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Die Bibel lesen

Aus der Printausgabe - UK 51 / 2019

Albert Henz | 13. Dezember 2019

Woche vom 15. bis 21. Dezember

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Sonntag:    Psalm 85
Montag:      Jesaja 49, 1-6
Dienstag:     Jesaja 49, 7-13
Mittwoch:     Jesaja 49, 14-26
Donnerstag:     Jesaja 50, 4-11
Freitag:     Jesaja 51, 1-8
Samstag:     Jesaja 51, 9-16

Unsere Bibellese beginnt mit dem nächsten Gottesknechtslied – ursprünglich dem ersten folgend. Die Berufung des Knechtes vor seiner Geburt und seine Eigenschaften werden beschrieben: Seine Worte sind wie ein scharfes Schwert und ein spitzer Pfeil. Innere Konflikte, Vergeblichkeitserfahrungen klingen durch, dann aber die große Vergewisserung und sogar Erweiterung des Auftrags: Der Knecht wird zum Licht der Völker werden und Gottes Heil bis an die Enden der Erde verkünden. Die Worte richten sich mal an Israel, mal an den Propheten.

Im zweiten Abschnitt wird dem Knecht erneut Erfolg seiner Arbeit zugesagt und die behütete Heimkehr Israels durch Jahwe schließlich mit dem Bild einer Mutter, die sich ihres eigenen Kindes annimmt, verglichen. Die Nachkommen werden so zahlreich sein, dass sie mehr Raum brauchen als vorhanden. In 49,15ff. begegnet uns ein Text aus der Jerusalemtradition, der die Erneuerung des Zion und das Ende seiner Schmach wie bei einer ehemals unfruchtbaren Frau in Aussicht stellt: Ehemalige Gegner werden Zion schmücken. Aus Feinden werden Helfer bei der Rückkehr. Wer wegen der Stärke der Gegner noch zweifelt wird erfahren, dass Jahwe auch sie besiegen und aus ihrer Hand befreien kann.

In Kapitel 50 sind wir im dritten Gottesknechtslied. Wieder wird die seelsorgerlich-tröstende Aufgabe des Propheten erkennbar, aber auch die Anfeindungen, die er zu erleiden hat. Ihn trägt der direkte Kontakt zu Gott, der ihn jeden Morgen weckt und ihm selbst das Ohr für die neue Botschaft des Heils öffnet. Gegen Gewalterfahrungen, gegen Anklagen in einer Rechtsverhandlung bleibt der Knecht bei seinem Auftrag. Die innere Gewissheit stärkt ihn, so dass er auch Schläge aushalten kann. Er weiß, dass Gott sein Anwalt ist. Die, die ihn mit ihren Brandpfeilen verfolgt haben, werden selbst Feuersglut spüren.

Dieses Lied spiegelt nicht nur das Erleben des Propheten, sondern auch anderer, die im Auftrag Gottes leiden und zugleich gestärkt werden. Wie bei den Gottesknechtsliedern insgesamt, dürfen sie nicht einfach als Weissagung auf Jesus interpretiert, sondern allenfalls als Deutemodell auch seines Schicksals herangezogen werden.

Kapitel 51 erinnert an die Erfahrung Abrahams und Saras, die die Verlässlichkeit göttlicher Zusagen bezeugen. So wird auch Zion wieder aufblühen. Durch seine Verkündung des göttlichen Rechts wird Israel Licht der Völker sein. Dieses Recht und Heil hat allein ewig Bestand. Der letzte Abschnitt bittet Gott, zu handeln wie am Anfang der Zeit.

Durch unsere Texte wird bis heute eingeladen, in dem Recht Gottes zum Heil der Welt zu finden.

Wochenspruch
Bereitet dem Herrn den Weg; denn siehe, der Herr kommt gewaltig.
Jesaja 40,3.10


Wochenlied
Mit Ernst, o Menschenkinder EG 10

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