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Die Bibel lesen

Aus der Printausgabe - UK 25 / 2022

Walter Schroeder | 17. Juni 2022

Woche vom 19. bis 25. Juni

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Sonntag:    Psalm 76
Montag:     Richter 6, 11-24
Dienstag:     Richter 6, 25-32
Mittwoch:     Richter 6, 33-40
Donnerstag:     Richter 7, 1-15
Freitag:     Richter 7, 16 – 8, 3
Samstag:     Richter 8, 22-35

Die Richterzeit ist eine Epoche der vielfältigen und vielfachen Gewalt, die in diesem Buch mit den Deutungen der nachfahrenden Generationen geschildert wird.

Der zweite Name des Richters Gideon, der in 7,1 genannt wird, erinnert noch einmal an die Gegensätze, denen Israel im Land der Verheißung ausgesetzt war. Das hebräische „Gideon“ kann man etwa mit „Fäller“, vielleicht auch „Vollstrecker – Terminator“ übersetzen, während Jerub-Baal etwa „Baal richtet/streitet“ heißt. Baal jedoch war der Gott Kanaans!

Im neuen Land stand Gideon-Jerub-Baal damit wie viele andere auch zwischen zwei Kulturen und vor allem zwei Religionen. Dem äußeren Kampf entspricht darum immer auch eine innere Auseinandersetzung. Das führt manchmal sogar zu einer regelrechten „Gottes-Erprobung“: Ist Jahwe, der Gott, der Israels Väter sicher durch die Wüste geführt hat, auch mächtig und verlässlich im neuen, unbekannten Lande?

Für die Schlacht gilt: Nur wer trinkt, ohne die hohle Hand zu nutzen, wird gegen die Midianiter mitgenommen. Das war geschickt, denn die Midianiter waren Nomaden wie die Israeliten vordem. Wandernde Stämme drängten in jener Epoche aus den Weiten der östlichen Dürregebiete ins besiedelte Kulturland. Schon damals gab es Zeiten mit Klimawandel und allen dramatischen Folgen für die Menschen, die ums Überleben kämpfen mussten. Israel war unter Gideon dadurch in der Gefahr, zwischen den Fronten der sesshaften Städter in Kanaan und den von Osten anrückenden Nomaden aufgerieben zu werden. Militärisch erforderte die Eroberung einer befestigten Stadt jedoch völlig andere Methoden als der Kampf gegen die unglaublich flexiblen und listenreichen Beduinen. Da bewirkten weniger Kämpfer oft mehr, und das besonders, wenn sie noch trinken wie ein Beduine. Jedenfalls sind sie unter diesen Bedingungen geeigneter.

Im Schicksal von Gideon zeigt sich auch jener tragische Zug, der sich ähnlich schon bei Mose und später bei Saul und David wiederfindet: Der große Held Gottes, der für sein Volk Entscheidendes vollbrachte, wird am Ende seines Wirkens schuldig: Statt eines einfachen priesterlichen Gewandes muss es hier ein goldstrotzendes Prunkkleid sein, das man in primitiver Abgötterei anbeten will (oder muss?). Gottesdienst wird zum Götzendienst.

Zum ersten Mal taucht bei Gideon schließlich ein weiteres Problem auf: Musste nicht vor allem für Kriegs- und Krisenzeiten ein besseres Führungssystem gefunden werden? An der Spitze der umgebenden Stadtstaaten standen schon lange Könige, aber Gideon wendet diese Versuchung noch ab, weil das für ihn eine Infragestellung von Gottes Autorität gewesen wäre.

Wochenspruch
Wer euch hört, der hört mich; und wer euch verachtet, der verachtet mich.
Lukas 10,16a

Wochenlied
Von Gott will ich nicht lassen EG 365

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