hg
Bild vergrößern
In der Mailänder Scala wird die Saison mit Verdis Macbeth eröffnet. Foto: o2ma/Wikipedia

Anzeige

Giuseppe Verdi: Macbeth

TV-Tipp: arte, Di, 7.12., 20.15 Uhr

7. Dezember 2021

Traditionsgemäß wird die Spielzeit 2021/22 an der Mailänder Scala am 7. Dezember eröffnet, dieses Jahr mit einer Neuinszenierung von Verdis „Macbeth“ unter der Regie von Davide Livermore und mit Riccardo Chailly am Dirigentenpult. Giuseppe Verdis Shakespeare-Drama wartet mit absoluter Starbesetzung auf: Mit Anna Netrebko und Luca Salsi.

Bild vergrößern
In der Mailänder Scala wird die Saison mit Verdis Macbeth eröffnet. Foto: o2ma/Wikipedia

Anzeige

Nach gewonnener Schlacht wird dem königlichen Heerführer Macbeth von drei Hexen prophezeit, dass er selbst einmal König von Schottland sein werde. Von den Überredungskünsten seiner Frau verleitet, geht er buchstäblich über Leichen, um an sein Ziel zu gelangen. Doch von Schuldgefühlen gepeinigt, verfallen die Macbeths bald in Wahnvorstellungen und werden zu Opfern der eigenen Herrschsucht. In seinem berühmten Drama hat Shakespeare geschichtliche Fakten mit Zauber- und Hexengeschichten vermengt. Der Schottenkönig Macbeth – Mac Bethad mac Findlàich – ist historisch belegt, er lebte von 1005 bis 1057, 1040 wurde er zum König gekrönt. Auch sein Tod durch die Hand von Malcolm wird in den Chroniken erwähnt.

In Verdis Fassung, die 1847 in Florenz uraufgeführt wurde, ist die Regierungszeit Macbeths auf wenige Monate reduziert. „Macbeth“ ist Verdis zehnte Oper und eine von dreien, denen ein Drama von Shakespeare zugrunde liegt. Der Komponist dirigierte selbst die Uraufführung und wurde vom Publikum enthusiastisch gefeiert.

Anna Netrebko, Stammgast auch an der Mailänder Scala, übernimmt in dieser Produktion Rolle der skrupellosen Lady Macbeth, die ihren Gatten zum Königsmörder macht. An der Seite der aus Russland stammenden Sopranistin brilliert der italienische Bariton Luca Salsi in der Titelrolle des Feldherrn Macbeth. Vervollständigt wird diese erstklassige Besetzung durch den hervorragenden russischen Bassisten Ildar Abdrazakov und den italienischen Tenor Francesco Meli, einen bekannten Belcanto- und Verdi-Interpreten.

Verdi war zeitlebens bestrebt, aus seinen Figuren auch wirkliche Charaktere zu machen und seelische Abgründe klanglich zu durchleuchten. In „Macbeth“ gelang ihm dies zum ersten Mal psychologisch überzeugend. So stellt etwa beispielsweise die Szene, in der Lady Macbeth alle verübten Mordtaten schlafwandlerisch-verwirrt durchlebt, die Sängerin vor große Herausforderungen, da die Vokalkomposition verschiedenste Ausdrucksnuancen vereint und ein sehr breites Stimmregister verlangt. Seinen Darstellern verlangte Verdi somit nie Dagewesenes ab: ein klarer Schritt weg vom klassischen Belcanto-Ideal und hin zu unverwechselbarer musikdramatischer Wahrhaftigkeit.

0

Leser-Kommentare öffnen

Bitte melden Sie sich erst an, um einen Kommentar zu verfassen
zum Login
Per E-Mail empfehlen