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Seit 25 Jahren wird das Friedenslicht in Bethlehem entzündet. Und seitdem kümmern sich Pfadfinder um die Überbringung der Flamme aus der Geburtsgrotte nach Deutschland. Hier wird das Licht als Zeichen des Friedens verteilt. Foto: epd

Frieden – über alle Grenzen hinweg

Interview

Aus der Printausgabe - UK 51 / 2019

Angelika Prauß | 15. Dezember 2019

Aus der Geburtsgrotte in Bethlehem kommt seit 25 Jahren das Friedenslicht nach Deutschland. Mit der Hilfe von Pfadfindern. Thorsten Zenk erinnert sich und blickt im Interview auf eine Erfolgsgeschichte zurück.

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Seit 25 Jahren wird das Friedenslicht in Bethlehem entzündet. Und seitdem kümmern sich Pfadfinder um die Überbringung der Flamme aus der Geburtsgrotte nach Deutschland. Hier wird das Licht als Zeichen des Friedens verteilt. Foto: epd

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Seit 25 Jahren gibt es die Aktion „Friedenslicht aus Bethlehem“. Ab dem 3. Adventswochenende wird die Flamme an Gemeinden, Institutionen und auch Privatleute weitergegeben. Seit 1994 kümmern sich die Pfadfinder um die Überbringung des Lichtes von der Geburtsgrotte nach Deutschland. Im Interview von Angelika Prauß blickt Thorsten Zenk, Mitglied im Ringarbeitskreis des Friedenslichts und Friedenslicht-Beauftragter des Verbandes Christlicher Pfadfinderinnen und Pfadfinder (VCP) in Schleswig-Holstein, auf die letzten 25 Jahre und eine Erfolgsgeschichte zurück.

Herr Zenk, Sie sind ein Mann der ersten Stunde. Wie kam es überhaupt dazu, dass die deutschen Pfadfinder hierzulande das Friedenslicht weitergeben?
Die Aktion entstand 1986 als Initiative des Österreichischen Rundfunks im Rahmen einer Spendengala. Seitdem wird das Licht in der Vorweihnachtszeit von einem österreichischen Kind an der ewigen Flamme in der Geburtsgrotte in Bethlehem entzündet und nach Österreich gebracht. Drei Jahre später wurde die Idee vom Wiener Pfadfinderleiter Herbert Grünwald aufgegriffen. Wir haben über die österreichischen Pfadfinder davon erfahren. Sie organisieren seitdem die Verteilung des Friedenslichtes an ausländische Pfadfinder-Delegationen im Rahmen einer ökumenischen Feier in Wien oder Linz.

Wie funktioniert der Transport? Gibt es keine Sicherheitsbedenken für den Flug oder die Zugfahrt?
Die Österreicher haben eine Ausnahmegenehmigung, das Licht in einem Spezialbehälter im Flugzeug mitzuführen. Nach dem Aussendungsgottesdienst, bei dem das österreichische Friedenslichtkind alle mitgebrachten Laternen der Delegationen entzündet, wird das Licht dann in verschiedene europäische Länder, mitunter auch nach Übersee gebracht.
Wir transportieren die entzündeten Laternen mit der Bahn nach Deutschland; München ist für uns die erste Station, von dort wird das Licht dann sternförmig weiter in die Umgebung verteilt. Anfangs haben wir das Licht noch in einer Petroleumlampe – in einem Blecheimer mit Löchern, damit Luft drankommt – transportiert. Doch dann haben wir von der Bahn Sicherheitsauflagen bekommen. Seitdem verwenden wir eine Kerze, die in einer Laterne steht, die nochmal in einem Eimer steht.

Ist das Risiko nicht groß, dass die Flamme unterwegs mal ausgeht? Und hätten Sie für den Fall einen Plan B oder ein Reservelicht?
Ich bin seit 1996 Mitglied der deutschen Delegation; ich habe es in all den Jahren noch nie erlebt, dass das Licht mal von alleine ausgegangen ist. Natürlich achten wir auf die Flamme, dass sie nicht erlischt. Sollte das mal passieren, heißt es: eine Station zurückfahren, wo noch ein Originallicht aus Bethlehem brennt. Daran wird die Kerze dann neu entzündet. Ich selbst nehme zur Sicherheit immer eine zweite Laterne mit.

