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Corona-Kontrolle vorm Gottesdienst: Für niemanden eine gute Situation. (Grafik: Anakins)

2G-Kontrolle an der Kirchentür

Weihnachten & Corona

Aus der Printausgabe - UK 51 / 2021

Anke von Legat | 22. Dezember 2021

Was tun, wenn Menschen Heiligabend abgewiesen werden müssen? Ein Pfarrer gibt Tipps

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Corona-Kontrolle vorm Gottesdienst: Für niemanden eine gute Situation. (Grafik: Anakins)

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Weihnachtsgottesdienste sind auch in diesem Jahr wieder eine Gratwanderung. Während die einen ihre Gottesdienste bereits komplett ins Digitale verlegt haben, suchen andere Gemeinden noch nach Möglichkeiten, Gottesdienstbesucherinnen und -besucher unter Corona-Schutzbedingungen im Kirchraum unterzubringen.

Presbyterien und Kirchengemeinderäte können selbst entscheiden, ob sie für die Teilnahme am Gottesdienst 2G, 2G+ oder nur 3G festlegen wollen. Vorschriften aber haben nur Sinn, wenn ihre Einhaltung kontrolliert wird. Das übernehmen an der Kirchentür in den meisten Fällen Ehrenamtliche. Und die sehen sich dann manchmal der Situation ausgesetzt, dass Menschen, die den Gottesdienst besuchen möchten, keinen der geforderten Nachweise vorzeigen können. Eine für alle Seiten unerfreuliche Lage, die bei den Helferinnen und Helfern gerade am Heiligen Abend zu inneren Konflikten führen dürfte.

Holger Pyka, Pfarrer der Evangelischen Kirchengemeinde Uellendahl-Ostersbaum in Wuppertal, hat sich im Vorfeld über diese Situation Gedanken gemacht und ein Merkblatt für Ehrenamtliche erstellt. Wir zitieren einige seiner hilfreichen Tipps:

• Bleiben Sie ruhig, freundlich und besonnen, aber klar und deutlich.
• Ihr Gegenüber darf wütend sein – Abgewiesenwerden ist kein schönes Gefühl. Aber stellen Sie klar, dass sich dadurch nichts ändert. Machen Sie sich klar: Die Wut richtet sich nicht gegen Sie als Mensch, sondern gegen die Gemeinde oder (wahrscheinlich noch eher) gegen die Gesamtsituation.
• Lassen Sie sich weder auf Verhandlungen („Ich würde mich auch ganz nach hinten setzen und die Maske auflassen und nur ganz wenig atmen“) noch auf Diskussionen über Dritte ein („Aber die Frau M., die war letzte Woche auch da, und die ist auch nicht geimpft“ oder „In der katholischen Gemeinde kontrollieren die das nicht!“).
• Lassen Sie sich nicht auf theologische („Der Jesus hätte auch niemanden ausgeschlossen“) oder coronakritische Grundsatzdiskussionen ein. Die führen in einer akuten Konfliktsituation zu nichts. Weisen Sie Ihr Gegenüber auf die Möglichkeit hin, sich bei der Gemeinde zu beschweren.
• Öffnen Sie Perspektiven: Weisen Sie auf die Möglichkeit hin (sofern diese gegeben ist), den Gottesdienst übers Internet mitzufeiern oder ein gedrucktes Predigtmanuskript mit nach Hause zu nehmen.
• Versuchen Sie, den Menschen, den Sie abweisen mussten, auch emotional gehen zu lassen, grübeln Sie nicht zu viel über die Begegnung nach. Denken Sie daran: Für jede Person, die sich über die Regeln ärgert, gibt es wahrscheinlich zehn andere, die der Gemeinde dankbar dafür sind, dass sie ihre Verantwortung wahrnimmt – diese anderen sind nur nicht so laut.
• Sorgen Sie für sich. Bitten Sie bei Bedarf um Verstärkung oder Ablösung. Nehmen Sie sich Zeit, um nach einer belastenden Begegnung wieder runterzukommen. Tauschen Sie sich mit anderen über Ihre Erfahrungen aus.

Westfälische Kirche empfiehlt 2G-Regel

Bielefeld. Wegen der weiterhin steigenden Corona-Infektionszahlen empfiehlt die westfälische Kirche ihren Gemeinden erhöhte Schutzmaßnahmen zu den Weihnachtsgottesdiensten. So sollen Besucher von Weihnachtsgottesdiensten genesen oder geimpft sein (2G). Zudem sollen Abstände eingehalten und während des gesamten Gottesdienstes FFP2-Masken getragen werden. Nicht immunisierte Menschen würden gebeten, sich zum eigenen Schutz nicht der Gefahr einer Menschenansammlung auszusetzen, hieß es. epd

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