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Corona-Update der Westfälischen Landeskirche

Weihnachtsgottesdienste

Annette Kurschus/EKvW | 16. Dezember 2020

Zu keiner anderen Zeit im Jahr nehmen Menschen das Angebot, Gottesdienst zu feiern, so gern und in so großer Zahl wahr wie zum Weihnachtsfest. Vor diesem Hintergrund hat in der Ev. Kirche von Westfalen in den letzten Tagen ein intensiver und kontroverser Beratungsprozess zu den Gottesdiensten an den bevorstehenden Feiertagen stattgefunden.

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Schweren Herzens haben wir uns zu den folgenden Überlegungen und Empfehlungen durchgerungen:

1. Die am 13.12.2020 von Bundesregierung und Landesregierungen getroffenen Entscheidungen, das öffentliche und auch das private Leben in Deutschland sehr weitgehend einzuschränken, sind vor dem Hintergrund einer dynamischen Entwicklung der Corona-Pandemie erfolgt. Die sehr hohen Infektionszahlen zeigen, dass die Pandemie derzeit außer Kontrolle ist.

2. Im medizinischen Bereich, insbesondere in den Intensivstationen, führt die weiterhin steigende Zahl von Patienten vielerorts zu massiven Problemen und an die Grenzen des Leistbaren.

3. Angesichts dessen ist der Kern aller Maßnahmen, Kontakte und Begegnungen von Menschen massiv zu reduzieren und, wo immer möglich, darauf zu verzichten.

4. Den Kirchen ist aufgrund der Religionsfreiheit in Deutschland das Feiern von Gottesdiensten dennoch nicht untersagt worden.

5. Die Ev. Kirche von Westfalen hält es angesichts der gegenwärtigen und deutlich veränderten Lage - trotz der bisher bewährten Schutzkonzepte - für ein Gebot der Vernunft, auf Versammlungen von Menschen möglichst zu verzichten, um Menschen nicht zu gefährden. Darin erkennen wir - im Respekt vor den Entscheidungen anderer Landeskirchen und Bistümer - zu diesem Weihnachtsfest unseren Auftrag, der Liebe Gottes zu den Menschen zu entsprechen.

6. Deshalb empfehlen wir den Kirchengemeinden in der EKvW dringend, ab sofort und über die Weihnachtsfeiertage - voraussichtlich - bis zum 10.01.2021 auf alle Präsenzgottesdienste und andere kirchliche Versammlungen (in Gebäuden und unter freiem Himmel) zu verzichten.

7. Wir danken den vielen Haupt- und Ehrenamtlichen, die in den letzten Wochen mit sehr hohem Einsatz Gottesdienste in neuen Formaten und mit sehr aufwändigen Konzepten vorbereitet haben. Ihnen gilt unser Respekt. Gerade mit Blick auf ihr Engagement ist uns die Entscheidung zusätzlich schwer geworden.

8. Viele Gemeinden bieten Gottesdienste im Internet an (eine Übersicht gibt's vor den Feiertagen unter www.evangelisch-in-westfalen.de) Darüber hinaus können Gottesdienste im Fernsehen und in den Programmen des Rundfunks mitgefeiert werden.

9. Vielerorts werden Kirchen als Orte der Stille und des Gebets geöffnet sein.

10. Pfarrerinnen und Pfarrer und viele Ehrenamtliche sind erreichbar für Menschen, die einsam sind.

11. Gottesdienstliche Bestattungen finden weiterhin gemäß den Bestimmungend der geltenden CoronaSchVO statt.

Weil Gott in die Welt und zu den Menschen kommt, wird es Weihnachten - auch in diesem Jahr!

Annette Kurschus, Präses

Neuigkeiten, Online-Angebote und vieles mehr finden Sie auf https://www.evangelisch-in-westfalen.de/aktuelles/ und bei Ihren Kirchengemeinden vor Ort.

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Leser-Kommentare öffnen

ellybe, 16. Dezember 2020, 16:53 Uhr


Ist es nicht eine Anmaßung, diese 'dringenden Empfehlungen' als "ein Gebot der Vernunft" zu bezeichnen?! Handeln etwa die Gemeinden, Landeskirchen oder Diözesen, die nicht auf Gottesdienste in der betreffenden Zeit verzichten, bzw. in dieser Frage (offensichtlich auch im LKA="kontroverser Beratungsprozess"!) anders denken, "unvernünftig" bzw. "wider die Vernunft"?
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Schallblech, 18. Dezember 2020, 11:49 Uhr


Die Frage kann ich nur mit Ja beantworten und auf Matthäus 4, 5-7 verweisen.

