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Die Bibel lesen

Aus der Printausgabe - UK 43 / 2019

Walter Schroeder | 18. Oktober 2019

Woche vom 20. bis 26. Oktober

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Sonntag:    Psalm 1
Montag:     Hiob 1, 1-22
Dienstag:     Hiob 2, 1-10
Mittwoch:     Hiob 2, 11–3, 26
Donnerstag:     Hiob 4, 1-21
Freitag:     Hiob 5, 1-27
Samstag:     Hiob 6, 1-30

Auch wenn die Klage, ja sogar die Anklage bis heute im jüdischen Schrifttum einen breiten Raum hat, so bleiben der Verzweiflungsausbruch und die Anfechtung in solcher Ballung und Schärfe wie bei Hiob doch etwas Besonderes. Israel wusste und weiß durch sein Schicksal: Wir leben nicht mehr im Paradies, und wir leben noch nicht im Himmel. Wir sind dazwischen in Glück und Leid. Und: Es ist Gott, der das Leid ausdrücklich zulässt.

Das Buch Hiob nimmt die Frage nach dem Sinn des Leidens auf, die vor dem Hintergrund der Kreuzigung Jesu für Christen eine noch weitere Bedeutung hat, die aber auch in jeder Gegenwart – und Vergangenheit – jeweils neu aufkommt und glaubwürdig für den Einzelnen beantwortet werden muss. Warum lässt Gott das zu?, fragen viele bis heute.

Während zuvor die Israeliten sich darum mühten, Gott zu vertrauen, sich auf ihn zu verlassen in allen Höhen und Tiefen der individuellen oder gemeinsamen Geschichte, so geht es bei Hiob in einem bisher ungekannten Maße darum, Gott zu verstehen.

Hiob vertraut Gott, der Zuverlässige, der Gerechte, das bleibt in allem die unerschütterliche Konstante, aber er und dann vor allem seine Freunde versuchen auch mit Leidenschaft, Gott zu verstehen, den Sinn des Leides, ja den Wahnsinn der Gewalt und des Unglücks. Denn es ist in dieser Welt nicht so, dass es den Guten nur gut und den Bösen böse ergeht.

Dabei ist das Hiobbuch die größte Dichtung, die das Alte, Erste Testament überliefert. Die heutige Form ist das Werk vieler Generationen. Es wurde immer wieder verändert und erweitert. Man geht sicher auch nicht fehl, wenn man vor der ersten schriftlichen Niederlegung, vielleicht im 5. Jahrhundert vor Christus, noch eine lange Geschichte der mündlichen Weitergabe annimmt. Aber im Buch Hiob geschah noch mehr: Es wird ja nicht nur das schwere Schicksal eines frommen, leidgeprüften Mannes erzählt, sondern es wird die „zweite Ebene“ bewusst gemacht, in der das ganze Geschehen auch aus dem Blickwinkel Gottes dargestellt wird.

Das ist der Blick, den der Mensch normalerweise nicht hat, höchstens im Glauben erahnen kann. Aber hier wird er offengelegt. Diese Rahmenhandlung wird als eine Art Gerichtstag im Himmel dargestellt und ist in der Literatur weiter abgehandelt worden. Das Thema des Dr. Faustus spielt die Frage nach der Gerechtigkeit des Menschen und nach dem Sinn von Gottes Fügungen in immer neuen Varianten durch. Eben wie im Buch Hiob.

Man sollte darum dieses umfang- und inhaltsreiche Buch Hiob nicht in einem Zug lesen. So wie man bei einem komplizierten Gebäudekomplex ein Gefühl für die Baugeschichte entwickeln muss und vielleicht zunächst die Einzelteile betrachtet, um dann einen Blick für das Ganze zu entwickeln, empfiehlt sich das auch hier.

Wochenspruch
Dies Gebot haben wir von ihm, dass, wer Gott liebt, dass der auch seinen Bruder liebe. 1. Johannes 4,21

Wochenlied
Lass mich, o Herr, in allen Dingen EG 414

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