Was ist Ihnen in all den Jahren besonders in Erinnerung geblieben?
Wo soll ich da anfangen? Ich erinnere mich gerne an meine erste Aussendungsfeier im Wiener Stephansdom; er war bis zum Anschlag gefüllt mit Pfadfindern unterschiedlichster Nationen und Konfessionen. Als wir dann alle das Glaubensbekenntnis in unserer Muttersprache gesprochen haben, da habe ich wirklich Gänsehaut bekommen. In besonderer Erinnerung ist mir auch die Aktion nach den Anschlägen vom 11. September. Damals haben wir das Friedenslicht über Kiel mit dem Schiff nach Norwegen und von dort in einem Privatjet nach New York gebracht, wo wir es am Ground Zero einem Feuerwehrmann übergeben haben.
Als die Situation in Israel mal so schlimm war, dass kein österreichisches Kind einreisen konnte, um in Bethlehem das Licht zu holen, hat uns ein palästinensisches Kind das Licht zum Flughafen in Linz gebracht. Ein anderes Mal übergab ein palästinensisches Kind die Flamme durch den Stacheldrahtzaun einem israelischen Kind; auf beiden Seiten standen die Soldaten mit ihren Maschinengewehren im Anschlag. Wir haben die Flamme auch schon bei stürmischer See per Schiff nach Norwegen gebracht; da musste ich die Laterne schon gut festhalten, damit das Licht nicht ausgeht...

Warum bewegt dieses Friedenslicht die Menschen so?
Zum einen ist das Licht von der Geburtsgrotte gerade in der Weihnachtszeit ein starkes Symbol für die Friedensbotschaft, die von dort ausgeht. Diese Botschaft berührt Menschen, über alle Konfessionen und Nationen hinweg. Viele spricht es auch an, dass wir das Licht auch in Krankenhäuser, Alten- und Obdachlosenheime bringen und uns dort auch auf einen Kaffee mit den Menschen zusammensetzen. In vielen Gemeinden brennt das Licht um Weihnachten in einem sicheren Gefäß in der Kirche – zum Abholen und Weitergeben. Als Zeichen dafür, dass der Wunsch nach einem Leben in Frieden die Menschen auf dieser Welt verbindet.

Aussendung des Friedenslichtes

Bielefeld, 15. Dezember, 18.45 Uhr in der katholischen Liebfrauenkirche, Fritz-Reuter-Straße 3.
Bochum, 20. Dezember, 18 Uhr in der St. Meinolphus-Mauritius-Kirche, Meinolphusstraße 2.
Coesfeld, 22. Dezember, 11 Uhr im Pfarrheim St. Lamberti, Walkebrückenstraße 14.
Dortmund, 15. Dezember, 15 Uhr in der Sankt Joseph Kirche, Münster Straße 54, Ecke Heroldstraße 13.
Dortmund Hombruch, 16. Dezember, 17 Uhr an der evangelischen Kirche am Markt, Harkorststraße 55.
Hamm, 15. Dezember, 17.30 Uhr in der evangelischenPauluskirche, Marktplatz.
Herne-Holsterhausen, 15. Dezember, 18 Uhr, in der katholischen Kirche St. Franziskus Herne, Aschebrock 65.
Hohenlimburg, 15. Dezember, 18 Uhr vor der Stiftskirche, Elseyer Kirchplatz.
Kirchhundem-Flape, 19. Dezember, 20 Uhr in der St. Johannes-Kapelle, Dorfstraße.
Köln, 15. Dezember, 17.15 Uhr im Krieler Dömchen, Suitbert-Heimbach-Platz 1.
Lemgo,     15. Dezember, 19.15 Uhr auf dem Marktplatz, Mittelstraße.
Münster, 15. Dezember, 16.30 Uhr im St. Paulus-Dom, Domplatz 28.
Nottuln, 24. Dezember, 17.30 Uhr in der Sankt Martinus Kirche, Kirchplatz.
Olpe, 15. Dezember, 18 Uhr in der Kirche des Mutterhauses der Franziskanerinnen Olpe, Maria Theresia Straße 42.
Saarbrücken, 15. Dezember, 17 Uhr in der eli.ja-Kirche der Jugend, Hellwigstraße 15.
Wetter (Ruhr), 22. Dezember, 11.15 Uhr in der St. Liborius Kirche, Am Leiloh 9.

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