Ja, es ist eine harte Entscheidung. Auch unser Presbyterium hat lange darum gerungen, zumal der Inzidenzwert in unserem Kreis unter 100 liegt. Ein wichtiges Argument war die Kapazität der Intensivstationen. Ja, im Krankenhaus in unserer kleinen Stadt sind noch viele Plätze frei, das ist gut. Was aber, wenn im Ruhrgebiet und anderen großen Städten, die garnicht so weit von uns entfernt liegen, die Stationen nach Weihnachten voll sind? Dann werden die Menschen zu uns gebracht, um Rettung zu finden. Wenn die Betten hier dann auch schon belegt sind, müssen Entscheidungen getroffen werden. Keinem Arzt sollte zugemutet werden zu entscheiden, wer Sauerstoff bekommt und leben darf - und wer ins Sterbezimmer geschoben wird.
Die Infektionszahlen von heute bestätigen unseren Beschluß, der die meisten fast zerrissen hat.

Alwite, 21. Dezember 2020, 18:13 Uhr


Es ist doch so leicht dem inneren Gesetz, das Kant mit Moral bezeichnet, zu folgen. Wie wenig ist von Nöten, diesem Virus als "Normalo" aus dem Weg zu gehen um ihn nicht weiterzutragen.
Selbst erlebe ich von Kirchens Fürsorge und Umsicht zugleich. Mit meiner Schweigertochter erlebten wir den ersten Fall in der Familie. Sie durchstand ihn mit der Umsicht und der Gelassenheit die ihr die Familie angedeihen konnte. Es kommt doch auf uns und nur auf uns an, ehe man das, was andere angeblich falsch machen, aburteilt. Ich glaube jedwede Einrichtung bedenkt inzwischen das Wenndann.
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ellybe, 18. Dezember 2020, 17:10 Uhr


Das Presbyterium unserer Gemeinde* ist (natürlich) der Empfehlung der Landeskirche gefolgt. Und das, obwohl es in ihr* keinen Corona-Fall durch Gottesdienstbesuch gegeben hat!!! Es war auch nichts davon zu hören und zu lesen gelesen, dass dies in unserer Großstadt in einer anderen Gemeinde der Fall gewesen ist. Es hätte "definitiv" in der Zeitung gestanden!
Unsere Kirche hat etwa 400 (max. 500) Plätze. Davon waren unter Corona-Bedingungen 50 "genehmigt" und "zuteilungsfähig". -
Was nun die Gottesdienste nach Heiligabend bis zum 10. Januar betrifft:
Diese waren in den vergangenen Jahrzehnten stets schwach besucht. Konkret:
Am 1. Weihnachtstag dieses Jahres würden (je nach Wetterlage) die genehmigten 50 Plätze vielleicht noch besetzt werden. Am 2. Weihnachtstag aber keinesfalls (es hat allerdings auch schon den umgekehrten Fall gegeben). Zu Silvester vielleicht zur Hälfte. Und am 1. Januar höchstens zu einem Drittel (es kamen manchmal, einschließlich der Presbyter, sogar weniger als 10). Und am 1. Sonntag im Jahr kamen in der Regel noch weniger Gottesdienstbesucher.
Mir kann keine/r weiß machen, dass bei einem derart geringen Besuch in unserer großen Kirche irgendjemand corona-gefährdet sein würde! Von Superspreading ganz zu schweigen! Aber vom 17. Januar an dürfen wieder bis zu 50 Gemeindeglieder kommen! -
Eines weiteren Kommentars möchte ich mich enthalten.
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Pierre Viret, 18. Dezember 2020, 18:34 Uhr


