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Liam Neeson, britischer Schauspieler, aufgenommen am 08.01.2009 während eines Photo Call des Kinofilms "96 hours" im Regent Hotel in Berlin. (Foto: epd-bild/Jochen Zick / Keystone)
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Sensibel und schlagkräftig

Bettina Thienhaus (epd) | 7. Juni 2022

Schauspieler Liam Neeson wird 70

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Liam Neeson, britischer Schauspieler, aufgenommen am 08.01.2009 während eines Photo Call des Kinofilms "96 hours" im Regent Hotel in Berlin. (Foto: epd-bild/Jochen Zick / Keystone)

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Er war Oskar Schindler in «Schindlers Liste» und Qui-Gon Jinn in «Star Wars»: Liam Neeson ist ein Schauspieler mit Ausstrahlung und Energie, hat sich als Charakterdarsteller wie als Actionheld bewiesen. Jetzt wird er 70.

Frankfurt a. M. (epd). Für Action scheint ein Schauspieler nie zu alt - zumindest gilt das für Liam Neeson. Aktuell ist der Star, der am 7. Juni 70 wird, in dem Thriller «Memory» zu sehen. Er spielt einen Auftragskiller, der an Alzheimer erkrankt und sich etwa nach einem erledigten Mordauftrag nicht mehr erinnern kann, wo er denn -
verflixt nochmal - die Autoschlüssel hingelegt hat.

   Seit 1980 stand Neeson rund 140 mal vor der Film- und Fernsehkamera. Er versuche fit zu bleiben, sehe sich bei Dreharbeiten in der Verantwortung gegenüber dem Filmteam, sagte er dem «Sydney Morning Herald» im Februar: «Wenn man eine Hauptrolle spielt, ob im Actionfilm oder auch nicht, muss man vernünftig essen und schlafen, auf sich achtgeben und pünktlich sein, denn jeden Morgen warten bis zu 100 Crewmitglieder auf dich.»

   Geboren wurde William John Neeson am 1952 im nordirischen Ballymena, als drittes von vier Kindern einer Köchin und eines Hausmeisters. Bald nennt er sich Liam, die heute populäre Kurzform von William. Eine Kindheit in Nordirland bedeutet, die politischen Konflikte, den Bürgerkrieg mitzuerleben: «Ich sah die Gewalt und was
sie bewirkte, es erschreckte und faszinierte mich zugleich.»

   Groß gewachsen und kräftig lernt der junge Liam boxen, hat Erfolg als Amateur, erträgt einen Nasenbeinbruch. In Belfast beginnt er ein Physik- und Mathematikstudium, doch dann reizt ihn die Bühne. Er debütiert mit Erfolg 1976 im Belfaster «Lyric Player's Theatre». Bis heute ist für Liam Neeson das Theater eine Spielwiese.

   Im Dubliner «Abbey Theatre» fällt er dem Filmregisseur John Boorman auf, der den jungen Darsteller in dem legendären Fantasyfilm «Excalibur» (1981) einsetzt - als Ritter der Tafelrunde Sir Gawain. Filmpartnerin ist Helen Mirren, mit der Neeson eine Weile liiert ist. Nach «Excalibur» wird er rasch zum gefragten Darsteller, beeindruckt
in Nebenrollen an der Seite von Stars wie Anthony Hopkins in «Die Bounty» (1984), Robert De Niro in «High Spirits» (1988) oder Mia Farrow und Peter O'Toole in Woody Allens «Ehemänner und Ehefrauen» (1992).

   1993 folgt dann der Durchbruch zum internationalen Star: Steven Spielberg sieht Neeson in dem Nazithriller «Wie ein Licht in dunkler Nacht» und engagiert ihn für «Schindlers Liste». Der Schauspieler verkörpert facettenreich den Fabrikanten Oskar Schindler, der während der Shoah 1.200 jüdischen Menschen das Leben rettete, indem er sie für «kriegswichtige Produktion» einsetzte. Für Liam Neeson war der Film «in vieler Hinsicht etwas ganz Besonderes, und es war wunderbar, mit Spielberg zu arbeiten, wir verstanden uns richtig gut.» Die Rolle bringt ihm eine Oscar- und eine Golden-Globe-Nominierung.

   Im selben Jahr begegnet er am Broadway Natasha Richardson, der Tochter von Vanessa Redgrave und Tony Richardson. Die beiden werden ein Paar, heiraten 1994. Auch beruflich sind sie Partner, stehen etwa in Michael Apteds Psychodrama «Nell» gemeinsam vor der Kamera. 1995 kommt Sohn Micheál auf die Welt, im Jahr darauf Daniel.

   Micheál Richardson, ebenfalls Schauspieler, ist 2019 mit seinem Vater in dem Drogenthriller «Hard Powder» und 2021 in «Made in Italy» zu sehen. Da liegt die familiäre Tragödie der Neesons schon zehn Jahre zurück: 2009 war Natasha Richardson beim Skifahren tödlich verunglückt. «Es trifft dich. Es trifft dich wie eine Welle. Deine Welt ist nicht mehr stabil», sagte Neeson einmal über diese Zeit.

   Im Laufe seiner Karriere spielte Neeson gern in Historienfilmen unangepasste aufmüpfige Typen wie den Schotten «Rob Roy» (1995), den irischen Freiheitskämpfer «Michael Collins» (1996) oder den Sträfling Valjean in der Victor-Hugo-Verfilmung «Les Misérables» (1998). In Martin Scorseses Krimi «The Gangs of New York» (2002) über Bandenkriege im 19. Jahrhundert beeindruckt er als Anführer einer irischen Gang. Auch Science Fiction reizt ihn - so kämpft er als langbärtiger Jedi-Meister Qui-Gon Jinn in George Lucas' «Star Wars: Episode 1 - Die dunkle Bedrohung».

   Ein Geheimnis von Neesons Erfolg ist sicher die Mischung aus physischer Präsenz und zugleich spürbarer Sensibilität, wie sie sich in seiner Mimik ausdrückt. Zu beobachten etwa in «Kinsey - die Wahrheit über Sex» (2004). Neeson präsentiert den Forscher Alfred Kinsey als widersprüchlichen, hochintelligenten Mann. Oder in «The Commuter - der Fremde im Zug» mit Neeson als bravem Familienvater, der sich und seine Familie plötzlich erpresst und bedroht sieht. Den Schauspieler faszinieren Menschen, denen etwas Geheimnisvolles, Mutiges und zugleich Stoisches anhaftet, Menschen in Extremsituationen.

   Im Moment steht er in «Marlowe» vor der Kamera. In dem Thriller des irischen Regisseurs Neil Jordan verkörpert er den legendären, von Raymond Chandler kreierten Privatdetektiv Philipp Marlowe. Er habe noch einige Filme geplant, sagte Neeson Anfang des Jahres dem «Sydney Morning Herald», «Filme mit einem Herz und einer Seele». Und mit Action.

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