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Francisco Boix war ein spanischer Häftling und Fotograf im Konzentrationslager Mauthausen. Er und seine Fotografien trugen maßgeblich zur Verurteilung der SS-Männer bei, die an der Leitung des Lagers beteiligt waren. Foto: arte

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KZ Mauthausen. Von Fotografen, Häftlingen, Henkern

TV-Tipp: arte, Di, 25.1., 21.45 Uhr

25. Januar 2022

200.000 Deportierte, 120.000 Tote: Das KZ Mauthausen war ein Lager, in dem das Prinzip „Vernichtung durch Arbeit“ praktiziert wurde. In dieser Hölle gelang einer kleinen Gruppe von Widerstandskämpfern etwas schier Unmögliches: Um eines Tages Beweise gegen ihre Henker zu haben, entwendeten sie 1.000 Fotografien und schleusten sie aus dem Lager heraus.

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Francisco Boix war ein spanischer Häftling und Fotograf im Konzentrationslager Mauthausen. Er und seine Fotografien trugen maßgeblich zur Verurteilung der SS-Männer bei, die an der Leitung des Lagers beteiligt waren. Foto: arte

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Das Konzentrationslager Mauthausen in Österreich war eines der schlimmsten des Dritten Reiches. Österreicher, Deutsche, Polen, Russen, Franzosen und Spanier arbeiteten sich hier in den Steinbrüchen zu Tode, wurden hingerichtet oder in der Gaskammer des Lagers ermordet.

In dieser Hölle hatte eine Sonderabteilung namens „Erkennungsdienst“ die Aufgabe, durch Fotoaufnahmen vom Lageralltag die „glorreiche Geschichte“ des Dritten Reichs zu illustrieren. Solche Fotos entstanden in allen Konzentrationslagern. Doch ab 1944, als sich die Niederlage des NS-Staates ankündigte, wurden die meisten vernichtet, da sie Beweise für die begangenen Verbrechen darstellten. In Mauthausen konnten einige gerettet werden.

Nach dem Krieg präsentierten Deportierte der Weltöffentlichkeit Fotografien, die das Unsagbare abbildeten und die Verbrechen gegen die Menschlichkeit dokumentierten. Dass diese Beweise den Krieg überlebten, ist allein dem Mut einer kleinen Gruppe von Menschen zu verdanken – allesamt überzeugte spanische Republikaner.

In der Hoffnung, dass die Fotos eines Tages weltweit als Beweismittel dienen würden, riskierten die Spanier zwei Jahre lang ihr eigenes Leben: Sie entwendeten die Bilder, versteckten sie und schleusten sie aus dem Lager heraus. Durch diese in der Geschichte einzigartige Widerstandstat konnten der Nachwelt rund tausend Fotoaufnahmen vom KZ Mauthausen überliefert werden.

Diese Dokumentation des Unbeschreiblichen wirft ein neues Licht auf die Überlebenden der Lager: Bevor sie Opfer wurden, waren sie vor allem Widerstandskämpfer.

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