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Mit dem Smartphone können Jugendliche sich auf „Schatzsuche“ machen und dabei einiges über ihre Stadt lernen. (Foto: nacho roca)

Entdeckung mit dem Smartphone

Kirchentag

Aus der Printausgabe - UK 18 / 2021

Anke von Legat | 6. Mai 2021

Digitale Schnitzeljagden sollen besonders Jugendliche auf den ÖKT aufmerksam machen.

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Mit dem Smartphone können Jugendliche sich auf „Schatzsuche“ machen und dabei einiges über ihre Stadt lernen. (Foto: nacho roca)

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Am 13. Mai beginnt der 3. Ökumenische Kirchentag – analog in Frankfurt am Main und digital überall im Internet. Auch in der westfälischen Landeskirche, Gastgeberin des Kirchentags 2019 in Dortmund, sind Gruppen kreativ geworden und haben Formate für diese außergewöhnliche Form des Kirchentags entwickelt.

Ein besonderes Angebot gibt es für Jugendliche aus Konfi-Gruppen oder der Jugendarbeit: Actionbounds, eine Art digitale Schnitzeljagd. Das Prinzip ist einfach: Mit dem Smartphone in der Hand müssen die Jugendlichen zuvor festgelegte Stationen finden und dort Aufgaben lösen, um so die Informationen für das nächste Ziel zu erhalten.

„Das ist super, weil die Jugendlichen zusammen aktiv werden“, erklärt Iris Keßner, Beauftragte für Konfirmandenarbeit im Pädagogischen Institut der Evangelischen Kirche von Westfalen. Hinweise finden, Fotos oder kurze Filme machen oder einen eigenen Text schreiben – alles ist möglich mit der App. Und: Jeder und jede kann eigene Ralleys erstellen.

Für die Zeit vor dem Kirchentag haben sich die Mitglieder des Landesausschusses Westfalen gemeinsam mit Keßner eine spezielle Form der Actionbounds ausgedacht: Die Touren werden unter dem Kirchentagsmotto „Schau hin“ so zugeschnitten, dass Jugendliche ihre Stadt oder Teile davon unter bestimmten Gesichtspunkten entdecken können. Im Mittelpunkt der Ralleys könnten etwa Religionen im Stadtteil stehen, Initiativen zum Klimaschutz oder zur Nachhaltigkeit oder soziale Projekte. „So können die Jugendlichen ihren Sozialraum mit anderen Augen sehen und wahrnehmen, was man sonst nicht wahrnimmt“, sagt Keßner.

Cornelia Oehmichen, als Gemeindepädagogin zuständig für fünf Gemeinden im Kirchenkreis Soest-Arnsberg, hat bisher zwei Rundgänge konzipiert: In Arnsberg soll es um die verschiedenen Religionen gehen, in Sundern um Natur und Naturschutz. „Mir ist wichtig, dass die Jugendlichen wirklich rauskommen, darum müssen sie die Stationen per GPS suchen“, erklärt die Jugendreferentin. Vor Ort gibt es Informationen und Aufgaben: So müssen in Arnsberg evangelische und katholische Kirchen angesteuert, Tanzschritte gefilmt und Postkarten verschickt werden. In Sundern geht es unter anderem darum, aus aufgesammeltem Müll ein Kunstwerk zu gestalten oder mit Naturmaterialien Geschenke für liebe Menschen zu basteln.

Verbreitet werden die digitalen Touren über die Internet-Seiten der Gemeinden, über Konfi-Gruppen und Schaukästen. „Das Angebot ist offen für alle – Freunde oder Familien aus den Nachbarstädten können die Touren auch nachgehen“, sagt Öhmichen.

Gemeinden, die mitmachen möchten, bekommen vom Landesausschuss gratis einen Zugang zur Actionbound-App zur Verfügung gestellt, und können dann eigene Touren entwickeln. Positiver Nebeneffekt: Der Zugang gilt für ein ganzes Jahr; wer also jetzt auf den Geschmack kommt, kann die App auch weiter nutzen, etwa für die Konfi-Arbeit. Wie man eine Tour anlegt, erklärt Keßner regelmäßig in digitalen Seminaren – zur Vorbereitung für die Kirchentagsaktion gab es zwei Workshops.

Rund 2300 Konfis und Jugendliche haben sich bisher für das Angebot angemeldet. Im Mai werden sie unterwegs sein, um die Stationen zu finden und die Rätsel zu lösen. Die Verantwortlichen des westfälischen Landesausschusses erhoffen sich davon gleichzeitig mehr Aufmerksamkeit für die digitalen Angebote des Ökumenischen Kirchentags in Frankfurt.

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