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Theologe: Kirchliches Klima- und Umweltengagement noch nicht am Ziel

Klima

Marc Patzwald | 20. September 2019

"Vieles ist auf dem Weg", so Klaus Breyer, Leiter des Instituts für Kirche und Gesellschaft der Evangelischen Kirche von Westfalen.

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Schwerte (epd). Das kirchliche Engagement für Klima- und Umweltschutz
muss nach den Worten des Theologen Klaus Breyer noch weiter verstärkt
werden. «Vieles ist auf dem Weg», sagte der Leiter des Instituts für
Kirche und Gesellschaft der Evangelischen Kirche von Westfalen dem
Evangelischen Pressedienst (epd). «Für die Kirchen ist die Klimakrise
eine der größten Herausforderungen unserer Zeit.»

   Die westfälische Kirche sei beispielsweise von Beginn an in der
«Klimaallianz Deutschland» aktiv, einem Bündnis von Kirchen,
Entwicklungsorganisationen, Umwelt- und Sozialverbänden,
Gewerkschaften, Verbraucherschutzorganisationen und Jugendverbänden.
Auch beteilige sie sich am Klimadiskurs NRW. Ziel der von Wirtschaft,
Gewerkschaften, Kirche sowie Zivilgesellschaft getragenen Initiative
sei es, die Konfliktlinien unter den genannten Akteursgruppen
herauszuarbeiten, Blockaden zu überwinden und nach Gemeinsamkeiten zu
suchen, um diese gemeinsam in die politischen Prozesse in NRW
einzubringen, betonte Breyer.

   «Das 'Kehren vor der eigenen Tür' ist uns sehr wichtig», sagte der
Umweltexperte. «Es ist für uns eine Frage der Glaubwürdigkeit.» Dazu
zählten etwa eine eigene Klimaschutzstrategie,
Nachhaltigkeitskriterien bei den Finanzanlagen oder die Kompensierung
nicht vermeidbarer Flüge durch die Klima-Kollekte. «Das Ziel unserer
gesamtkirchlichen 'Klimaschutzstrategie EKvW 2020' von Minus 40
Prozent CO2-Emissionen werden wir vorrausichtlich erreichen», betonte
Breyer. «Eine weitere Dimension unserer Arbeit sind spirituelle
Angebote wie die Aktion 'Klimafasten' oder die Ökumenischen
Klimapilgerwege.»

   Die westfälische Präses Annette Kurschus habe auf dem
Evangelischen Kirchentag in Dortmund stellvertretend für die
westfälische Kirche ein Klimaversprechen abgegeben, betonte Breyer.
«Unsere kirchliche Klimaschutzstrategie muss ambitioniert für das
nächste Jahrzehnt weiterentwickelt werden.» Das Ziel solle eine
gesamtkirchliche, bilanzielle Klimaneutralität in 2040 sein.

   Auch die Beratung von Kirchengemeinden, kirchlichen Einrichtungen
und Verwaltungen müsse weiter intensiviert werden, betonte der
Institutsleiter. Als Schwerpunkte bezeichnete er dabei die Einführung
von Energiemanagementsystemen, den effizienten und sparsameren
Energieeinsatz im Gebäudebereich aber auch die Gewinnung erneuerbarer
Energien zum Beispiel auf Kirchendächern. Besonders im Bereich
Mobilität gebe es besonderen Nachholbedarf. Auch Lebensstilfragen
würden an Bedeutung gewinnen.

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