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Paris, 1956: René Goscinny an seinem Zeichentisch. Bevor er sich Mitte der 50er Jahre ausschließlich dem Schreiben von Comics widmete, wollte er zunächst selbst Comiczeichner werden. Foto: arte

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Asterix & Co. Der Autor René Goscinny

TV-Tipp: arte, Mi, 22.1., 22.05 Uhr

22. Januar 2020

Der am 5. November 1977 verstorbene René Goscinny hinterließ ein umfangreiches Werk: „Asterix“, „Lucky Luke“, „Isnogud“, „Der kleine Nick“, mehrere Filme, eine TV-Serie sowie zahlreiche Ausdrücke, die in die Umgangssprache eingegangen sind.

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Paris, 1956: René Goscinny an seinem Zeichentisch. Bevor er sich Mitte der 50er Jahre ausschließlich dem Schreiben von Comics widmete, wollte er zunächst selbst Comiczeichner werden. Foto: arte

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Doch nicht nur seine Kunst, auch der Werdegang Goscinnys kann als gelebte Vermischung der Kulturen verstanden werden. Goscinny wuchs in Argentinien auf, wo er das französische College in Buenos Aires besuchte, und lebte ab 1945 für sieben Jahre in New York. Dort lernte er das Comiczeichnen mit Harvey Kurtzman und dem Team des künftigen „MAD Magazine“, das ab 1952 den amerikanischen Comic revolutionieren und dem amerikanischen Humor eine völlig neue Ausrichtung geben sollte.

1950 ging Goscinny nach Europa, wo er zunächst als Zeichner und später als Comicszenarist arbeitete. 1959 gründete er mit Albert Uderzo und Jean-Michel Charlier das Wochenmagazin „Pilote“, in dessen erster Nummer Asterix auftrat. Sowohl beim sehr angelsächsischen Humor von „Pilote“ als auch in Goscinnys Szenarien ist der Einfluss von „MAD“ offensichtlich. Wie Kurtzman in den Vereinigten Staaten revolutionierte René Goscinny in Europa das Comic.

1961 erschien das „Asterix“-Heft Nummer eins, und drei Jahre später begann der große und dauerhafte Erfolg der Gallier-Serie. Der Zeichner Uderzo entwarf die Obelix-Figur und Goscinny den Antihelden Asterix. Moebius, Mézières, Christin, Fred, Cabu, F’murr, Druillet, Gotlib, Bretécher, Dionnet, Mandryka, Bilal, Alexis, Tardi, Reiser und viele andere Zeichner lernten bei Goscinny, der den Gewinn von „Asterix“ ganz gezielt in „Pilote“ investierte, um den Nachwuchs zu fördern – eine Generation, die „Charlie Hebdo“, „L'Echo des Savanes“, „Fluide Glacial“ und „Métal Hurlant“ hervorbrachte. Denn die Unterstützung, Produktion und Verbreitung anspruchsvoller Populärkultur war immer von höchster Bedeutung für den legendären Comicautor.

Die arte-Dokumentation zeichnet das Leben und Wirken eines faszinierenden Künstlers nach, dessen Einfluss auch heute noch spürbar ist.

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