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73 Produktionen für Grimme-Preis nominiert

16. Januar 2020

Anhaltender Serien-Boom, eher maue Bilanz im Unterhaltungsfernsehen: Das TV-Jahr 2019 spiegelt sich in den Nominierungen für den Grimme-Preis wieder. Der Streamingdienst Netflix ist in gleich zwei Kategorien vertreten.

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Marl (epd). 73 Produktionen und Einzelleistungen aus TV und Streaming konkurrieren in diesem Jahr um den renommierten Grimme-Preis. Zu den Nominierten zählen Serien wie "Der Pass", aber auch mehrere "Tatort"-Folgen und die Datingshow "Prince Charming", wie das Grimme-Institut in Marl am Donnerstag mitteilte. Auch Satiriker Jan Böhmermann kann sich erneut Hoffnungen auf den Preis machen.

Themen des Jahres wie Klimaschutz, 30 Jahre Mauerfall oder Seenotrettung spiegelten sich in den Einreichungen des 56. Grimme-Preisjahres, sagte Institutsdirektorin Frauke Gerlach: "In diesem Jahr finden wir kategorienübergreifend Produktionen, die eine Antwort auf die Frage suchen, wie wir zusammenleben wollen." Aus über 850 Einreichungen wählten die Kommissionen in den vier Kategorien Information und Kultur, Fiktion, Unterhaltung sowie Kinder und Jugend die Nominierten aus. Ende Januar tagen dann die Grimme-Jurys, die bis zu 16 Preise vergeben können. Die Preisträger werden am 3. März bekanntgegeben, die Auszeichnungen am 27. März in Marl überreicht.

Netflix in zwei Kategorien vertreten

Neben den öffentlich-rechtlichen Sendern sind auch wieder private Anbieter unter den Wettbewerbsbeiträgen vertreten. Sie gehen mit neun Nominierungen ins Rennen um den Fernsehpreis. Der Streamingdienst Netflix ist zum ersten Mal in zwei Kategorien vertreten: In der Sparte Kinder und Jugend sind "How to sell drugs online (fast)" und "Wir sind die Welle" nominiert, im Bereich Fiktion gibt es eine Spezialnominierung für die Hip-Hop-Serie "Skylines" wegen des "überzeugenden Umgangs mit Musik". Produktionen des Streamingdienstes Amazon Prime Video und der Videoplattform Youtube finden sich anders als im letzten Jahr nicht unter den Nominierten.

In der Wettbewerbskategorie Fiktion zeige sich, "dass die Auseinandersetzung mit gesellschaftlich relevanten Stoffen zurückgeht und die Macher und Macherinnen auf bewährte Genres wie den Krimi setzen", betonte Gerlach. Für das Serien-Genre sei auch 2019 ein starkes Jahr gewesen, die zuständige Nominierungskommission wählte fünf Produktionen aus: "Eden" (SWR/Arte/ARD Degeto), "Der Pass" (Sky) und "Andere Eltern" (TNT) gehen ebenso ins Rennen wie "Fett und Fett (ZDF) und "M - eine Stadt sucht einen Mörder" (ORF/RTL Crime). Daneben sind eine Reihe von Fernsehfilmen nominiert, darunter einige Folgen der "Tatort"-Reihe der ARD.

Böhmermann zum wiederholten Mal nominiert

Im Bereich des Unterhaltungsfernsehens halte dagegen die "negative Entwicklung der vergangenen Preisjahre" an, hieß es. Von 19 möglichen Nominierungen schafften es in diesem Jahr nur neun Produktionen unter die besten des Fernsehjahres. In den Wettbewerb ziehen unter anderem "Joko & Klaas Live - 15 Minuten" (ProSieben), "Chez Krömer" (rbb) und die schwule Datingshow "Prince Charming" (RTL/TVNOW).

Zum wiederholten Mal ist Jan Böhmermann nominiert: Der Beitrag "Prinz von Hohenzollern" aus der ZDFneo-Sendung "Neo Magazin Royale" über die Entschädigungsforderungen des einstigen Monarchenhauses geht für einen Spezialpreis in der Kategorie Unterhaltung ins Rennen. Der Satiriker zählte bei den vergangenen vier Preisverleihungen stets zu den Gewinnern, zuvor war er bereits 2014 mit einem Grimme-Preis ausgezeichnet worden.

Zu den Nominierten im Bereich Information und Kultur gehören unter anderem "Lucica und ihre Kinder" (ZDF/3sat), "Draußen" (WDR/Arte) und "Die Story im Ersten: Tote auf der Balkanroute" (BR). Nominiert ist auch der Dokumentarfilm "Elternschule" (SWR) über die Arbeit einer psychosomatischen Klinik in Gelsenkirchen, der im vergangenen Jahr eine Kontroverse über die darin gezeigten Erziehungsmethoden ausgelöst hatte.

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