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Der Weg von der Dunkelheit ins Licht (oder umgekehrt) findet sich Seit Jahrtausenden in den Erzählungen und Sagen der Völker wieder. (Fotografik: bagotaj)
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Licht und Finsternis: Der epische Kampf

Aus der Printausgabe - UK 01 / 2022

Martin Janotta und Andreas Steidel | 2. Januar 2022

Gut und Böse, strahlende Helden und tragische Figuren durchziehen die Mythen aller Kulturen und Zeiten

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Der Weg von der Dunkelheit ins Licht (oder umgekehrt) findet sich Seit Jahrtausenden in den Erzählungen und Sagen der Völker wieder. (Fotografik: bagotaj)
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Eine der zentralen Figuren der Starwars-Filme: „Darth Vader“ gehörte einst zu den Guten, wurde dann aber zum „gefallenen Engel“, der die „dunkle Seite der Macht“ verkörpert. (Foto: AmeriCantaro)
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Objekt der Macht und der Begierde: der Ring aus Tolkiens Trilogie. (Foto: veraverunchik)

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Das Ringen zwischen den Mächten des Lichts und der Finsternis zieht sich seit Jahrtausenden als Motiv durch Religion und Kultur. Vieles, was sich in den Büchern der Bibel dazu findet, hat moderne Mythen und Sagen beeinflusst. Sie sind voll von strahlenden Helden, düsteren Schurken und epochalen Schlachten. Ein paar Beispiele.

Bibel: Da schieden sich Tag und Nacht

Man braucht in der Bibel nicht lange zu warten, bis man zum ersten Mal auf den Gegensatz von Licht und Finsternis trifft: Schon am Anfang der Schöpfung trennt Gott den Tag von der Nacht. Und merkt gleich an, „dass das Licht gut war“.Das sorgte für klare Verhältnisse, denn fortan kam der Dunkelheit die Rolle des Bösen zu: Der schwer vom Schicksal gebeutelte Hiob, bis heute ein Synonym für schlechte Nachrichten, klagte in einem fort über die Schattenseiten seines Daseins. „Ich hoffte auf Licht, und es kam Finsternis“, sagt er in einem seiner düsteren Momente.

Auch der Prophet Jesaja hat sich über die Finsternis ausgelassen, die das Erdreich bedeckt und die Völker in Dunkelheit zurücklässt. Anders ausgedrückt: Sie haben sich von Gott abgewandt und brauchen dringend dessen Erleuchtung. Das sieht auch Johannes so, der in seinen Briefen die Dunkelheit mit dem Reich Satans gleichsetzt. Jesus hingegen, Gottes Sohn, ist auch rein äußerlich das glatte Gegenteil, „seine Kleider wurden weiß wie das Licht“, heißt es in Matthäus 17.

Am Ende allerdings kommen Licht und Dunkelheit, der helle Tag und die Finsternis wieder zusammen: In der Offenbarung grollt und donnert es, verdunkelt sich die Welt, kommt es zum Endkampf, ehe der Erlöser erscheint. Lichtgestalten wie der Erzengel Michael ringen den Satan nieder, der zuvor versucht hat, das Kind einer schwangeren Frau, „die mit der Sonne bekleidet war“, zu verschlingen. Am Ende siegt Gott, weil er letztlich eben doch nicht nur der Herr über das Licht, sondern auch über die Finsternis ist.

Dracula: Das Kreuz und das Tageslicht

Es gibt zwei Dinge, die Graf Dracula nicht gut verträgt: das Kreuz und das Tageslicht. Vor dem Kruzifix weicht er zurück, bei Sonnenaufgang verzieht er sich in seine Gruft. Der von dem irischen Schriftsteller Bram Stoker 1897 verfasste Roman erzählt die Geschichte der Untoten, die erst in der Nacht lebendig werden.

Die Kinofilme mit Bela Lugosi und Christopher Lee haben sie weltberühmt gemacht und Dracula zum Fürsten der Finsternis. In der ersten Lee-Verfilmung reißt Vampirjäger Van Helsing am Ende den Vorhang zur Seite und der bissige Graf zerfällt zu Staub. Mit zwei Kerzenhaltern formt er ein Kreuz. Der Sieg des Guten über das Böse – wenigstens bis zur Auferstehung Draculas in der nächsten Folge.

Star Wars: Die helle und die dunkle Seite

Raumschiffe jagen sich durchs All, Armeen bekämpfen sich auf bizarren Planeten, Lichtschwerter kreuzen sich – wieder und wieder treffen in den „Star Wars“-Filmen von George Lucas Licht und Finsternis aufeinander. Alles überragt der Kampf zwischen der hellen und der dunklen Seite der „Macht“, einer geheimnisvollen kosmischen Kraft. Auf der hellen Seite kämpfen die Jedi-Ritter, auf der dunklen Seite ihre Gegenspieler, die Sith-Lords.

Im Zentrum der Filme steht der finstere Darth Vader. Einst war er ein Jedi-Ritter namens Anakin Skywalker, der Auserwählte einer alten Prophezeiung. Doch Angst und Wut trieben ihn zur dunklen Seite, er wird zum gefallenen Engel. Erst sein Sohn Luke Skywalker bringt ihn zurück zur hellen Seite und dazu, das Böse zu besiegen.

Herr der Ringe: Das Schicksal verändern

Kein moderner Mythos entfaltete eine solch epische Wucht wie „Der Herr der Ringe“, die Fantasy-Trilogie des Oxford-Professors und gläubigen Katholiken J. R. R. Tolkien, verfilmt von Peter Jackson Anfang der 2000er-Jahre. In Tolkiens Mythologie steht „Der Herr der Ringe“ am Ende eines jahrtausendelangen Kampfs des Lichts und der Finsternis, der kurz nach der Schöpfung der Welt Mittelerde begann. Sauron, der Dunkle Herrscher, war einst ein Engel. Mit einem Ring, in den seine Macht floss, will er nun die Welt unterjochen.

Um den Ring zu vernichten, machen sich neun Gefährten aus verschiedenen Völkern auf. Sie bekämpfen die Schergen Saurons, müssen große Schlachten, Verrat und Verlust erdulden. Am Ende sind es die unscheinbaren, kleinwüchsigen Hobbits, die den Ring und so den Dunklen Herrscher vernichten. Tolkiens Botschaft: Selbst der Kleinste vermag den Lauf des Schicksals zu verändern.

Der immerwährende Kreislauf bei „Dark“

Die Netflix-Serie „Dark“ („Dunkel“) trägt ihren Namen zu Recht. So sind nicht nur die Aufnahmen düster gehalten, auch die mysteriöse Handlung lässt Figuren wie Zuschauer lange im Dunkeln tappen.

Was mit vermissten Kindern in der fiktiven Kleinstadt Winden beginnt, wird zur Geschichte eines immerwährenden zeitlichen Kreislaufs, in dem sich zwei Gruppen, das „Licht“ und der „Schatten“, bekämpfen. „Dark“ bedient sich biblischer Namen (Adam, Eva, Noah) und Motive (Apokalypse, Erlösung). Und es stellt sich die Frage: Hat der Mensch einen freien Willen oder ist alles vorherbestimmt? Auf Zeitreisen begegnen Figuren ihren älteren Ichs, die ihre Feinde werden. Die Trennung von Licht und Finsternis löst sich auf. Alles ist im Zwielicht.

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