandt oder Dürer deutsche und internationale Kunst des 20. Jahrhundert präsentiert werden. Darunter sind Werke von Joseph Beuys, Pablo Picasso und Andy Warhol. Auch der Maler Gerhard Richter hat angekündigt, mehrere Werke zur Verfügung zu stellen. Der 1932 in Dresden geborene Gerhard Richter gilt als einer der wichtigsten zeitgenössischen Künstler.

Gesamtkosten liegen bei 450,2 Millionen Euro

Erst Mitte November hatte der Deutsche Bundestag den Planungen für das Museum zugestimmt. Der Haushaltsausschuss gab dafür Bundesmittel in Höhe von 364,2 Millionen Euro frei. Die Gesamtkosten werden mit 450,2 Millionen Euro veranschlagt. Unter anderem wegen der hohen Baukosten ist der Museumsneubau bei Kritikern umstritten. Ursprünglich waren rund 200 Millionen Euro kalkuliert.

Kulturstaatsministerin Grütters betonte unterdessen: "Deutschland braucht das Museum für die Kunst des 20. Jahrhunderts". Es werde "die prägenden Erfahrungen des vergangenen Jahrhunderts im Spiegel der Kunst sichtbar" machen - dazu gehörten Abgründe und Sternstunden. Berlin sei immer ein "Referenzraum für Debatten" gewesen, weshalb der Museumsneubau gerade in dieser Stadt richtig sei.

Berlins Regierender Bürgermeister Müller nannte das geplante neue Museum "ein großes Geschenk für die Kulturmetropole". Das vieldiskutierte Vorhaben werde Berlin bereichern. "Städtebaulich ist das Museum der Moderne ein großer Schritt zur Weiterentwicklung des Kulturforums, das sich damit auf neue Weise definieren wird", so Müller.

Der Entwurf für den Neubau ist umstritten

Stiftungspräsident Parzinger sagte, mit dem Berliner Museum der Moderne werde zu der internationalen Spitze aufgeschlossen. Wie das Museum of Modern Art (MoMA) in New York oder das Tate Modern in London werde es ein gesellschaftlicher Begegnungsort sein. Der Direktor der Nationalgalerie, Udo Kittelmann, betonte, dass sich das Museumspublikum wandle und heute "ein hohes Maß an ethischen und moralischen Wertvorstellungen" erwarte. "Die Haltung, die von diesem Haus ausgeht, muss beispielhaft für unsere Gesellschaft sein", sagte Kittelmann.

Das Museum entsteht zwischen der Neuen Nationalgalerie von Mies van der Rohe und der Philharmonie von Hans Scharoun sowie der Matthäuskirche von Friedrich August Stüler aus dem 19. Jahrhundert. Der Entwurf für den Neubau ist allerdings nicht unumstritten. Kritiker bezeichneten den geplanten Bau des Schweizer Architektenduos abfällig etwa als "Bierzelt" oder "Kunstscheune". Zu den Prestige-Objekten der beiden Architekten gehören neben der Hamburger Elbphilharmonie das Olympiastadion in Peking oder die Allianz Arena in München.

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