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Die Bibel lesen

Aus der Printausgabe - UK 19 / 2022

Dominic Blauth | 6. Mai 2022

Woche vom 8. bis 14. Mai

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Sonntag:    Psalm 66
Montag:     1. Johannes 5, 1-5
Dienstag:     1. Johannes 5, 6-12
Mittwoch:     1. Johannes 5, 13-21
Donnerstag:     2. Johannes 1-6
Freitag:     2. Johannes 7-13
Samstag:     3. Johannes 1-15

Der zweite und der dritte Johannesbrief greifen Puzzleteile des ersten Johannesbriefes auf und ordnen manche davon neu an. Zwei dieser Teile, die im johanneischen Puzzle perfekt ineinander passen und sogar den Kern des Puzzles bilden, sind die Schlagworte Wahrheit und Liebe. Das eine gibt es niemals ohne das andere.

Bereits in den Briefanfängen werden sie untrennbar miteinander verbunden, zu „in Wahrheit lieben“ zusammengefasst und tauchen im Verlauf des Briefes prominent wieder auf. Dabei stellt Wahrheit, das heißt die Erkenntnis des offenbarten Heils, den unumgänglichen Weg zur Liebe Gottes dar, die sich ihrerseits dann unter den Menschen ausbreitet. Durch das Spiel mit dem gewohnten Briefanfang – gerade im Vergleich zu den Paulusbriefen – wird der Fokus gleich zu Beginn des Textes auf die Wahrheit und die Liebe gelenkt, um dann das zentrale Anliegen in den Vordergrund zu stellen: „dass wir untereinander lieben“ (2. Johannes 5).

Doch auch wenn die Briefe augenscheinlich in positiver Absicht verfasst sind, nutzt der Älteste (griechisch Presbyter) die Gelegenheit zur impliziten Warnung: Nicht alle innerhalb der Gemeinschaft der Kinder Gottes haben schon zur Wahrheit gefunden. Die Gemeinde erscheint gespalten; Teile von ihr können noch in die Irre geführt werden. Und auch hier wieder: Die Warnung vor den Anderen, die nicht in Wahrheit und Liebe zur Gemeinschaft gehören.

Der zweite und der dritte Johannesbrief stellen erneut vor das Problem von Inklusion und Exklusion. Der bereits im ersten Johannesbrief anklingende Ausschluss derer, die nicht Teil der Gemeinschaft der Kinder Gottes sind, wird hier durch den Ältesten noch weiter eskaliert: „Wenn jemand zu euch kommt und bringt diese Lehre nicht, nehmt ihn nicht auf in euer Haus und grüßt ihn auch nicht.“ (2. Johannes 10).

Auch die scheinbar einschließend anmutende Passage „Mein Lieber, du handelst treu in dem, was du an den Brüdern tust, zumal an fremden“ (3. Johannes 5) ist doch ausschließlich auf einen Teil des inneren Kreises zu beziehen. Doch wer ist dieser Älteste, der hier schreibt und das Innen vom Außen trennt? Wie auch beim Lieblingsjünger im Johannesevangelium bleibt das Rätsel um die Person, vielleicht sogar die Personen, die sich als Ältester bezeichnet, ungelöst. Wichtiger als die Identität des Verfassers ist dem Text die Reaktion seiner Leserinnen und Leser: Werden sie in Wahrheit und Liebe Teil der Gemeinschaft oder schließen sie sich von der Gemeinschaft der Kinder Gottes aus?

Dominic Blauth ist wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Professur für Neues Testament und Geschichte der Alten Kirche am Fachbereich Evangelische Theologie der Goethe-Universität Frankfurt am Main.

Wochenspruch
Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden.
2. Korinther 5, 17

Wochenlied
Die ganze Welt, Herr Jesu Christ EG 110

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