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Lockdown, Liebe, Hoffnung

UK-Aktion

Aus der Printausgabe - UK 48 / 2020

Gerd-Matthias Hoeffchen | 25. November 2020

„Was tut euch in dieser schwierigen Zeit gut?“ Diese Frage haben wir unseren Leserinnen und Lesern in den sozialen Medien gestellt. Viele haben uns geantwortet – per 60 Sekunden-Video.

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„Hallo ich bin Muetze. Ich bin Musiker. In dieser verrückten Zeit hilft es mir sehr, Musik zu machen und mich kreativ auszudrücken.“ Lässig spricht der junge Mann – Vollbart, Nasenring und auf dem Kopf eine Mütze, daher ja auch der Künstlername – in die Kamera. Ein bisschen plaudert er von seiner Musik, wie Corona den Künstlerinnen und Künstlern das Geschäft schwer macht, aber dass die Musik ihn trotzdem hält und trägt. Dann grüßt Muetze freundlich alle UK-Leserinnen und Leser. Und schwupp, ist er wieder verschwunden.

Muetze ist einer von gut zwei Dutzend Menschen, die einem Aufruf von UK gefolgt sind: Sagt uns, was euch in dieser Lockdown-Zeit gut tut. Nehmt es per Video auf. Und schickt es an UK.

„Lockdown, Liebe, Hoffnung“ heißt diese Aktion. Sie läuft täglich bis Ende November in den sozialen Medien: instagram, facebook und Co. Hier eine kleine Zusammenschau.

Journalistin Hannah Praetorius erzählt, was es ihr bedeutet, endlich wieder mit dem Chor zu proben; selbst wenn das nur per Video geht. Musikproduzent Jan Primke ermuntert: Gebt Hoffnung weiter! Sarah Vecera von der Vereinten Evangelischen Mission stiehlt sich eine Stunde aus dem Homeoffice, weil draußen der blaue Himmel lockt. Liedermacher Clemens Bittlinger zählt in Reimform sieben Hoffnungspunkte auf: Impfstoff, Joe Biden, Erinnern, Schöpfungsbewahrung, Herbstwälder, neue Formen der Kommunikation; Jesus Christus, der „immer nur ein Gebet weit entfernt ist“. Und Donny aus Sumatra erzählt, wie froh er ist, dass er eine Ausbildung in Deutschland machen kann und sich vom Gehalt eine Gitarre kaufen konnte. Auf der spielt er ein Ständchen. Außerdem sind dabei: Kindergottesdienstpfarrer Bastian Basse, Theologiestudentinnen, eine Vikarin, Pastorinnen. Und viele andere.

Deutlich werden zwei Schwerpunkte: Musik. Sie stützt und trägt die Menschen, gibt ihnen Freude und Erfüllung. Und: Bewegung. Ob an der frischen Luft oder mit Gymnastik im Wohnzimmer – wenn der Körper etwas zu tun hat, verabschiedet sich der Kopf von ganz allein von trüben Gedanken.

Das sind Erfahrungen, die helfen können, den eigenen Weg durch eine herausfordernde Zeit zu finden. Und wenn Corona mal wieder vorbei sein wird: Es mag nicht schaden, von diesen Erfahrungen auch weiterhin zu profitieren.

Die Videos finden Sie auf unserem Facebookkanal im Feed und auf unserem Instagramkanal in den Stories und in den Highlights.

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Leser-Kommentare öffnen

Alwite, 26. November 2020, 9:48 Uhr


Kürzlich fiel mir Fontanes "Unwiederbringlich" auf, dabei dachte ich, wie unterschiedlich - und auch wieder nicht - wir mit Gegebenheiten umgehen und ich weiß nicht zum wievielten mal mir die bekannte kleine Geschichte durch den Kopf spazierte:
"Es war einmal ein Zen Meister. Aufgrund seines ehrenvollen Lebens war er im ganzen Dorf, und darüber hinaus, sehr beliebt und angesehen. Eines Tages wurde die Tochter, des Dorfbäckers schwanger. Da das Mädchen unverheiratet war, war der Vater des Mädchens aufgebracht und wütend. Also zwang er das Mädchen, ihm den Namen ihres Liebhabers zu verraten. Aus Angst vor den Konsequenzen nannte das Mädchen den Namen des Zen Meisters.

Sie wusste, ihm würde der Vater nichts antun. Und so war es. Doch als das Kind geboren war, nahm der Bäcker das Neugeborene und warf es dem Zen Meister vor die Füße. Er schimpfte lange auf den Zen Meister ein und erklärte ihm, dass er Schande über sein Haus gebracht hat. Der Zen Meister erwiderte nur:

Ach, ist das so?

Er nahm das Kind in den Arm und kümmerte sich fortan um das Baby als wäre es sein eigenes. Überall wo er hinging nahm er das Kind, eingewickelt in einer Decke, mit. Viele seiner Freunde, Bekannten und einst getreuen Schüler wandten sich von ihm ab. Für sie war es eine Schande, dass der Zen Meister das Mädchen schwängerte. Aber der Zen Meister schwieg.
Irgendwann vermisste die Mutter des Kindes ihr Kleines so sehr, dass sie ihrem Vater die Wahrheit beichtete, und den Namen des tatsächlichen Vaters preisgab. Es war ein einfacher Junge aus dem Dorf.

Der Bäcker versank vor Scham in Grund und Boden und eilte zu dem Zen Meister und bat ihn um Verzeihung. Der Zen Meister sagte nur: "Ach, ist das so?", und gab dem Mann das Kind zurück."

Wie "Muetze" nicht nur Zuschauer zu sein, sondern ähnlich dem Zen, in Aktion das Nächstliegende umsichtig zu handhaben, empfinde ich als gutes Beisspiel unsere jetzt gefragte Gelassenheit zu motivieren. Ähnlich dem Bäcker auf der Straße zu randalieren und mit dem notwendigen Einsatz unserer Sicherheitskräfte, unser aller Steuergelder zu verbrennen finde ich dagegen mehr als unsozial.
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