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Uwe Kirchhoff sowie Linda und Philipp Zeiler (von links) sind auf ihrer „Herzenstour“ in Wittenberge (Prignitz) angekommen. (Foto: epd-bild/Oliver Gierens)
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Radeln für krebskranke Kinder

Oliver Gierens | 21. September 2022

Linda Zeiler will etwas zurückgeben von dem, was sie selbst erfahren hat

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Uwe Kirchhoff sowie Linda und Philipp Zeiler (von links) sind auf ihrer „Herzenstour“ in Wittenberge (Prignitz) angekommen. (Foto: epd-bild/Oliver Gierens)

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Seit 2018 brechen Linda und Phi­lipp Zeiler aus dem brandenburgischen Elsterwerda jedes Jahr mit ihrem Begleiter Uwe Kirchhoff zur „Herzenstour“ auf. Der Erlös der Benefiz-Radtour geht an krebskranke Kinder.

76 Kilometer fahren Linda und Philipp Zeiler gemeinsam mit Uwe Kirchhoff an einem Tag mit dem Fahrrad, rund vier Stunden an der Elbe entlang von Tangermünde in Sachsen-Anhalt bis nach Wittenberge in Brandenburg. Am nächsten Tag geht es knapp 90 Kilometer weiter bis nach Hitzacker, zur vorletzten Etappe ihrer diesjährigen „Herzenstour“. Am Endpunkt in Lauenburg werden es rund 530 Kilometer sein, vom sächsischen Riesa an immer auf dem Elberadweg – und das alles für einen guten Zweck.

Die drei Radler treten in die Pedale zugunsten krebskranker Kinder. Jedes Jahr gehen sie auf Tour, suchen Sponsoren, die den guten Zweck unterstützen. Philipp Zeiler ist zudem ehrenamtlicher Kirchenmusiker. Er gibt auf jeder „Herzenstour“ mehrere Konzerte in Kirchen und bittet anschließend um Spenden. Seine Frau Linda spielt Klavier und Flöte, Uwe Kirchhoff unterstützt sie mit Gesang.

Unterwegs spontane Stopps an Kirchen

An einem Abend sind die drei in der evangelischen Stadtkirche in Wittenberge zu Gast. Bedrich Smetanas „Die Moldau“ steht in einer seltenen Orgelversion ebenso auf dem Programm wie religiöse Lieder. „Manchmal halten wir auch unterwegs an einer Kirche an, und ich spiele spontan an der Orgel, um zu üben“, berichtet Philipp Zeiler.

Bei jedem Benefizkonzert erzählt seine Frau Linda dem Publikum ihre Geschichte, denn sie ist der Anlass für die jährliche Spendentour. Bereits kurz nach ihrer Geburt wurde sie notoperiert, wegen einer Zwerchfellhernie hatten sich Bauchorgane in die Brusthöhle verlagert. Mit etwa viereinhalb Jahren erkrankte die heute 23-Jährige an Leukämie, musste knapp zwei Jahre lang mehrere Chemotherapien und monatelange Krankenhausaufenthalte über sich ergehen lassen. An einer Routineoperation wäre sie wegen eines gerissenen Katheters beinahe gestorben.

„Die Ärzte merkten, dass ich mit jeder Faser meines geschwächten Körpers leben wollte“, erzählt Linda Zeiler während eines Konzerts in einer Kirche. Doch der Weg zurück ins Leben war langwierig, sogar das Laufen musste sie neu lernen.

Viele Jahre lang habe sie diese Phase ihres Lebens verdrängt, mit niemandem darüber gesprochen. Als Jugendliche erlebte sie einen psychischen Zusammenbruch, hatte sogar Selbstmordgedanken. Halt habe ihr insbesondere der christliche Glaube gegeben, sagt die junge Frau. „Ich habe wieder ein größeres Ja zum Leben gefunden, auch wenn mir an manchen Tagen etwas bangt und Traurigkeit hochkommt.“

Heute will sie krebskranken Kindern etwas zurückgeben von dem, was sie damals selbst erfahren hat. Diesmal gehen die Spenden an den Verein „Krebskranke Kinder in Not“ in Jessen bei Wittenberg. Er fördert Kinderkrebsstationen mit Sachmitteln, erfüllt betroffenen Kindern besondere Wünsche und unterstützt Klinikclowns.

Die Spendensumme wächst stetig: 3000 Euro waren es auf der ersten Tour 2018, zwei Jahre später bereits 5000 Euro. Im vergangenen Jahr, als die „Herzenstour“ mit viel Regen und Wind den Weserradweg entlangführte, seien 10 000 Euro zusammengekommen, berichtet Philipp Zeiler. Wie viel Euro es dieses Jahr werden, könnten sie noch nicht sagen, oft kämen Spenden auch noch nachträglich an. Der IT-Fachmann und Hobby-Organist hat mittlerweile einen festen Stamm an Sponsoren organisiert, schaut sich aber immer auch im Umfeld des jeweils geförderten Vereins um.

Dabei sind die Voraussetzungen für die „Herzenstour“ durchaus gut: In diesem Jahr ist das Wetter wesentlich besser – nur einmal, kurz vor dem Etappenziel in Dessau, habe es bisher geregnet, erzählen die drei.

Uwe Kirchhoff ist seit 2018 der Begleiter der Zeilers. Er kümmert sich vor allem um das Marketing. Mittlerweile tragen sie eine einheitliche Kleidung – leuchtend rot und mit einem großen Herz über der Brust. So werden die Radler unterwegs öfter auf das Projekt angesprochen. Werbeflyer hat Kirchhoff ohnehin immer dabei. Mit seinem Rad musste er in Tangermünde einmal kurz zur Reparatur: Zwei Speichen waren gebrochen. Sonst, so erzählen die drei, seien alle Touren bisher unfall- und pannenfrei verlaufen.

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