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Im Januar 1969 stellte die Nasa die Astronauten vor, die mit „Apollo 11“ zum Mond fliegen sollten: Buzz Aldrin (re.) und Neil Armstrong (li.) würden, unterstützt von Mike Collins (Mi.) im Kommandomodul, als erste Menschen den Erdtrabanten betreten. Foto: arte

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Die Eroberung des Mondes

TV-Tipp: arte, ab Di, 16.7., jeweils 20.15 Uhr

16. Juli 2019

Die Eroberung des Mondes: Die dreiteilige Dokumentarfilmreihe schildert den Wettlauf ins Weltall von den Anfängen bis hin zum ersten Schritt auf dem Erdtrabanten im Jahr 1969 – einem Meilenstein der Menschheitsgeschichte.

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Im Januar 1969 stellte die Nasa die Astronauten vor, die mit „Apollo 11“ zum Mond fliegen sollten: Buzz Aldrin (re.) und Neil Armstrong (li.) würden, unterstützt von Mike Collins (Mi.) im Kommandomodul, als erste Menschen den Erdtrabanten betreten. Foto: arte

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Der Wettlauf beginnt im Sommer 1957: Die USA wollen unbedingt den Vorsprung der UdSSR aufholen. Der erste Teil der Reihe – „Wir haben den Mond als Ziel gewählt ...“ – zeigt die größten Siege und Misserfolge des US-amerikanischen Raumfahrtprogramms und thematisiert Herausforderungen, Kosten und Schattenseiten der Mondexpedition.

Am 4. Oktober 1957 schossen russische Wissenschaftler den Satelliten „Sputnik“, eine Aluminiumkugel mit knapp 60 Zentimetern Durchmesser, in eine Erdumlaufbahn. In Zeiten des Kalten Krieges verschafft diese Meisterleistung der UdSSR einen großen technischen Vorsprung: Wenn die Sowjets über Trägerraketen verfügen, die Satelliten in den Weltraum schießen, dann werden sie durchaus in der Lage sein, eine Atombombe in die USA zu bringen und abzuwerfen, so die damals vorherrschende Meinung.

Den Amerikanern blieb nichts anders übrig, als in Wettstreit mit der Sowjetunion zu treten. Die Vereinigten Staaten mussten in den ersten Jahren zahlreiche Niederlagen einstecken. Am 12. April 1961 siegten erneut die Sowjets: Der Astronaut Juri Gagarin flog als erster Mensch ins All. Um aufzuholen, wendete sich US-Präsident Eisenhower widerwillig an den Raketeningenieur sowie einstigen SS-Angehörigen Wernher von Braun. Während des Zweiten Weltkriegs hatte dieser die „V2“-Rakete erfunden und damit die Raumfahrt entscheidend vorangebracht.

Dank seiner Arbeit schöpften die Amerikaner Hoffnung, die Sowjets in technischer Sicht einholen zu können. Am 5. Mai 1961 zeigte das Fernsehen in einer Liveübertragung, wie Wernher von Brauns „Redstone“-Rakete den US-Marine-Testpiloten Alan Shepard in den Weltraum schoss. Nach diesem Etappensieg verkündete der frisch gewählte Präsident John F. Kennedy den Wettlauf zum Mond und damit den Wettstreit um einen neuen Einflussbereich.

Knapp ein Jahr später vollbrachte das US-amerikanische Raumfahrtprogramm erneut eine Meisterleistung. Der Marine-Oberstleutnant John Glenn umkreiste am 20. Februar 1962 als erster Amerikaner die Erde. Endlich konnten die Nasa und Wernher von Braun konkrete Ergebnisse vorweisen. Während eines Gipfeltreffens mit KPdSU-Chef Nikita Chruschtschow erwähnte Kennedy nebenbei eine mögliche gemeinsame Mondmission. Chruschtschow zögerte, denn eine solche Kooperation könnte die Wahrheit ans Licht bringen: Die Sowjetunion hatte gar keinen technischen Vorsprung.

Nachdem sein Vorschlag abgelehnt wurde, konzentrierte sich der junge US-Präsident auf sein nationales Raumfahrtprogramm. Doch die ersten Schritte auf dem Mond erlebte er nicht mehr: Am 22. November 1963 wurde John F. Kennedy in Dallas, Texas, ermordet.

 

Teil 2: Mittwoch, 17.7., 20.15 Uhr. Die Eroberung des Mondes (2/3). „… nicht, weil es leicht zu erreichen ist …“

Die zweite Folge der Dokumentarfilmreihe „Die Eroberung des Mondes“ befasst sich mit dem Zeitraum zwischen 1964 und 1968 – vier aufregende und gefährliche Jahre in der Geschichte des Wettlaufs ins All. Diese Folge beleuchtet die Ereignisse um die „Apollo 1“- und „Apollo 8“-Missionen. Während sich die Amerikaner Ende der 60er Jahre Gedanken um die großen Herausforderungen der Zukunft machten, fragten sich viele, welche Opfer der Wettlauf zum Mond wert sei.

Nach John F. Kennedys Ermordung am 22. November 1963 konzentrierte sich sein Nachfolger Lyndon B. Johnson zu Ehren des Verstorbenen auf den Wettlauf zum Mond. Der Kalte Krieg führte weiterhin zu Spannungen: Gerüchten zufolge wollte die Sowjetunion eine besatzungslose Raumkapsel auf den Trabanten schießen. Die Nasa hob das „Gemini“-Programm aus der Taufe und beförderte Astronauten in die Erdumlaufbahn, um eine eventuelle Mondmission vorzubereiten. Im Rahmen eines „Gemini“-Fluges absolvierte der Astronaut Ed White als erster Amerikaner einen Weltraumspaziergang.

