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Die Bibel lesen

Aus der Printausgabe - UK 38 / 2019

Andreas Pflock | 13. September 2019

Woche vom 15. bis 21. September

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Sonntag:    Psalm 78, 32-55
Montag:     Matthäus 15, 21-28
Dienstag:     Matthäus 15, 29-39
Mittwoch:     Matthäus 16, 1-12
Donnerstag:     Matthäus 16, 13-20
Freitag:     Matthäus 16, 21-28
Samstag:     Matthäus 17, 1-13

„Seit der Zeit fing Jesus an…“ (Matthäus 16,21) – und zwar mit dem Hinweis auf sein Leiden, Sterben und Auferstehen. Diese stehen in der zweiten Hälfte des Matthäusevangeliums so im Zentrum, dass nur noch von einer Krankenheilung (20,29-34) und einer Dämonenaustreibung erzählt wird (17,14-21). Bis dahin: Krankenheilungen, Dämonenaustreibungen und andere Wunder. Eine Frau aus der syrophönizischen Küstenregion erbittet und erhält Hilfe für ihre Tochter (vergleiche 15,21-28); am See Genezareth kommen viele Menschen zu Jesus und bringen „Lahme, Blinde, Verkrüppelte, Stumme und viele andere und legten sie ihm vor die Füße, und er heilte sie“ (15,30). Auch für das allgemeine leibliche Wohl sorgt er durch die Speisung der 4000 (vergleiche 15,32-38).
Dennoch lebt der Mensch nicht vom Brot allein! Und Jesus ist mehr als einer der schon bekannten Propheten (16,14). Wer aber ist er, der in diesem Textabschnitt vermehrt als „Menschensohn“ bezeichnet wird (16,13; 16,27-28; 17,9; 17,12)? An dieser Schlüsselstelle des Evangeliums sagt Petrus: „Du bist der Christus, des lebendigen Gottes Sohn!“ (16,16). Jesus bestätigt diese Erkenntnis als von Gott geschenkte Offenbarung (vergleiche 16,17) und dieser selbst spricht kurz darauf auf einem Berg aus der Wolke die Worte fast wie bei der Taufe Jesu: „Dies ist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe; den sollt ihr hören!“ (17,5; vergleiche 3,17).
Jesus ist also Gottes Sohn und Menschensohn zugleich. Seine Mission konzentriert sich darauf, die verlorenen Schafe des Hauses Israels zur Umkehr zu rufen (vergleiche 15,24 und 10,6). Daher steht über der ersten Hälfte des Evangeliums: „Seit der Zeit fing Jesus an…“ (4,17) – und zwar mit der Verkündigung des angebrochenen Königreichs der Himmel. Dieses verkündet er in göttlicher Vollmacht, also wortgewaltig (vergleiche 7,28-29) und tatkräftig durch Wundertaten (15,30-31): beide Male jedenfalls nach dem Besteigen „des Berges“ (so wörtlich in 5,1 und 15,29; vergleiche 28,16).
Lehre und Wundertaten fallen und gehören in Jesu Verkündigung zusammen. Neben der Erkenntnis, dass in diesem Menschen der Sohn Gottes präsent ist, wird der Blick im Anschluss an oben genannte Schlüsselstelle nun darauf gerichtet, wozu dieser Sohn Gottes Mensch wurde: „Seit der Zeit fing Jesus an, seinen Jüngern zu zeigen, dass er nach Jerusalem gehen und viel leiden müsse von den Ältesten und Hohepriestern und Schriftgelehrten und getötet werden und am dritten Tage auferstehen.“ (16,21).
Passion und Auferstehung sind daher auch direkt das Thema, als Jesus vom Berg der Verklärung zurückkehrt (17,12 und 17,9). Langsam aber sicher wird nun klar gemacht, dass die Rettungsmission Jesu zwar primär die Erlösung seines Volkes Israel von ihren Sünden umfasst (vergleiche 1,21), dass aber die nichtjüdischen Völker davon nicht ausgeschlossen werden (vergleiche 15,21-28; 28,19).

Andreas Pflock hat kürzlich seine Promotion als Theologe an der Uni Frankfurt erfolgreich abgeschlossen.

Wochenspruch
Christus spricht: Was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan.
Matthäus 25,40b


Wochenlied
So jemand spricht: „Ich liebe Gott“ EG 412

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