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Heinrich Bedford-Strohm im Gespräch mit ehrenamtlichen Helfern, die ca 100m nach dem Grenzübergang in dem kleinen Dorf Tiszabecs eine kleine Versorgungsstation aufgebaut haben, wo Flüchtlinge aus der Ukraine etwas zu essen, zu trinken bekommen, aber auch Spielzeug oder Hundefutter. Sie helfen auch mit Kontakten, wie eine Weiterfahrt organisiert werden kann. (Foto: epd/Johannes Minkus)

Bischof an ukrainischer Grenze: «Überall Schmerz, Trauer und Angst»

epd-Gespräch

Brigitte Bitto | 7. März 2022

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Heinrich Bedford-Strohm im Gespräch mit ehrenamtlichen Helfern, die ca 100m nach dem Grenzübergang in dem kleinen Dorf Tiszabecs eine kleine Versorgungsstation aufgebaut haben, wo Flüchtlinge aus der Ukraine etwas zu essen, zu trinken bekommen, aber auch Spielzeug oder Hundefutter. Sie helfen auch mit Kontakten, wie eine Weiterfahrt organisiert werden kann. (Foto: epd/Johannes Minkus)

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München/Kölcse (epd). Der bayerische evangelische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm hat sich bei einem Treffen mit Flüchtlingen an der ungarisch-ukrainischen Grenze beeindruckt von der Hilfsbereitschaft vor Ort gezeigt. Doch sei die Atmosphäre dort sehr beklommen, sagte der ehemalige Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland dem Evangelischen Pressedienst (epd) am
Sonntag. Es gebe kein Lächeln; überall spüre man Schmerz, Trauer und Angst.

   Die Evangelisch-Lutherische Kirche in Ungarn (ELKU), eine Partnerkirche der bayerischen Landeskirche, versorgt Geflüchtete in Kölcse nahe der Grenze. Menschen brächten Essenspakete und hätten in einer Turnhalle ein Aufnahmelager mit 600 Betten organisiert, sagte Bedford-Strohm. Ehrenamtliche schmierten jeden Morgen 1.000 Brote. «Die lutherische Kirche engagiert sich hier eindrucksvoll». Es sei bewegend, die Fürsorge und das Zusammenwachsen zu sehen. Der Landesbischof betonte, es sei besser, Geld zu spenden als Waren. Benötigtes könne vor Ort gezielter direkt gekauft werden.

   Zur Unterstützung der evangelisch-lutherischen Gemeinden in der Ukraine und als Hilfe für die Arbeit der lutherischen Kirchen in Polen, Tschechien und Ungarn hat die bayerische Landeskirche 180.000 Euro zur Verfügung gestellt.

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Leser-Kommentare öffnen

Matthäus53, 7. März 2022, 15:44 Uhr


Da Bischof Bedform-Strohm sich auch schon für Flüchtlinge im Mittelmeer einsetzte , sollte die Erkundungsreise an die Grenze nur ein erstes zaghaftes Zeichen sein . Als nächsten Schritt muß er mit kirchlicher und christlicher Vollmacht und Weisheit umgehend durch die Ukraine bis nach Russland reisen.
Da er vom Alter her und christlicher Weisheit sicherlich auf einer "Stufe" mit den Patriarchen in Kiew und Moskau stehen dürfte , sollten alle gemeinsam in Kiew, Minsk und Moskau, für Frieden beten.
Danach müssen die Kirchenvertreter (evangelische und orthodoxe) dringends und endlich in ökumenischer Gemeinschaft, bei den Friedensverhandlungen an der belarussischen Grenzlinie als Friedensstifter mit dabei sein !
Über 500 Jahre nach Luthers Reformgedanken wäre diese ökumenische “Friedensaktion” endlich wieder ein bedeutsames weltweites zeitgerechtes lang ersehntes Zeichen für Frieden in Europa und der WELT !
Hierbei können die Kirchenvertreter aus Ost und West deutlich betonen , daß dort wo menschliche Worte im Kanonendonner nicht mehr gehört werden, immer noch die über 500 Jahre alten Worte Luthers, nur durch “SOLA SCRIPTURA , Sola Gratia, Solus Christus , SOLA FIDE und Soli Deo Gloria ” gültig sind und etwas bewirken können, wenn Christen nicht nur verteufeln, sondern beten und für Frieden eintreten.
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Pierre Viret, 7. März 2022, 17:30 Uhr


Das wäre allerdings etwas vermessen. In der Ukraine gibt es zwei unterschiedlich geprägte orthodoxe Kirchen, eine davon gehört zum Moskauer Patriarchat, hat allerdings den Krieg deutlich verurteilt. Was man vom Moskauer Patriarchen nicht behaupten kann: Dieser hat noch zu Beginn des Krieges davon gesprochen, dass die Menschen in der Ukraine bedroht sind und volles Verständnis für das Vorgehen gezeigt. Die orthodoxe Kirche in Russland versteht sich als (des Atheisten) Putins rechter Arm.
Und da soll ein Vertreter einer westlichen Kirche, die zahlenmäßig in beiden Ländern fast nicht vertreten ist, in Vollmacht vermitteln. Wenn das bei uns in einem vergleichbaren Fall - sagen wir - ein leitender Geistlicher der methodistischen Kirche versuchen würde, würden wir doch auch nur den Kopf schütteln.
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Matthäus53, 7. März 2022, 23:59 Uhr


Lieber Freund , deine Bedenken sind sicherlich berechtigt , aber Friedens - Gespräche sind besser wie Schießübungen auf Flüchtlinge oder Einwohner der eingekesselten Städte. Wenn Vertreter der Kirche dabei anwesend sind , können mit Gebet und Vernunft eher humanere und nicht so feurige Worte für ein Waffenstillstands -oder Friedensabkommen über die Zunge kommen. Immerhin soll die Zunge ein Teil eines scharfen, zündelnden Schwertes sein !
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Alwite, 8. März 2022, 4:03 Uhr


In dieser Situation Besserwisserei zu diskutieren beschämt mein Christsein.
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