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Hier darf man lässig gekleidet sein: Bernd Becker am Mikrofon bei seiner Sendung, die als Podcast ins Internet geht. Foto: Besim Mazhiqi

Glück auf und Halleluja

Sommerserie (IV)

Aus der Printausgabe - UK 31 / 2020

Bernd Becker | 29. Juli 2020

Leidenschaftlich über Glaube, Kirche und Religion reden: UK-Herausgeber Bernd Becker geht regelmäßig mit einem befreundeten Gemeindepfarrer auf Sendung.

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Hier darf man lässig gekleidet sein: Bernd Becker am Mikrofon bei seiner Sendung, die als Podcast ins Internet geht. Foto: Besim Mazhiqi
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Für Gläubige, Halbgläubige und Nichtgläubige: Thies Friederich in seinem Studio. Foto: privat

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Die UK-Sommerserie dreht sich diesmal nicht um Ausflugsziele, sondern um Beschäftigungen. Um das, was man gut im Urlaub machen kann – und sonst auch. Es sind Aktivitäten, die Mitglieder des UK-Teams in der Corona-Krise (wieder-)entdeckt haben.

Das Mikro ist eingeschaltet. Das Aufnahmegerät ausgesteuert. Der Zettel mit wenigen Stichworten liegt bereit. Frisur und Kleidung sind egal. Das ist das Schöne an einem Podcast. Die Leute hören nur unsere Stimmen, sehen uns aber nicht. Sonst muss man ja selbst für Video-Konferenzen vorher kurz in den Spiegel schauen.

Dann erklingt der Vorspann, auf den wir besonders stolz sind. Die Musik stammt von Thimo Gonschior. Den Song hat er für den Kirchentag in Dortmund 2019 komponiert, und er heißt genauso wie unsere Sendung: „Glück auf und Halleluja“. Leider sind nur wenige Takte zu hören. Die Leute mögen es nicht, wenn am Anfang zuviel Musik gespielt wird. Sie möchten, dass gesprochen wird.

Und das tun wir. So, wie es WDR-Moderatorin Sandra Quellmann vor jeder Folge ankündigt. Wir haben uns riesig gefreut, dass sie das Intro extra für uns aufgenommen hat. „Der Podcast für Gläubige, Halbgläubige und Nichtgläubige von Thies Friederichs und Bernd Becker“, so erklingt es mit ihrer professionellen und unglaublich freundlichen Stimme.

Und dann legen wir los und reden buchstäblich über Gott und die Welt. Jede Folge hat zwar ein eigenes Motto, aber am Ende geht es uns immer darum, Themen des Glaubens mit Themen des Lebens in Verbindung zu bringen. Und das möglichst unterhaltsam. Das fällt uns erstmal nicht schwer, weil wir schon lange befreundet sind, den gleichen Humor haben und auch privat gern miteinander plaudern.

Der Haken: Wir schaffen es pro Episode kaum unter 60 Minuten. Einmal haben wir versucht, es deutlich kürzer hinzubekommen. Das hat uns dann allerdings so gestresst, dass wir uns jetzt kein Limit mehr setzen. Eine gute Stunde, das hat sich nach zehn Folgen eingependelt. Immerhin gibt es andere Podcasts, die im Extremfall sogar mehrere Stunden dauern. Der Vorteil: Diese Sendeformate sind ja jederzeit im Internet abrufbar, können angehalten und bei anderer Gelegenheit weitergehört werden. Wer sie sogar abonniert, natürlich kostenfrei, bekommt jedesmal eine Meldung, wenn eine neue Folge hochgeladen wurde.

Ab Mitte März hat sich die Frequenz unserer Podcast-Folgen dann deutlich erhöht. Gab es zunächst nur alle vier bis fünf Wochen eine Episode, haben wir in den vergangenen Monaten teilweise 14-täglich neue Folgen produziert. Der Grund lag in den Kontaktbeschränkungen durch die Coronakrise. Thies Friederichs und ich haben uns dann nicht mehr real getroffen, sondern telefoniert, und jeder hat daheim seine Tonspur selbst aufgenommen. Das lässt sich schnell zusammenschneiden und ins Netz stellen. Das ging flotter als bei den Treffen zuvor, denn da musste sich erst einer von uns auf den Weg machen. Außerdem haben wir dann noch ausgiebig Kaffee getrunken oder sind nach getaner „Arbeit“ Essen gegangen.

Was dazukam: Wir beide hatten weniger dienstliche Termine, Thies als Gemeindepfarrer, ich als Zeitungsverleger und Herausgeber von UK. Es gab zwar immer noch genug zu tun, aber wir sind ja eine Weile kaum aus dem Haus gegangen.

In welchen Abständen wir künftig die neuen Folgen aufnehmen, wird sich zeigen. Auf die realen Treffen freue ich mich allerdings schon wieder. Das ist doch eine andere Atmosphäre. So wurde es zum Beispiel in den ersten Episoden zum Running Gag, dass sich irgendwann während der Aufnahme Thies‘ Kühlschrank mindestens einmal deutlich hörbar zu Wort gemeldet oder seine Katze etwas umgeworfen hat. Das haben wir dann auch nicht rausgeschnitten. Wir fanden es witzig, und die Hörerinnen und Hörer auch.

Eigentlich sind wir letztes Jahr spät in die Podcast-Welt eingestiegen. Schon seit Jahren werden solche Sendungen produziert und vorwiegend über das Smartphone gehört. Gern auch per Kopfhörer oder mit Bluetooth-Box. Das geht beim Autofahren, bei der Hausarbeit oder zum Einschlafen.

Auf den einschlägigen Plattformen im Internet finden sich dabei professionelle Podcasts von großen Verlagen oder Rundfunksendern, aber auch viele hausgemachte Aufnahmen von Menschen mit speziellen Interessen. Da geht es um Kino, Bücher, Beziehungen oder Philosophie. Für jeden und jede ist etwas dabei. Wir reden in „Glück auf und Halleluja“ über Themen, die uns persönlich interessieren, die aber auch einen Bezug zu Glauben und Kirche haben. Wir haben schon über Musik gesprochen, über‘s Essen und über religiöse Elemente in Film und Fernsehen. Natürlich gab es auch eine Weihnachtsfolge, und eine komplette Episode zum Thema „Hoffnung“ war dabei.

Tausend Interessierte klicken sich rein

Rund tausend Menschen hören in jede neue Sendung rein, aber nicht alle bleiben bis zum Ende dabei. Da versuchen wir noch besser zu werden. Ermutigt haben uns Freunde vom Projekt „RefLab“ der evangelisch-reformierten Kirche in Zürich. Dort werden seit Anfang 2020 eine Reihe von Podcasts über Glauben und Theologie produziert. Über unseren Podcast schrieben die Züricher: „Bernd Becker und Thies Friederichs machen einfach gute Laune, wenn sie über ihre Leidenschaften, Theologie und kirchliches Leben sprechen.“ Das hat uns gefreut und ist uns Ansporn – für viele weitere Folgen, in denen es heißt „Glück auf und Halleluja“.

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