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Ein Patient mit Schlafstörungen wird im Campus Virchow-Klinikum der Berliner Charité untersucht. Foto: arte

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Schlafen um jeden Preis

TV-Tipp: arte, Di, 29.9., 20.13 Uhr

29. September 2020

Schlafprobleme sind in Europa und insbesondere in Deutschland und Frankreich einer der häufigsten Gründe für einen Arztbesuch.

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Ein Patient mit Schlafstörungen wird im Campus Virchow-Klinikum der Berliner Charité untersucht. Foto: arte

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Immer mehr Menschen leiden unter Schlaflosigkeit, bleierner Müdigkeit tagsüber, Schlafapnoen oder sogar Narkolepsie. Millionen Krankschreibungen jährlich und wirtschaftliche Einbußen in Milliardenhöhe sind die Folge. Im Extremfall können sich Schlafprobleme auf den Stoffwechsel auswirken und Übergewicht, Diabetes oder Alzheimer begünstigen.

Schlaf ist zwingend notwendig – und trotzdem liegt die durchschnittliche Schlafdauer pro Nacht bei nur knapp sieben Stunden. Damit ist sie so niedrig wie noch nie. Seit einigen Jahren wird das Thema intensiv erforscht. Studien haben gezeigt, dass der Mensch eine innere Uhr besitzt, die auf einer sogenannten circadianen Rhythmik beruht. Diese Entdeckung war so wichtig für die Rettung des Schlafes, dass sie 2017 mit dem Nobelpreis in Medizin ausgezeichnet wurde.

lreiche neue Studien suchen nach Alternativen zu Schlafmitteln, die häufig zu schweren Nebenwirkungen führen. Mit diesen Medikamenten ähnelt der Schlaf eher einer Narkose und ist keineswegs erholsam. Aufgrund der Fortschritte der Medizin weiß man inzwischen, welch entscheidende Rolle dem Schlaf zukommt: In dieser Zeit räumt das Gehirn auf und schafft Platz für Neues.

Darüber hinaus konnten die Forscher bestätigen, dass es neue, alternative Wege gibt, um wieder schlafen zu können: Als wirksam gelten polyphasischer Schlaf (mit kurzen Nickerchen), Lichttherapie (blaues Tageslicht, um die innere Uhr zu synchronisieren) oder auch Helme, die leicht unter Strom gesetzt werden, um die hormonale Tätigkeit des Gehirns anzuregen.

Die kostengünstigen Techniken, die frei von Nebenwirkungen sind, erfreuen sich weltweit zunehmender Beliebtheit. Große Unternehmen wie Google, Facebook und andere modern gestaltete Firmen experimentieren mit Licht und setzen innovative Büromodule – wie Nap pods – ein, die den Mitarbeitern kurze Tagschlafphasen ermöglichen. Wer sich nicht mehr von seinen Schlafstörungen zermürben lassen will, dem steht heute also ein wirksames Arsenal an Lösungen zu Verfügung.

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