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James Baldwin war ein amerikanischer Autor. Foto: 3sat

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James Baldwin: I Am Not Your Negro

TV-Tipp: 3sat, Mo. 4.7., 22.25 Uhr

4. Juli 2022

Ein unveröffentlichtes Manuskript des amerikanischen Autors James Baldwin ist die Basis dieses preisgekrönten Dokumentarfilms, der eine neue Sicht auf die Geschichte der USA ermöglicht. Auslöser war die Ermordung seiner Freunde Martin Luther King, Malcolm X und Medgar Evers zwischen 1963 und 1968.

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James Baldwin war ein amerikanischer Autor. Foto: 3sat

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Als der US-Schriftsteller James Baldwin im Dezember 1987 starb, hinterließ er ein 30-seitiges Manuskript mit dem Titel „Remember This House“. Es sollte eine persönliche Auseinandersetzung mit den Biografien dreier enger Freunde werden, die alle ermordet wurden: Martin Luther King, Malcolm X und Medgar Evers. Die persönlichen Erinnerungen an die drei großen Bürgerrechtler verknüpft Baldwin mit einer Reflektion der eigenen, schmerzhaften Lebenserfahrung als Afroamerikaner in den USA.

Regisseur Raoul Peck schreibt in seinem mit dem französischen Filmpreis „César“ prämierten Film „I Am Not Your Negro“ Baldwins furioses Fragment im Geiste des Autors filmisch fort und erzählt die jüngere US-Geschichte einer bis heute unterdrückten Perspektive neu. In einer Collage von Baldwins Texten – gelesen von Samuel L. Jackson – mit Archivfotos und Filmausschnitten, die noch von Rassentrennung und einer beinah vollkommenen Unsichtbarkeit der Schwarzen in Hollywood geprägt sind, erzählt er von der Formierung der schwarzen Bürgerrechtsbewegungen und Baldwins kompliziertem Verhältnis zum Black-Power-Movement.

In einer kühnen Erweiterung des literarischen Texts spannt der Film den Bogen bis in die Jetztzeit: zur immer noch gegenwärtigen weißen Polizeigewalt gegen Schwarze, zu den Krawallen in Ferguson und Dallas und zur „Black Lives Matter“-Bewegung.

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