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Rüdiger Sachau, der Direktor der Evangelischen Akademie zu Berlin Foto: epd-Bild
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Akademie-Direktor warnt Kirche vor «populistischen Versuchungen»

17. Dezember 2019

Zum nächsten Jahr scheidet der Direktor der Evangelischen Akademie zu Berlin, Rüdiger Sachau, aus seinem Amt. Im Gespräch mit dem epd blickt er zurück auf die Arbeit an der Spitze der Akademie und warnt seine Kirche vor Moralisierung.

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Rüdiger Sachau, der Direktor der Evangelischen Akademie zu Berlin Foto: epd-Bild

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Berlin (epd). Der Direktor der Evangelischen Akademie zu Berlin, Rüdiger Sachau, hat die Kirche zu einer stärkeren Auseinandersetzung mit Populismus in den eigenen Reihen aufgefordert. "Erst wenn wir eingesehen haben, dass wir als Kirche immer auch Teil des Problems sind, dann können wir Teil der Lösung werden", sagte Sachau in einem Gespräch mit dem Evangelischen Pressedienst (epd).

Die Kirche sei selbst herausgefordert, "unseren eigenen populistischen Versuchungen nicht zu erliegen und die Gefahr der Moralisierung unserer Botschaft zu erkennen". "Wir sind nicht einfach die Guten", betonte Sachau. Auch Kirchenmitglieder seien gefährdet, rechtspopulistischem Gedankengut zu folgen. Auch Antisemitismus gebe es in der Kirche, "er ist immer wieder in Predigten zu entdecken".

Aufgabe der evangelischen Akademien sei es, "eine Kultur zu erhalten, in der unterschiedliche Meinungen, Positionen und Überzeugungen miteinander ins Gespräch kommen", sagte Sachau, der zum nächsten Jahr als Akademiedirektor ausscheidet. Dieses Gespräch müsse durch drei Dinge bestimmt sein: Respekt und Toleranz, die Kraft guter Argumente und einen Geist, "der vom christlichen Glauben inspiriert ist".

"Landeanflug in die nächste Lebensphase"

Sachau ist seit 2006 Direktor der Evangelischen Akademie zu Berlin, die Tagungen und Konferenzen in der Hauptstadt und in Brandenburg veranstaltet. Im nächsten Jahr scheidet er auf eigenen Wunsch aus dem Amt und zieht mit seiner Frau zurück nach Norddeutschland. Sachau wird dort noch einmal als Pastor arbeiten.

"Das ist wie ein Landeanflug in die nächste Lebensphase", sagte er. Sein Amt sei für ihn das schönste gewesen, "das ich mir in der Evangelischen Kirche in Deutschland vorstellen kann". Er glaube aber, "dass es auch zu unserer geistlichen Authentizität gehört, dass wir nicht an unseren Rollen kleben", sagte er und ergänzte: "Wenn ich mich jetzt entschieden habe loszulassen, dann ist das für mich auch eine spirituelle Herausforderung."

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Leser-Kommentare öffnen

ellybe, 17. Dezember 2019, 12:39 Uhr


Kirchenmitglieder sind auch gefährdet, links-populistischem Gedankengut zu folgen. In vielen Predigten ist nicht nur Antisemitismus zu entdecken, sondern auch ängstliche Anbiederung an vor-herrschende politische und gesellschaftliche Strömungen, um nur ja nicht als rückschrittlich oder gar konservativ zu gelten. Da wird dann, ohne kritisch-biblische Distanz, von oben herab plakativ wiedergekäut, was sich in der Woche vorher in Zeitung und Fernsehen selbst als maßgeblich präsentiert hat. Da wünscht man sich in der Tat einen Geist, "der vom christlichen Glauben inspiriert ist".
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