Ebenfalls unter der Regierung von Präsident Johnson entwickelte die Nasa das „Apollo“-Programm mit dem ausdrücklichen Ziel, einen Amerikaner auf den Mond zu befördern. Doch die erste Mission endete tragisch: Während eines Tests fing die Raumkapsel „Apollo 1“ Feuer, und die drei Astronauten kamen ums Leben. Die Amerikaner waren bestürzt, eine Zeit lang wurde sogar die Zukunft des Programms und der Nasa sowie der Wettlauf zum Mond infrage gestellt.

Viele Bürger hielten andere aufkommende Krisen für dringlicher, beispielsweise den Vietnamkrieg und die Bürgerrechtsbewegung. Wieder einmal war es der Kalte Krieg, der die Nasa-Mission in den Vordergrund rückte. Da die Nasa befürchtete, dass die Sowjetunion diesen Misserfolg für sich nutzen könnte, beschloss sie, die Mission fortzuführen und sogar den Start von „Apollo 8“ um mehrere Monate vorzuverlegen.

Kaum ein Jahr nach dem tödlichen „Apollo 1“-Brand schauten die USA am 21. Dezember 1968 gespannt dem Start von „Apollo 8“ zu. Nachdem die Kapsel in der Erdumlaufbahn kreiste, war es den drei Astronauten durch die „Saturn V“-Rakete erstmals möglich, das Gravitationsfeld der Erde zu verlassen.

Der US-amerikanische Besatzung gelang es als erster, in der Mondumlaufbahn zu kreisen und den Himmelskörper zu betrachten. Doch der Höhepunkt dieser historischen Mission waren nicht die Bilder vom Mond, sondern die aus dem All aufgenommenen Bilder unseres Blauen Planeten. Auf der Erde wurde diese weihnachtliche Meisterleistung gefeiert. Das Raumfahrtprogramm schien eine neue Wende zu nehmen.

 

Teil 3: Donnerstag, 18.7., 20.15 Uhr. Die Eroberung des Mondes (3/3). „… sondern gerade, weil es schwierig ist!“ (J.F.K.)

Der dritte Teil von „Die Eroberung des Mondes“ dokumentiert die Jahre 1969 und 1970 und den Mondflug von „Apollo 11“. Die Weltraummächte USA und UdSSR wagten sich weiter ins All vor – und auf der Erde wurde mehr Demokratie gewagt. Die letzte Folge der Dokumentarfilmreihe erläutert auch, wie es mit den wissenschaftlichen und raumfahrtechnischen Programmen weiterging, nachdem die ehrgeizigen Ziele erreicht worden waren.

Der großartige Erfolg von „Apollo 8“ konnte nicht über die politischen Untertöne der nationalen Weltraumprogramme hinwegtäuschen. Nach den Enthüllungen über die NS-Verstrickungen und die SS-Vergangenheit Wernher von Brauns, der das Marshall Space Flight Center leitete, kritisierte die Öffentlichkeit seine wichtige Position bei der Nasa. Und während US-Präsident Nixon die Leistungen des „Apollo 8“-Teams in seiner Antrittsrede in höchsten Tönen lobte, gipfelten die gewaltsamen Unruhen in seinem Land in einer wahren Kulturrevolution.

Die Nasa verfolgte dennoch eisern ihr Ziel. Im Januar 1969 stellte sie die Astronauten vor, die mit „Apollo 11“ zum Mond fliegen sollten: Buzz Aldrin und Neil Armstrong würden, unterstützt von Mike Collins im Kommandomodul, als erste Menschen den Erdtrabanten betreten. Wie immer war diese weitere Nasa-Mission auch ein Konkurrenzprojekt zum sowjetischen „Luna“-Programm, das effizienter, sicherer und kostengünstiger als das „Apollo“-Programm war und die amerikanische Vormachtstellung im All immer wieder in Frage stellte.

Trotz dieser Konkurrenz setzte die Nasa ihre Mission wie geplant fort – und am Abend des 20. Juli 1969 (UTC) sorgte die weltweite TV-Übertragung von Neil Armstrongs ersten Schritten auf dem Mond für Rekordquoten. Die verrauschten Schwarz-Weiß-Aufnahmen, aufgezeichnet von einer Kamera, zeigen Neil Armstrong, wie er von einer Leiter steigt und die berühmten Worte spricht: „Ein kleiner Schritt für einen Menschen, aber ein großer Sprung für die Menschheit.“

Auf der Erde sorgten Neil Armstrong und Buzz Aldrin mit ihren schwerelosen Hüpfern für Jubel und Freudentränen. Später reiste das Team in zahlreiche Länder, um sich von Bürgern und Fans feiern zu lassen. Doch die Weltraumbegeisterung verflog so schnell, wie sie gekommen war: Unbemannte Sonden wurden zwar weiter quer durchs All – und sogar bis zum Mars – geschickt; der Durchbruch der bemannten Raumfahrt, wie ihn sich Wernher von Braun erträumt hatte, blieb jedoch aus. Und im kollektiven Gedächtnis sind Armstrongs legendäre Schritte auf dem Mond nach wie vor der Höhepunkt der Raumfahrtgeschichte.

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