Das Hauptproblem ist doch seit Wochen, dass die Infektionswege in den seltensten Fällen nachzuweisen sind. Hilft es einem von den 800 Toten (Wert von heute) oder den 33000 Infizierten weiter, wenn wir sagen: "Bei uns ist das nicht passiert!"?
Die Politik sagt nach Rücksprache mit den Virologen: Lockdown - das heißt: So wenige Kontakte wie möglich. Das gilt auch für Familienfeiern. Und wir wissen: Wer sich nicht daran hält, riskiert Menschenleben.
Und in der Bekanntgabe unserer Landeskirche stand doch auch etwas von Barmherzigkeit.
Also bitte nicht vorrechnen und belehren, sondern die Chancen nutzen. Nämlich an den vielen Online-Gottesdiensten teilnehmen (ich weiß, das ist weniger 'teilnehmen' als in Echtzeit) oder aber im Fernsehen.
Es können dadurch Menschenleben gerettet werden.

ellybe, 19. Dezember 2020, 15:30 Uhr


Vorrechnen und belehren? In unserer Kirche zählen längst nicht mehr die großen Zahlen, sondern die kleinen. Das sollte eigentlich jedem klar sein. Und es zählen für mich auch die Geringen in unseren Gemeinden. Das sind, nach meiner jahrzehntelangen Erfahrung, die, die (auch) an den Sonntagen kommen, wo die Vielen nicht (mehr) da sind. Also z.B. nach Weihnachten. Am Jahresende und am Jahresanfang. Weil sie diese Gottesdienste brauchen! Vor allem Alte und Einsame. Und gerade denen werden die Gottesdienste gestrichen! Sie werden, gerade am Ende eines solchen Jahres wie 2020, und am Anfang eines Jahres voller Ungewissheiten, im Stich gelassen. Die brauchen keine und denen helfen keine Online-Gottesdienste. -
Es können dadurch Menschenleben gerettet werden? Ach, das soll ich wohl so verstehen, dass ich das nicht will. Und Barmherzigkeit? Kenne ich wohl auch nicht. Ich riskiere ja Menschenleben. Das tun im Übrigen mit mir z.B. auch die rheinische Landeskirche und das Bistum Münster. Wie unvernünftig, wie verantwortungs- und lieblos.
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Matthäus53, 20. Dezember 2020, 23:59 Uhr


Auch im II. Weltkrieg wurde bis zum Fliegeralarm n. Gd. gefeiert, bevor man endlich notgedrungen in den Luftschutzkeller lief. Daher sollte man auch in der heutigen Zeit nicht ängstlicher sein wie der kleine Spatz. Gerade weil wir als Christen nicht nur in der mit Gesetzen und Verordnungen überfluteten Welt leben, sondern wir leben auch von Gott wohl behütet und sollten uns daher nicht ängstlich sondern eher gut geborgen fühlen, auch in Corona Krisenzeiten.
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ellybe, 21. Dezember 2020, 11:14 Uhr


Danke für den Hinweis, lieber Matthäus53!
Ich hatte u.a. zwei Tanten, die beide Diakonissen und als solche Krankenschwestern waren (und, wie meine Mutter, im sog. Dritten Reich Mitglieder der Bekennenden Kirche). Beide taten ihren Dienst auch im 2. Weltkrieg. Eine von beiden, und davon hat diese immer wieder erzählt, arbeitete in einem Evangelischen Krankenhaus in Wanne-Eickel (alle drei dort gebürtig). Sie tat dort ihren Dienst als OP-Schwester – und zwar ganz selbstverständlich auch während der Bombenangriffe. Draußen fielen die Bomben und drinnen wurden die Verletzten operiert. Darunter waren nicht wenige mit Amputationen. Und nicht alle überlebten ihre OP. Mit den Sterbenden hat meine Tante gebetet und die Verstorbenen ausgesegnet. In diesem Krankenhaus gilt heute ein Besuchsverbot. Auch die Gemeinde, in deren Trägerschaft sich das Krankenhaus damals befand, hat jetzt „schweren Herzens, aber in vernünftiger Verantwortung für den Nächsten, alle Präsenz-Gottesdienste mindestens bis zum 10.01.2021“ abgesagt.
Meinen beiden Tanten würde sich der Magen umdrehen, wenn sie davon erführen! Sie waren wahre Kämpferinnen des Glaubens. Als solche würden sie, wie sie es später in Heimen taten, selber Andachten halten, um niemanden im Stich zu lassen! Als Krankenschwestern selbstverständlich unter den gebotenen hygienischen Vorschriften. -
In was für Zeiten leben wir eigentlich? Und wie bewährt sich unsere Kirche in diesen Zeiten?
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ellybe, 22. Dezember 2020, 16:05 Uhr


