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Die Bibel lesen

Aus der Printausgabe - UK 14 / 2020

Michael Rydryck | 27. März 2020

Woche vom 29. März bis 4. April

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Sonntag:    Psalm 102
Montag:     Markus 14, 1-11
Dienstag:     Markus 14, 12-16
Mittwoch:     Markus 14, 17-25
Donnerstag:     Markus 14, 26-31
Freitag:     Markus 14, 32-42
Samstag:     Markus 14, 43-52

Gesalbt von einer Fremden, gespeist mit seinen Schülern, verraten von Judas und verlassen von allen – Markus 14,1-52 erzählt die Vorgeschichte zu Worten aus dem Glaubensbekenntnis „gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben“, die den Leidensweg Jesu in Markus 14,53-15,47 zusammenfassen: Verhöre und Verspottung, Kreuzigung und Tod. Erschreckend eindeutig und endgültig erscheinen die Worte aus dem Glaubensbekenntnis. Uneindeutig und vorläufig wirken dagegen die Szenen, die sich unmittelbar vor der Passion ereignen:

Jesus wird in Betanien von einer fremden Frau gesalbt (14,3-9). Die Fremde wird zur Vertrauten, während seine Vertrauten mit Befremden reagieren: Die Ehrung eines Königs? Die Verschwendungssucht einer Wahnsinnigen? Das Begräbnisritual für einen Todgeweihten? Die Salbung in Betanien bleibt mehrdeutig.

Jesus speist am Passafest mit seinen Schülern (14,12-26). Für Jesus ist dieses Essen zugleich festliches Passamahl und Henkersmahlzeit. Seine Schüler ahnen, dass es wohl ein Abschiedsessen ist. Vor diesem Hintergrund wird Jesus in doppeltem Sinn zum Speisenden: Er genießt die letzten lebendigen Stunden und er gibt sich selbst für seine Schüler und in ihrer Nachfolge für viele.

Jesus wird von Judas verraten (10-11); Judas, der ihn dann verriet (3,19) – diese Rolle ­scheint von Anfang an festgeschrieben. Was will er bei den Hohenpriestern? Das griechische Verb bedeutet übergeben, ausliefern. Erst durch Judas wird es zum Synonym für verraten, Judas zum Verräter. Judas liefert Jesus aus (14,43-45), über seine Motive schweigt der Text. Ihm wird Geld versprochen, doch ob er es annimmt oder erhält, auch darüber schweigt der Text. Und Petrus? Auch er wird Jesus verraten – nicht indem er ihn ausliefert, sondern indem er Jesus verleugnet und ihn seinen Feinden überlässt (Markus 14,66-72). Judas und Petrus, zwei Schüler Jesu mit klar definierten Rollen? Nicht im Markus­evangelium.

Jesus wird von allen verlassen (Markus 14,32-52). Schließlich ist er allein. Gott antwortet nicht in Gethsemane, seine Schüler schlafen und am Ende fliehen sie alle, um nicht das Schicksal des Todgeweihten zu teilen. Der letzte Nachfolger kann sich nur knapp den Griffen der Häscher entziehen und scheint uns mit der Erkenntnis zurückzulassen: Besser nackt und frei, als bekleidet und gefangen! Doch auch diese Erkenntnis bleibt vorläufig und das letzte Wort über Jesus ist bei Markus noch nicht gesprochen.

Dr. Michael Rydryck ist Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Professur für Neues Testament und Geschichte der Alten Kirche an der Universität Frankfurt am Main.

Wochenspruch
Der Menschensohn ist nicht gekommen, dass er sich dienen lasse, sondern dass er diene und gebe sein Leben als Lösegeld für viele. Matthäus 20,28

Wochenlied
O Mensch, bewein dein Sünde groß EG 76

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