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Schatten einer Mutter mit ihren Kindern: Kann sie eines Tages loslassen? Foto: epd-Bild
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Autorin: Alte Muster werden an ganze Generationen durchgereicht

7. Dezember 2018

Um Kindern Selbstwertgefühl zu vermitteln, müsse man sich um sie kümmern und zugleich ihre Autonomie fördern, sagt die Psychologin Stefanie Stahl.

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Schatten einer Mutter mit ihren Kindern: Kann sie eines Tages loslassen? Foto: epd-Bild

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Trier (epd). Die Psychologin und Bestsellerautorin Stefanie Stahl empfiehlt Eltern, ihr Handeln mehr zu hinterfragen. "Was die Selbstreflexion angeht, befinden wir uns im Mittelalter", sagte sie dem Evangelischen Pressedienst (epd). Am 8. Dezember erscheint das Buch "Nestwärme, die Flügel verleiht", in dem die Bestsellerautorin zusammen mit Julia Tomuschat über Herausforderungen in Kleinfamilien schreibt.

Selbstreflexion entscheidend

Wenn Eltern in ihrer Kindheit schlechte Erfahrungen gemacht hätten, würden sie die daraus entstandenen "alten Muster an ganze Generationen durchreichen". Das geschehe auch dann, wenn die Mütter und Väter sich fest vorgenommen hätten, es anders zu machen. "Diesen Kreislauf kann man nur durch Selbstreflexion unterbrechen", sagt Stahl. Nur wer sich die eigenen Probleme bewusstmache, könne auch gegensteuern.

Kerngedanke von Stahl und ihrer Mitautorin Tomuschat ist, dass Verbindungen zwischen Menschen und so auch zwischen Eltern und Kindern durch drei Grundbedürfnisse bestimmt seien: Bindung, Selbstständigkeit und Selbstwert. "Das sind die Prinzipien, um die sich die ganze Welt dreht", sagte Stahl dem epd. Um Kindern Selbstwertgefühl zu vermitteln, müsse man sich um sie kümmern und zugleich ihre Autonomie fördern.

Die Autorinnen unterscheiden in ihrem Buch zwischen angepassten und autonomen Eltern. "Bei den angepassten Eltern ist das Bindungsbedürfnis eher zu stark", erklärte Stahl. Sie würden besonders die Zeit genießen, wenn die Kinder klein seien. "Die größere Herausforderung ist, wenn sie ihre Kinder loslassen müssen." Die autonomen Eltern seien aufgrund eigener Kindheitserlebnisse "eher bei ihrem Freiheitsbedürfnis aus der Balance. Sie haben sich vorgenommen, sich nicht mehr anzupassen und alles allein hinzubekommen." Die Bedürfnisse kleiner Kinder schnürten ihnen die Luft ab und lösten Fluchtimpulse aus. Diese Eltern kämen besser klar, wenn die Kinder größer würden.

Stahl hat 2015 den Lebenshilfe-Ratgeber "Das Kind in dir muss Heimat finden" geschrieben, der seither auf der "Spiegel"-Bestsellerliste steht.

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