Auf der Landessynode unserer Evangelische Kirche von Westfalen vom 16.-19. November hat unsere Präses, im Blick auf die Unverzichtbarkeit von Präsenzgottesdiensten, in ihrem mündlichen Bericht* folgendes erklärt, und wurde dafür ausdrücklich gelobt (die Hervorhebungen sind von mir):
"Wir werden WEITERHIN für die Menschen da sein und Gottesdienste feiern. Die Schutzkonzepte sind ÜBERALL SO GUT ausgearbeitet, DASS WIR DIES VERANTWORTEN KÖNNEN. Natürlich keine großen Festgottesdienste...Aber Gottesdienste im vertrauten Rahmen": "Die braucht es. JETZT ERST RECHT. Um der HOFFNUNG willen."
An diesen Aussagen muss sich unsere Präses jetzt messen lassen:
Sind bzw. waren die Schutzkonzepte doch nicht "ÜBERALL SO GUT ausgearbeitet"? Brauchen wir die "Gottesdienste im vertrauten Rahmen"** "JETZT ERST RECHT" und "Um der Hoffnung willen" nicht mehr? Kann und darf die Landeskirche derart (s.o. unter 5.) argumentieren, dass die Presbyterien ihrer dringenden Empfehlung folgen müssen, wenn sie sich nicht gegen die Landeskirchenleitung, gegen die Vernunft und gegen die Liebe Gottes entscheiden wollen? Es geht um UNSERE Hoffnung! Und zwar JETZT! Oder etwa doch nicht?
*Nachzulesen: www.evangelisch-in-westfalen/ueber-uns/landeskirche/landessynode/synode-2020/dokumente
**Siehe meinen Kommentar vom 18.12.2020, in dem ich bewusst entsprechende Zahlen für die Gemeinde genannt habe, der ich angehöre
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ellybe, 24. Januar 2021, 11:16 Uhr


Soeben haben wir in der ARD die Übertragung des katholischen Gottesdienstes aus St. Aposteln in Köln gesehen und "mitgefeiert". In diesem Gottesdienst sang der Chor und die anwesende Gemeinde sang die Gemeindelieder! Die Eucharistie (das Brot) wurde (anders als sonst) vom Pfarrer und seinen liturgischen Helfern in die Bankreihen zu den Kommunikanten gebracht!
All dies entsprach nicht der dringenden Empfehlung unserer Landeskirche (Präses), also dem Gebot der Vernunft und "unserem Auftrag, der Liebe Gottes zu den Menschen zu entsprechen"!
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Ruckzuck, 24. Januar 2021, 11:35 Uhr


Ich habe das auch gesehen und meinen Augen nicht getraut. In der gegenwärtigen Situation halte ich das für geradezu fahrlässig. Und vor allem für kein gutes Vorbild.

ellybe, 24. Januar 2021, 15:12 Uhr


Ich war froh und dankbar über das, was ich da gesehen habe. Zeigt es mir doch, dass Gemeindeglieder noch ernst genommen werden in dem, was für sie (für die Stärkung ihres Glaubens, für ihre Lebenskraft) wichtig ist - und zwar ohne dass andere gefährdet werden! Das hat für mich nichts mit Fahrlässigkeit zu tun, sondern mit Verantwortungsbewusstsein! Wenn Kirche sich unbedingt überflüssig machen will, sollte sie so weitermachen wie hier in Westfalen.
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ellybe, 3. Februar 2021, 16:27 Uhr


