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Aller guten Dinge sind drei

Leitartikel

Aus der Printausgabe - UK 24 / 2022

Gerd-Matthias Hoeffchen | 12. Juni 2022

Immer nur das Gleiche? Rhythmus unterteilt die Eintönigkeit, schafft Spannung und Aufmerksamkeit. Warum das ein paar Gedanken wert ist – auch zum Sonntag Trinitatis

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Es dürfte vermutlich der bekannteste Rhythmus der Rock- und Popmusik sein, vielleicht der gesamten Musikgeschichte: „Bumm. Bumm. Tschack!“ Zweimal Fußstampfen. Einmal Händeklatschen. Und jeder weiß, was da kommt: We will rock you!

Was der englischen Musikgruppe „Queen“ 1977 mit dem Lied „We will rock you“ gelang (auf deutsch etwa: „Wir werden’s euch zeigen“), ist nicht nur ein Welthit. Sondern auch ein Lehrstück, wie ein einfacher, markanter Rhythmus das menschliche Gemüt packen kann: „Bumm. Bumm. Tschack!“ Drei Laute. Eine Pause. Die Abfolge bleibt das ganze Lied über bestehen, trägt und treibt den Song. Und alle gehen mit. Bei Partys. Fußball-Derbys. Selbst in Jugendgottesdiensten.

Rhythmus hat diese Wirkung. Beim Tanzen. Beim Aerobic oder der Sportgymnastik. Aber auch beim Marschieren und Arbeiten. Ein knackiger Rhythmus treibt die Menschen an; von Kindesbeinen. Schon Kleinkinder zappeln und ruckeln mit, wenn man ihnen etwas vortanzt oder -singt.

Woher kommt diese Wirkung?

Rhythmus ist die Abfolge von Impuls und Pause. Laut und leise. Ton und Schweigen. Das Einerlei wird unterbrochen. Auf Anspannung folgt Entspannung. Ein einzelner Ton, egal wie schön er klänge, wäre auf Dauer langweilig. Erst die Unterbrechungen, die Abwechslungen und Gewichtungen zaubern den Reiz herbei, der die Menschen packt.

Das ist nicht nur in der Musik so. Sondern in ganz vielen Bereichen des Lebens. Ein Tagesablauf gibt Halt, wenn er in bestimmte, immer wiederkehrende Ereignisse aufgeteilt wird. Nur abhängen und mal sehen, was so kommt… das wird ganz schnell eintönig. Auch die Woche hat ihren Rhythmus, ist in Wochentage strukturiert, die eine bestimmte Dramaturgie zeigen, eine Art Spannung aufbauen: Montag, Wochenbeginn. Aufbau der Arbeitsbelastung. Allmählicher Übergang zum Donnerstag. Und ab Freitag lockt das Wochenende mit Freizeit und Entspannung.

Das setzt sich fort im Jahresablauf mit Jahreszeiten, Urlauben und Festtagen. Auch das Kirchenjahr baut einen Rhythmus auf, der die Menschen in eine aufmerksame Spannung versetzen soll: Advent. Weihnachten. Epiphanias. Passionszeit. Ostern. Pfingsten. Dann Trinitatis. Und auch wenn anschließend den Erschaffern des Kirchenjahres die Fantasie ausgegangen zu sein scheint – auf Trinitatis folgen die namenlosen „Sonntage nach Trinitatis“, in diesem Jahr sind es 20 –, so ruckeln sich die Verhältnisse am Ende mit dem Ewigkeitssonntag wieder zurecht.

Apropos Trinitatis: Das ist das Fest der Dreieinigkeit Gottes. Vater, Sohn und Heiliger Geist – drei Personen, aber eines. Diese kirchliche Lehre ist schwer mit dem Verstand zu fassen. Vielleicht hilft die Musik: Drei Impulse, jeder für sich – und im Zusammenspiel ergeben sie das Große und Ganze. Das liest sich doch geradezu wie eine Beschreibung für einen packenden Rhythmus. Bumm. Bumm. Tschack!

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