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Die Bibel lesen

Aus der Printausgabe - UK 32 / 2020

Michael Schneider | 31. Juli 2020

Woche vom 2. bis 8. August

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Sonntag:    Psalm 139
Montag:     Markus 4, 26-29
Dienstag:     Markus 4, 30-34
Mittwoch:     Markus 4, 35-41
Donnerstag:     Markus 5, 1-20
Freitag:     Markus 5, 21-34
Samstag:     Markus 5, 35-43

Und er fing abermals an zu lehren. – Und er gebot ihnen streng, dass es niemand wissen sollte. Lehren und wissen. Die rahmenden Verse der Bibellese aus Markus 4 und 5 geben ein wesentliches Thema vor, das auch in den beiden Kapiteln immer wieder eine Rolle spielt. Es wird überhaupt viel kommuniziert in diesem Abschnitt: Jesus redet mit der Menge, mit Schülerinnen und Schülern, mit denen, die einfach die Anderen oder die da draußen genannt werden. Er spricht die kranke Frau an und das tote Mädchen. Er kommuniziert in direkter und in bildhafter Rede der Gleichnisse. Sein Wort steht gegen die Naturgewalt des Sturms.

Und dann gibt es eine Menge nicht gelungener oder nicht stattfindender Kommunikation: Jesus hört den Sturm nicht und auch andere haben keine Ohren zu hören. Jesus blickt in das Auge des Orkans und bringt ihn zum Verstummen, andere haben keine Augen zu sehen. Verstehen und Wissen sind sogar noch kompliziertere Phänomene. Manchen scheint Verständnis in die Wiege gelegt und manchen nicht. Bei Markus scheint das Wissen auch weniger aktiv erworben als passiv gegeben zu sein – oder eben nicht: Euch ist das Geheimnis des Reiches Gottes gegeben; denen draußen aber widerfährt es alles in Gleichnissen, auf dass sie mit sehenden Augen sehen und doch nicht erkennen und mit hörenden Ohren hören und doch nicht verstehen, damit sie sich nicht etwa bekehren und ihnen vergeben werde. Das durchaus nicht einfach zu denkende biblische Motiv der Verstockung scheint hier durch. Gott gibt das Verstehen, aber auch das Unverständnis.

Schon hier möchte man den Figuren im Markusevangelium zurufen: Versteht ihr denn nicht, dass ihr Jesus Christus, den Sohn Gottes (Markus 1,1), vor euch habt? Das ist das Evangelium, die gute Nachricht! Der markinische Jesus aber redet hinein in eine Welt voller Angst, Furcht und Bedrohung. Die Schüler Jesu fürchten sich vor dem Sturm und vielleicht fürchten sie sich noch mehr, als Jesus dem Sturm Einhalt gebietet und sie sich fragen, wen sie da vor sich haben. Die geheilte Frau fürchtet sich und zittert. Und dieses Motiv findet sich bei Markus bis zum Ende immer wieder, sogar als Reaktion auf das größte aller Wunder: Und sie gingen hinaus und flohen von dem Grab; denn Zittern und Entsetzen hatte sie ergriffen. Und sie sagten niemand etwas; denn sie fürchteten sich (Markus 16,8).

Vielleicht müssen Christen ja gar nicht erlöster aussehen oder bessere Lieder singen, wie einst Friedrich Nietzsche gefordert hat. Aber die Leserinnen und Leser des Markus sollten sicherlich mehr Wissen und weniger Angst haben.

Dr. Michael Schneider ist Leiter des Dekanats und Dozent für Neues Testament, Hymnologie und Liturgik am Fachbereich Evangelische Theologie der Universität Frankfurt am Main.

Wochenspruch
Wandelt als Kinder des Lichts; die Frucht des Lichts ist lauter Güte und Gerechtigkeit und Wahrheit. Epheser 5,8b.9

Wochenlied
Sonne der Gerechtigkeit
EG 262/263

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