Ich lese in diesen Tagen wieder die Worte unserer Präses: "erreichbar für Menschen, die einsam sind". - Da möchte ich nun zwei meiner weiteren Corona-Erfahrungen hier "zum Besten" geben:
Vor den beiden Lockdowns war es in der Gemeinde üblich, dass alle Senioren, die z.B. 70, 75 oder 80 Jahre werden, an ihrem Geburtstag Besuch von ihrem Pfarrer (m./w.) bekamen. Dabei wurden Ihnen in der Regel auch ein kleines Geburtstagsheft oder ein kleiner Blumenstrauß mitgebracht. Wie sieht es jetzt damit aus? Besuche finden "natürlich" nicht statt. Es klingelt auch nicht und Herr oder Frau Pastor stehen (wenigstens das) vor der Tür und übergeben mit ein paar freundlichen Worten und Mundschutz aus sicherem Abstand ihren Geburtagsgruß. Na, dann schicken sie vielleicht - wie sonst, wenn sie in Urlaub oder verhindert waren - ein Grußheft per Post zu (Porto: 1,55 €)? Fehlanzeige. Gut, das viele Geld kann man ja sparen. Wie wäre es stattdessen mit einer Geburtstagskarte? Kommt auch nicht. Aber da gibt es ja etwas, was nichts kostet, weil jede/r Pastor/in eine Telefon- und Internetflat hat: Ein Anruf oder eine Email - jedenfalls dann möglich, wenn die Emailadresse oder die Telefon/Handynummer bekannt ist und es früher auch geklappt hat, zumindest nach der Liste der ehemaligen Mitarbeiter/innen etc.: Ebenfalls Fehlanzeige. Also: Nichts geht mehr. Und das, obwohl von allen Seiten (bis hinauf zur Präses) so oder ähnlich versichert worden ist, "dass wir einander auch über die Entfernung in der Liebe Gottes miteinander verbunden sind und bleiben"! -
Das ist harte kirchliche Realität: Vergessen sind bzw. werden wir. In der Gemeinde fallen nach wie vor (seit bald einem Jahr!) alle Kreise und Veranstaltungen aus; Ob sie uns wiedererkennen, wenn wir nach dem Ende des/der Lockdowns - noch - wiederkommen? Werden bzw. würden sie uns dann sagen, sie hätten immer an uns gedacht und wären immer für uns da gewesen? Ich frage mich in meiner tiefen Betroffenheit ernsthaft: Können wir uns das Geld für sie nicht auch sparen? -
Für einen kürzlich verstorbenen Pfarrer, der fast 40 Jahre (!!) in seiner Gemeinde wie in kreiskirchlichen Aufgaben, zuletzt auch noch in schwerer Krankheit, Dienst getan hatte, gab es weder von unserem Kirchenkreis noch von seiner Gemeinde im Regionalteil von UNSERE KIRCHE einen Nachruf. Nicht einmal ein paar kurze Zeilen. Von Dank für seinen jahrzehntelangen Dienst ganz zu schweigen. -
Auch das ist kirchliche Realität im Lockdown. -

Nachtrag am 04.02.2021:
Heute steht in der WAZ unserer Stadt ein großer Artikel über den Tod eines beliebten ehemaligen katholischen Pfarrers, 31 Jahre in "seiner" Gemeinde gewesen, jetzt gestorben im Alter von 82 Jahren im Rheinland. So geht es also auch!
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Erika Moers, 3. Februar 2021, 17:48 Uhr


Wie schade, liebe ellybe, dass Sie immerzu nur von solch trostlosen Eindrücken berichten können.
Da muss ich Ihnen unbedingt von meiner Freude erzählen, die mir „mein“ junger Pastor zu meinem runden Geburtstag vor Monaten machte:
Er schickte mir ein sehr gut ausgesuchtes GeburtstagsHeft, in dessen Innenseite er handschriftlich seine Wünsche und Grüße schrieb - versehen mit einem PS: „Lassen Sie es mich bitte wissen, ob Sie sich über einen Besuch freuen würden.“
Oh ja, und wie ich mich freute! Er kam, und es wurde eine angenehme Stunde.

ellybe, 4. Februar 2021, 11:18 Uhr


Dank, liebe Erika Moers, für diese verständnisvolle Zuschrift! -
Das Schlimme ist nur, dass es in unserer Kirche im Lockdown offenbar kein Eingreifen von "Oben" (Landeskirchenamt) gegen deutlich erkennbare/sichtbare Missstände auf der Gemeindeebene gibt. Sie werden einfach "zugedeckelt". Wenn man dies aber anspricht/offen legt, macht man sich missliebig.
Vertrauen ist gut, Kontrolle wäre besser...

Alwite, 4. Februar 2021, 12:35 Uhr


Liebe Frau Moers,
hier kann ich mich anschließen. Meine Erlebnisse in Richtung Kirche sind leider oft, dass Mitglieder von der Kirche eine gewisse Bringeschuld, dem persönlichen Verständnis angepasst, erwarten. "Erwartung" jedweder Art kann nur Enttäuschung ergeben. Das Miteinander erfährt sich nach meinem Verständnis, zwanglos und ohne Aufrechnung in der Gegenseitigkeit.
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