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Politaktivisten entfernen Figuren aus Weihnachtskrippen

Gabriele Fritz (epd) | 9. Januar 2020

Aus Protest gegen die EU-Flüchtlingspolitik haben Poltikaktivisten zwei der heiligen drei Könige aus Krippen deutschlandweit entfernt.

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Berlin/Münster (epd). Politaktivisten haben aus Protest gegen die EU-Flüchtlingspolitik bundesweit aus Kirchen zwei der heiligen drei Könige von den dortigen Weihnachtskrippen entfernt. Betroffen seien Kirchenkrippen in Berlin, Bielefeld, Darmstadt, Frankfurt, Freiburg, Köln und Münster, wie ein Sprecher der Aktivisten, die sich als «Künstlerkollektiv» bezeichnen, am Sonntag dem Evangelischen Pressedienst (epd) erläuterte. In Nordrhein-Westfalen sind seinen Angaben nach insgesamt zwölf überwiegend katholische Kirchen betroffen. Die Figuren wurden am Samstag aus den Kirchen entfernt undseien derzeit an einem sicheren Ort aufbewahrt.

   Mit der Aktion «ausgeGRENZT - Dreikönige vor den Toren Europas» vor dem Dreikönigstag am 6. Januar solle auf die gravierende humanitäre Notlage in den Flüchtlingslagern an den europäischen
Außengrenzen aufmerksam gemacht werden, heißt es. Zudem gehe es um die «menschenunwürdige Unterbringung» von Flüchtlingen in Ankerzentren in Deutschland. Am Dreikönigstag feiern die Christen weltweit die Ankunft der heiligen drei Könige bei dem Jesuskind im Stall von Bethlehem.

   Die EU-Abschottungspolitik habe verhindert, dass die beiden Könige das neugeborene Flüchtlingskind Jesus von Nazareth begrüßen können, erklärte das Kollektiv. Ein König sitze im Lager Moria auf der griechischen Insel Lesbos fest. Die Situation dort sei eine humanitäre Katastrophe, die Menschen hungerten und seien kaum vor Kälte und Regen geschützt. Die Aktion solle «aufrütteln und das Thema Lagerunterbringung neu in die gesellschaftliche Diskussion
einbringen».

   Die Kirchengemeinden seien vorab nicht über die Aktion benachrichtigt worden, sagte der Sprecher. Es sei um den Überraschungseffekt gegangen. Auch habe man den Gemeinden nicht die Verantwortung für die Entfernung der Figuren aufbürden wollen. Weitgehend sei die Aktion in den Gemeinden auf Verständnis gestoßen, aber es gebe auch kritische Reaktionen. Ab dem 7. Januar würden die fehlenden Krippenfiguren wieder in die Kirchen zurückgebracht, versicherte der Sprecher.

   Betroffen sind nach Angaben des Kollektivs in Münster St. Clemens, St. Mauritz, St. Michael, St. Stephanus, St. Petronilla, St. Konrad, die Heilig-Geist-Kirche und die Dyckburg-Kirche Die drei betroffenen Kirchen in Köln sind St. Pankratius, Christi Auferstehung und das Jugendpastoralzentrum Crux. In Bielefeld fehlten am Samstag Figuren von St. Jodokus. Aufgrund zahlreicher Beschwerden seien allerdings die Figuren bereits am Sonntag wieder dorthin zurückgebracht worden, erklärte der Sprecher des Kollektivs.

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