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Klaudia Bachinger und Elisabeth Kirchthaller. Foto: 3sat

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Start-ups – Hinter dem Hype

TV-Tipp: 3sat, Di, 20.8., 22.25 Uhr

20. August 2019

„Work hard, play hard“, heißt das Lebensmotto einer neuen Generation, die die Geschäftswelt mit neuen Start-up-Ideen revolutionär verändern will. Doch wie sieht es hinter den Kulissen aus?

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Klaudia Bachinger und Elisabeth Kirchthaller. Foto: 3sat

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Mit einem Einfall für ein erfolgreiches Geschäftsmodell reich und berühmt zu werden wie Mark Zuckerberg ist das Ziel. Dabei hoffen die Jungen meist auf das schnelle, große Geld, das ihnen potente Netzwerke aus Investoren scheinbar bereitwillig zur Verfügung stellen.

Millionenschwere Verkäufe in der Start-up-Szene, wie der von „Shpock“ oder „Runtastic“, täuschen jedoch darüber hinweg, wie es den jungen Gründern in der Branche oftmals wirklich geht. Ed Moschitz blickt in seinem Film hinter die Kulissen der Start-up-Szene in Wien und geht dabei den Geschichten der Menschen nach, die mit einer Mischung aus Pioniergeist, Risikobereitschaft und jugendlichem Leichtsinn versuchen, erfolgreich zu werden.

Viele der jungen Start-up-Gründer haben ihre ehemaligen Jobs aufgegeben, sitzen Tag und Nacht in Co-Working-Spaces und Start-up-Innovationszentren wie „Impact Hub Vienna“ und „weXelerate“, wohl wissend, dass sie den Geldgebern und Förderern vertraglich in der Pflicht sind.

Enorm unter Zeit- und Leistungsdruck sind etwa die Gründer von „Easy Green“, wollen sie doch bald einen automatischen Blumentopf präsentieren. Eine „micro-urban-farming“-Lösung, die mit Internet-Anbindung Pflanzen verlässlicher und besser versorgen soll als Mutter Natur. Geht es nach den vier Gründern, soll in heimischen Wohnzimmern bald eifrig frisches Gemüse angebaut und geerntet werden.

In der jungen, smarten Welt der Start-ups ist der Weg zum Erfolg jedoch steinig, hart und mit zahlreichen Rückschlägen gepflastert. Von den bis zu 1000 Start-ups, die jährlich in Österreich gegründet werden, gibt es die meisten schon bald nicht mehr.

Ali Mahlodji, Gründer des Start-ups „Whatchado“, weiß, dass es oft Jahre dauert, bis sich herauskristallisiert, wer tatsächlich das Zeug hat, eine Idee erfolgreich umzusetzen, und wer nur Trash produziert. Mahlodji war Flüchtlingskind aus dem Iran, verbrachte seine erste Zeit in Österreich im Flüchtlingsheim Traiskirchen und verließ mit 17 die Schule. Aus ihm wurde ein Vorzeige-Gründer der österreichischen Start-up-Szene.

Mit seinen Freunden entwickelte er ein „YouTube für Lebensgeschichten“, wo User in kurzen Clips über ihren beruflichen Werdegang erzählen und so versuchen, junge Menschen auf die Arbeitswelt vorzubereiten. Nach einem Burn-out musste der Jungunternehmer jedoch den Chefposten bei Whatchado räumen und ist heute an Schulen in ganz Europa unterwegs, wo er jungen Leuten das Gründen schmackhaft machen will.

Der Film lädt zu einer emotionalen Achterbahnfahrt durch die junge Welt der Start-ups ein und liefert tiefe Einblicke in ihre Lebens- und Arbeitswelt. Nebenbei lernt das Publikum ein Netzwerk aus Lobbyisten und Politikern kennen, wie zum Beispiel Investor Hansi Hansmann. Dieser hat mit seinen Millionen die Start-up Szene in Österreich erst so richtig befeuert. In gut 45 heimische Start-ups hat er bereits investiert. Hansmann gilt als wichtigster Erfolgsfaktor für die österreichische Szene – wenn er an Bord kommt, öffnen sich für die jungen Gründer Türen.

Mit seinem Hipster-Bart ist auch der gebürtige Ire Daniel Cronin zum Gesicht der heimischen Start-up-Szene geworden. Es gibt kaum ein Start-up-Event, bei dem er nicht auf der Bühne steht, die Gründer anpeitscht und mit viel Humor und starken Worten gute Stimmung für das junge Business macht.

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