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Aktivisten fordern Null Toleranz: Kein Täter kann Priester bleiben

14. September 2018

Missbrauchs-Betroffene aus zwölf Ländern haben die katholische Kirche aufgefordert, Täter bekanntzumachen, die nachweislich sexuelle Gewalt gegen Kinder ausgeübt haben.

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Bündnis fordert "Null Toleranz Politik" gegen sexuellen Missbrauch.

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Berlin (epd). Peter Isely, Mitgründer des US-amerikanischen Betroffenen-Netzwerks SNAP (Survivors Network of those Abused by Priests) sagte am Freitag in Berlin, niemand, der sich eines solchen Verbrechens schuldig gemacht habe, könne Priester sein oder bleiben. Allein dem Vatikan seien rund 5.000 Kleriker bekannt, die Kinder missbraucht hätten, sagte Isely.

Isely forderte Papst Franziskus auf, eine "Null Toleranz Politik" gegen sexuellen Missbrauch durchzusetzen. Diese sei im Kirchenrecht nicht verankert. Ein globales Problem fordere eine globale Lösung. Matthias Katsch vom Betroffenenrat beim Missbrauchsbeauftragten der Bundesregierung forderte, in Deutschland müsse die Politik mehr Druck auf die Kirchen ausüben: "Die katholische Kirche kommt davon, wenn wir sie davonkommen lassen", sagte er.

Insgesamt 3.677 aktenkundige Übergriffe von 1.670 Klerikern

In dieser Woche waren erste Ergebnisse aus der von der Deutschen Bischofskonferenz in Auftrag gegebenen Studie über Missbrauch durch Priester und Ordensleute bekanntgeworden. Medienberichten zufolge erfasst die Studie zwischen 1946 und 2014 insgesamt 3.677 aktenkundige Übergriffe von 1.670 Klerikern, überwiegend auf Jungen. Die Bischofskonferenz will die Studie am 25. September in Fulda vorstellen.

Kerstin Claus vom Betroffenenrat kritisierte den Umgang der evangelischen Kirche mit dem Thema. Im Unterschied zur katholischen Kirche habe sie bis heute keine zentrale Anlaufstelle geschaffen, an die sich Betroffene wenden könnten. Es gebe auch keinen Versuch, sämtliche Taten zu erfassen, sondern nur vereinzelte Berichte. An die Adresse der Bundesregierung richtete Claus den Vorwurf, die 2010 zugesagte Reform des Opferentschädigungsgesetzes sei immer noch nicht erfolgt. Die Hilfen für Betroffene seien unzureichend.

Vernetzung der Initiativen

In Berlin findet noch bis Samstag der Kongress "MitSprache" statt, auf dem 250 Betroffene und weitere Experten aus zwölf Ländern ihre Erfahrungen austauschen und die Vernetzung der Initiativen weltweit vorantreiben wollen. Jedes Jahr werden laut Kriminalstatistik rund 12.000 Ermittlungsverfahren wegen Kindesmissbrauchs geführt sowie 8.000 wegen sogenannter Kinder- und Jugendpornografie. Das Dunkelfeld ist weit größer.

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