hg
Bild vergrößern
Der evvangelische Militärbischof Bernhard Felmberg und Bundesverteidigungsministerin Christine Lambrecht (SPD) beim Festgottesdienst anlässlich des 65jährigen Bestehens der Militärseelsorge (Foto: epd-bild/Rolf Zöllner)

Lambrecht: Seelsorge schafft Freiräume für Soldaten

Militärseelsorge

Franziska Hein (epd) | 31. Mai 2022

Bild vergrößern
Der evvangelische Militärbischof Bernhard Felmberg und Bundesverteidigungsministerin Christine Lambrecht (SPD) beim Festgottesdienst anlässlich des 65jährigen Bestehens der Militärseelsorge (Foto: epd-bild/Rolf Zöllner)

Anzeige

Militärgeistliche begleiten heute Soldatinnen und Soldaten weltweit in Auslandseinsätze. Seit 65 Jahren ist die evangelische Militärseelsorge Ansprechpartner bei Fragen nach Lebensberatung und Werteorientierung.

Berlin/Potsdam (epd). Bundesverteidigungsministerin Christine Lambrecht (SPD) hat die evangelische Militärseelsorge bei einem Festakt zu deren 65. Jubiläum in Potsdam gewürdigt. Diese gebe seit Jahrzehnten Lebensberatung und Werteorientierung, sagte die Ministerin am Montag. Sie habe Freiräume für das Nachdenken, für Widerspruch und das offene Wort geschaffen. Damit sei sie auch Teil des Neuanfangs nach der Schoah.

   Im Militärseelsorgevertrag sei es gerade nicht um eine Segnung der deutschen Streitmacht gegangen, sagte Lambrecht. Diese Verkehrung des eigentlichen Ziels sei aus der Nazi-Zeit als «abschreckendes Beispiel» bekannt gewesen.

   Lambrecht erinnerte an den anfänglichen Widerstand der ostdeutschen Landeskirchen nach der Wiedervereinigung gegen den Militärseelsorgevertrag. Erst 2004 sei es gelungen, die seelsorgerliche Betreuung bundesweit sicherzustellen, sagte sie unter Hinweis auf Erfahrungen der Soldaten in der Nationalen Volksarmee
(NVA) der DDR. An dem Festakt nahm neben Bundestagsabgeordneten und
brandenburgischen Landtagsabgeordneten auch der ehemalige EKD-Ratsvorsitzende und Berliner Altbischof Wolfgang Huber teil.

   Die Präses der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Anna-Nicole Heinrich, bezeichnete die Militärseelsorge als «Safe Space», als sicheren Ort. Mit Blick auf den Krieg in der Ukraine sagte Heinrich, dem Land müsse das Recht auf Selbstverteidigung zugestanden werden. Wenn die Ukraine dafür Waffen benötige, müsse sie diese erhalten.

   «Einem Volk, das durch einen Angriffskrieg unter die Räder kommt, gilt es zu helfen», sagte auch der evangelische Militärbischof Bernhard Felmberg bei einem Festgottesdienst der Militärseelsorge in der Potsdamer Nikolaikirche. Die Betroffenen müssten mit dem Notwendigen unterstützt und in ihrem Widerstand gestärkt werden,
erklärte er. Darüber hinaus gelte es, «dem Rad des Aggressors in die Speichen zu greifen, damit das mörderische Rad seiner Kriegsmaschinerie endlich stillsteht».

   Felmberg forderte die EKD dazu auf, sich von Idealvorstellungen in der Friedensethik zu verabschieden. «Manche idealistischen Vorstellungen müssen sich an der Realität dessen, was jetzt als Aggressionskrieg geschieht, messen lassen», sagte er. Wenn der Eindruck entstehe, jeder Krieg könne allein mit zivilen Mitteln
gelöst werden, «ist das zu ideal gedacht».

   Ein Land, das von einem Aggressor überfallen werde, habe das Recht, sich zu verteidigen, betonte er. Völkerrechtlich sei dabei Hilfe geboten. Diskussionen um dieses Thema seien in den vergangenen Jahren vernachlässigt worden, weil davon ausgegangen worden sei, dass in Europa Frieden herrsche.

   Mit Fakten und Argumenten ist es laut dem Militärbischof gelungen, anfänglich verbreitete Ängste bei Familien von Bundeswehrangehörigen vor einem Übergreifen des Kriegsgeschehens auf Deutschland zu beruhigen. Gleichwohl seien seit Kriegsbeginn am 24. Februar Anfragen von Kriegsdienstverweigerern gestiegen.

1

Leser-Kommentare öffnen

Matthäus53, 2. Juni 2022, 0:13 Uhr


Für die deutschen Soldaten ist die Militär-Seelsorge sicherlich ein wichtig Ding , würde Luther sagen. Aber wenn sich die Ev. Kirche schon ein Flüchtlings- Rettungsschiff im Mittelmeer, einen Militär Bischof und sogar einen EKD Friedensbeauftragten leisten kann, muß es auch endlich nach über 3 Monaten Krieg möglich sein, nicht länger aus sichererer Entfernung zu fordern, sondern diese "geballte "Gebets und Kirchenkraft" muß sich mit dem kath. Papst in Rom, dem griech. , koptischen und auch dem armenisch -koptischen Patriarchen in einen Zug oder einen Bus setzen und endlich zum Patriarchen nach Moskau reisen um endlich von "Aug in Aug" auszuloten , wie man zwischen den Völkern, ihren Führern und Idiologen, auch bei allen Gegensätzen , ein Stück dem Frieden näher kommen könnte ? Das Kirchenvolk wird in dieser Zeit weiter in den Kirchen für Frieden beten aber die "Kirchenfürsten" von Ost und West müssen jetzt auch mal den Rucksack und ihre Bibeln schnüren ( 1.Mose28. Vers 15 / 2.Sam.22,Vers 33 / Hebr.12, Vers14 ) und sich auf den Weg machen. Die Herren könnten ja eine " Friedens-Ost-Kreuzfahrt "Arrangieren, die dann vielleicht auch in die kirchlichen Geschichtsbücher eingehen wird.
Bitte melden Sie sich erst an, um eine Antwort zu verfassen
zum Login
Bitte melden Sie sich erst an, um einen Kommentar zu verfassen
zum Login
Per E-Mail empfehlen